Peter Tremayne - Das Konzil der Verdammten 

Zum Inhalt: Es handelt sich - wenn ich richtig gezählt habe

- um den mittlerweile siebzehnten Band um Schwester Fidelma - ihres Zeichens Anwältin vor Gericht in Irland - und Bruder Eadulf, Friedensrichter aus Sachsen. Die Handlung spielt 670 in Burgund, wo das Konzil von Autun stattfindet, bei dem kirchenrechtliche Fragen wie die Verpflichtung zum Zölibat besprochen werden sollen. Fidelma soll einen der teilnehmenden irischen Bischöfe in Rechtsfragen beraten und reist darum mit Eadulf dorthin. Doch bereits vor ihrer Ankunft geschieht ein Mord - ein irischer Abt wird erschlagen aufgefunden. Verdächtig sind zwei weitere Teilnehmer des Konzils, die zuvor bereits heftig gestritten haben. Der eine wohnte in der Kammer, in der man den irischen Abt tot aufgefunden hat, und wurde augenscheinlich betäubt, der andere lag neben dem Abt und wurde niedergeschlagen. Eine verzwickte Situation für Fidelma, die mit der Lösung des Falls beauftragt wird. Zudem wird sie durch die strenge Geschlechtertrennung in der Autuner Abtei stark in ihren Ermittlungen behindert.
Meine Meinung: Ein neues Fidelma-Buch - für mich ehrlich gesagt immer ein Grund zur Freude, von daher bin ich wohl etwas voreingenommen. Aber ich mag Fidelma einfach und mal abgesehen davon, ist der geschichtliche Hintergrund gut recherchiert, korrekt und immer höchst interessant. Es liest sich einfach gut. Im Moment ist das Buch durch Zufall grade sogar recht aktuell, da es zu der Zeit, als das Buch spielt, erste Bestrebungen gab, das Zölibat verpflichtend durchzusetzen und Sinn und Zweck des Zölibats wird im Moment ja auch wieder viel diskutiert.
Zum Mordfall möchte ich natürlich nicht viel sagen, um keinen den Spaß beim Lesen zu verderben. Insgesamt sehr verzwickt und es steckt natürlich noch viel mehr dahinter, als man im ersten Moment annimmt. Die Hauptfiguren sind recht unterschiedlich: der selbstgerechte Abt von Autun, Bischof Leodegar, die beiden streitenden Bischöfe (aus Canterbury und Wales, wenn ich mich recht entsinne), die arrogante und wenig hilfsbereite Äbtissin von Autun, der die Frauen des Klosters unterstehen, sowie die Fürstin - die weltliche Herrin der Stadt - die scheinbar auch einiges zu verbergen hat. Mittendrin Fidelma und Eadulf, die versuchen, das Rätsel zu entwirren und sich vor eine schwere (aber natürlich nicht unlösbare) Aufgabe gestellt sehen.
Die Lösung des Rätsels am Ende fand ich sehr spannend und vor allem auch logisch. Peter Tremayne legt geschickt einige falsche Fährten - in die ich schön reingetapert bin

Hinweise auf die richtige Lösung gibt's aber genügend, man nimmt es nur erst nicht so wahr. Diese Art gefällt mir sehr gut, ich mag es überhaupt nicht, wenn bei Krimis irgendwelche wichtigen Punkte am Ende aus dem Hut gezaubert werden und man gar keine richtige Chance hatte, mitzurätseln.
Alles in allem ein sehr guter Fidelma-Roman (in der Mitte der Serie fand ich ein paar etwas schwächer). Für Freunde historischer Krimis sehr zu empfehlen.
