
Klappentext"Ich werde die Sache in die Hand nehmen", kündigte ich an und erhob mich. "Irgendwas ist da faul - ich hab ein Näschen dafür."
"Mag sein", meinte Thaler gelangweilt. "Wenn Sie mich fragen - ich halte die Geschichte für abgeschlossen. Mann erschießt Frau und sich selbst. Ganz alltägliche Geschichte." Er formte aus seiner Hand eine Pistole, richtete sie auf meinen Oberkörper, drückte ab, legte seinen Zeigefinger an den Mund und machte "puff".
Ein Kollege, zwei Tote und drei Fragen beschäftigen die Journalistin Maria Grappa bei ihrem Aufenthalt in der Provence: Wem gehört der braune Hund? Ist das bisher unbekannte Gemälde von Vincent van Gogh wirklich echt? Und vor allem: Kann sie Antonio Cortez, ihrem neuen Liebhaber, vertrauen?Erster Satz:
Am Abend vor diesem Morgen setzte ich die Serie meiner Beobachtungen fort.Meine MeinungDiesmal hat sich die Autorin mit dem Thema Kunstfälschung beschäftigt und wir Leser erfahren ganz nebenbei einige Details aus dem Leben Vincent van Goghs und seinen Bildern, denn um ein Bild dieses Malers geht es in diesem spannenden Krimi. Auch wird jedes Kapitel mit Worten von ihm eingeleitet, was ihn die ganze Zeit präsent machte.
Dieser 10. Krimi mit der sympathischen Journalistin Grappa entführt den Leser also direkt in van Goghs Wahlheimat, in die Provence, wohin alle Spuren führen. Denn wenn man Grappa kennt, weiß man, dass sie jedem unguten Gefühl nachgibt und genau dieses hatte sie im Zusammenhang mit der angeblichen Beziehungstragödie, die sie in ihrem vorherigen Urlaub dort mitbekommen hatte. Also entflieht sie einer langweiligen Reportage, die sie eigentlich halten soll, und düst ab von Bierstadt gen Süden, um der Sache nachzugehen.
Hier ist Grappa mal wieder voll in ihrem Element. Ein neuer Liebhaber, der ihre Hormone antreibt, ein sonniges Land, das guten Wein und gutes Essen bietet und ein Fall, der ihr keine Ruhe lässt. Mir ist während des Lesens mehrmals das Wasser im Mund zusammen gelaufen, wenn sie sich mit frischen Zutaten vom Markt ein leckeres Essen zubereitete und mit einer Flasche Wein genossen hatte. Saftiges Obst, frisches Gemüse, reifer Käse und aromatischer Wein und natürlich auch die Liebe wurden von ihr mit allen Sinnen genossen und ließen auch bei mir als Leser zusammen mit der schönen Landschaft und der warmen Sonne ein wohliges Gefühl entstehen. Grappa ist einfach trotz ihres eher spröden Charmes eine sehr sinnliche Frau und das merkte man hier wieder sehr gut.
Ihre Schlagfertigkeit hat sie aber zum Glück in der warmen Sonne nicht verloren und so kann man auch hier wieder lustigen Wortgefechten folgen, die sie diesmal mit ihrem penetranten und selbstverliebten Ex-Kollegen führt, der ihr gefolgt ist und mehr zu wissen scheint, als er zugibt. Herrlich, wie sie ihn immer wieder herunterputzt!

Das hört sich jetzt vielleicht erst mal nicht sehr nach Krimi an, aber die Figur Grappa ist einfach etwas Besonderes und mir mittlerweile so ans Herz gewachsen, dass ich immer wieder gerne über sie schreibe, denn gerade wegen ihr liebe ich diese Krimireihe so. Die Spannung kommt aber natürlich auch nicht zu kurz, denn trotz der schönen und bunten Landschaft geht es dort ganz schön gefährlich zu. Irgendjemand scheint langsam nervös zu werden und schießt um sich. Und auch wenn ich als Leser schnell einen Verdacht habe, wird die Geschichte doch spannend genug erzählt, um der Auflösung noch entgegenfiebern zu können. Man weiß schließlich nie, auf was für gefährliche Ideen die vorlaute und spontane Grappa bis dahin noch kommt.

Und das Ende bot dann sogar doch noch die ein oder andere Überraschung.
Dieser Krimi hat mir wieder sehr gut gefallen und mich köstlich amüsiert. Die eingewobenen Informationen über van Goghs Leben und Bilder empfand ich als bereichernd und haben Atmosphäre in den Krimi gebracht ohne zu stören. Mit der Zeit bekam ich selbst das Gefühl, dass die Umgebung immer bunter und intensiver wurde. Das war ein außergewöhnlicher Kontrast zu der doch eher dunklen Seite der Kriminalität.
Einen Grappa kann man immer genießen und diesen ganz besonders:
