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Autor Thema: [Nautik] C. S. Forester – Leutnant Hornblower (Hornblower 2)  (Gelesen 2125 mal)

Aldawen

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Inhalt: Als sich Leutnant Bush auf zu seinem Dienst an Bord des Linienschiffes HMS Renown meldet, muß er schon bald darauf feststellen, daß Kapitän Sawjer mindestens wunderlich zu nennen ist, nach wenigen Tagen verfestigt sich der Eindruck eines Despoten. Die übrigen vier Leutnants, die bereits länger unter Sawjer fahren, kennen ihn und seine Paranoia schon besser und bemühen sich, gar nicht erst Sawjers Mißfallen zu erregen, indem sie z. B. etwas tun, das als privater Wortwechsel verstanden werden könnte. Sawjer untergräbt zudem die Disziplin auf dem Schiff, indem er seine Offiziere vor der Mannschaft herunterputzt und die Mannschaften mit Extraportionen Rum verwöhnt. Die Leutnants sehen dies zähneknirschend und leiden auch unter Sawjers abartigen Bestrafungen. Trotzdem hätte wohl keiner von ihnen geglaubt, sich jemals mit seinen Kollegen heimlich über die Absetzung des Kapitäns zu unterhalten, das ist schließlich Meuterei! Es sei denn, der Schiffsarzt würde bestätigen, daß Sawjer nicht dienstfähig ist. Sawjer hat irgendwie Wind von dem versteckten Treffen bekommen und durchkämmt mit einigen Getreuen selbst das Schiff. Hornblower, der jüngste der Leutnants, behält kühlen Kopf und treibt seine Kollegen auseinander. Kurz darauf wird das Schiff von einer unglaublichen Nachricht erschüttert: Der Kapitän ist einen Niedergang hinuntergestürzt und liegt nun schwerverletzt und nicht ansprechbar in seiner Kajüte. Als Erster Offizier muß Buckland nun die Verantwortung übernehmen, aber darf er sich auch den Geheimbefehl der Admiralität an den Kapitän ansehen? Was, wenn Sawjer wieder zu sich kommt und diesen Eingriff in seine Befehlsgewalt feststellen muß? Die Offiziere zögern ...

Der Auftrag der HMS Renown lautet, auf Santo Domingo Ordnung zu schaffen. Dort befindet sich ein spanisches Fort, das die Bucht von Samaná für Kaperschiffe deckt, die in der Mona Passage ihren Opfern, häufig auch englischen Schiffen, auflauern. Der Versuch einer direkten Aktion, nämlich durch Einlaufen in die Bucht Stärke zu zeigen und die Situation zu bereinigen, endet fast in einer Katastrophe als die Renown in Schlick läuft und von den spanischen Batterien in aller Seelenruhe beschossen werden kann. Aber Hornblower hat wieder einen Plan in Reserve, der durch einen Überraschungsangriff auf das Fort den Erfolg sichern könnte. Die Renown zieht sich, scheinbar geschlagen, aus der Bucht zurück ...


Meine Meinung: Im Vergleich zur Episodenhaftigkeit von Fähnrich zur See Hornblower liegt hier eine durchgehendere Handlung vor, was wesentlich auch dem Auftrag geschuldet ist, der sich eben nicht in langweiligem Blockadedienst an der französischen Atlantikküste erschöpft. Hornblower kann hier seine Qualitäten voll ausspielen, wie es mit dem verdienten Lohn dafür aussieht, das bleibt zunächst abzuwarten. Aber etwas sehr wesentliches passiert hier, was für die späteren Bände wichtig wird, und das kann man ruhig verraten: Hornblowers Zusammentreffen mit Leutnant Bush. Dieser ist ein geradliniger Mann, kein begnadeter Taktiker, kein Diplomat und am besten, wenn er klar umrissene seemännische Aufgaben lösen kann. Hornblowers wendiger Geist macht ihn zunächst mißtrauisch, aber letztlich wird er Hornblowers treuester Freund werden, was in vielen Ereignissen dieses Romans seinen Ausgang hat.

Was sich im Fähnrich angedeutet hatte, zeigt sich hier verstärkt: Hornblower hat zwei Eigenschaften, die ihn zu einer Führungskraft geradezu prädestinieren. Er ist nämlich einerseits entscheidungsstark, dabei aber immer in der Lage, neue Rahmenbedingungen schnell in seinen Planungen zu berücksichtigen und diese anzupassen. Und er ist ein Typ, der sich seinen Untergebenen gebenüber strikt und disziplinarisch korrekt verhält, aber nicht ungerecht ist, was ihm – zusammen mit einigen Sonderlichkeiten, die er entwickelt, und von denen wir hier die Dusche unter der Deckspumpe kennenlernen – einige Beliebtheit verschafft. Auch diesen Band mochte ich immer schon besonders gerne, weil ich einfach die Geschichte und die Personenkonstellationen sehr spannend finde – bei jedem Wiederlesen erneut. Einzig die Beschreibungen von Bushs Charakter sind mehr als einmal von einer Art, die mir nur ein sehr schiefes Lächeln entlockt, aber für einen Abzug reicht das dann wirklich nicht, daher:

 5ratten

Schönen Gruß,
Aldawen
« Letzte Änderung: 26. Februar 2011, 12:25:01 von Aldawen »
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Saltanah

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #1 am: 27. März 2010, 12:03:20 »

Tja, dann bleibt mir wohl nur noch der Weg in die Bibliothek.
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Aldawen

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #2 am: 27. März 2010, 12:27:13 »

Tja, dann bleibt mir wohl nur noch der Weg in die Bibliothek.

 :breitgrins: 
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Grisel

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #3 am: 27. März 2010, 14:13:34 »

"Leutnant Hornblower" ist mein Lieblingsband der Serie, hauptsächlich wegen Bush, weil der meine Lieblingsfigur ist. Das war lustigerweise schon so in dem alten Film "Des Königs Admiral". Ich finde die aufkeimende Freundschaft zwischen ihm und Hornblower auch einfach allerliebst. Aber abgesehen davon finde ich auch die Angst vor dem gemeingefährlichen Captain höchst spannend.

Weil ich aus anderen Communities weiß, daß das ein immer noch heiß diskutiertes Thema ist,
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Ich habe den Spoiler mal ein kleines bißchen erweitert, sicherheitshalber  :zwinker:  LG, Aldawen
« Letzte Änderung: 27. März 2010, 14:29:54 von Aldawen »
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Aldawen

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #4 am: 27. März 2010, 14:32:22 »

Weil ich aus anderen Communities weiß, daß das ein immer noch heiß diskutiertes Thema ist,
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Für mich war das auch immer völlig klar – mit gleichem Ergebnis.
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Grisel

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #5 am: 27. März 2010, 17:19:27 »

Für mich war das auch immer völlig klar – mit gleichem Ergebnis.

Interessant, danke! Einige meinen nämlich,
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Aldawen

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #6 am: 27. März 2010, 20:30:39 »

Die Überlegung könnte man zwar so anstellen, aber für mich würde das auch nicht zu ihm passen.

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Natürlich verschleiert die Perspektive von Bush manches, aber gerade das macht ja auch einen Teil des Reizes aus.
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Myriel

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #7 am: 30. März 2010, 16:16:13 »

Tja, dann bleibt mir wohl nur noch der Weg in die Bibliothek.

Den kann ich mir vorerst sparen, denn der Online-Katalog verrät mir, dass das einzige Exemplar ausgeliehen ist.  :heul:
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Aldawen

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #8 am: 30. März 2010, 17:14:05 »

Tja, dann bleibt mir wohl nur noch der Weg in die Bibliothek.

Den kann ich mir vorerst sparen, denn der Online-Katalog verrät mir, dass das einzige Exemplar ausgeliehen ist.  :heul:

Das ist natürlich riesiges Pech! Ich kann sie ja allesamt immer lesen, wenn ich will, dafür stehen sie ja im Regal. Meine Hornblower-Bände sehen allerdings mittlerweile auch danach aus ...
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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #9 am: 04. April 2010, 14:29:30 »

Beim Durchstöbern bin ich gerade wieder meinen Kommentar zu C. Northcote Parkinsons Hornblower-Biographie gestolpert. Ich hatte völlig verdrängt, daß Parkinson darin einen Brief „zitiert“, den Hornblower für seine Nachfahren geschrieben hat, und in dem die „Wahrheit“ über das, was mit Sawyer passierte, enthüllt wird:

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Und das soll ich glauben?  :gruebel:

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Grisel

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #10 am: 04. April 2010, 20:10:08 »

Ich habe das Buch nicht gelesen, es aber stets ignoriert, wenn mir irgendwer das als "Beweis" vorgehalten hat. Ich halte grundsätzlich nichts davon, wenn sich jemand an den Figuren anderer Leute vergreift und Sequels, Prequels oder sowas verfasst. Für mich gilt nichts, was nicht vom Originalautor kommt. Und für mich hat sich bei Forester eben auf eine ganz bestimmte Weise gelesen, an die ich glaube.
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Aldawen

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #11 am: 04. April 2010, 20:15:03 »

Ich halte grundsätzlich nichts davon, wenn sich jemand an den Figuren anderer Leute vergreift und Sequels, Prequels oder sowas verfasst. Für mich gilt nichts, was nicht vom Originalautor kommt.

So pauschal würde ich das nicht sagen, zumal Parkinson durchaus für diese „Biographie“ qualifiziert war. Allerdings betrachte ich seine fingierten Quellen auch nicht als Beweis für was auch immer  :zwinker:

Und für mich hat sich bei Forester eben auf eine ganz bestimmte Weise gelesen, an die ich glaube.

Und die für mich aus verschiedenen Gründen auch die richtige ist, deswegen hatte ich sicher auch so erfolgreich verdrängt, was Parkinson da geschrieben hatte  :breitgrins:
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Heimfinderin

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #12 am: 07. April 2010, 20:43:37 »

Sooo, ich habe die ersten 70 Seiten gelesen und bin begeistert!  :klatschen:

Bisher finde ich das Buch noch besser, was zum einen sicherlich daran liegt, dass es eine Geschichte ist und nicht nur Episoden aber sicherlich auch daran, dass ich Hornblower im ersten Buch gut kennenlernen konnte und er mir hier schon richtig vertraut ist.  :smile:

Und ja, Aldawen hat es angedeutet: ich werde an Hardebuschs Sturmwelten erinnert.  :zwinker:
, denn ich erkenne gewisse Parallelen zwischen den Kapitänen  :grmpf:  .

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Am liebsten würde ich die Sturmwelten gleich nochmal lesen.    :titanic: Wäre wohl sowieso gut, bevor der dritte Teil rauskommt...

Hornblower wirkt etwas erwachsener hier, finde ich. Toll ist sein Charakter beschrieben, wie souverän er mit den schwierigen Situationen an Bord umgeht. Leutnant Bush wirkt gegen ihn sogar recht unsicher, aber er ist mir jedenfalls schon mal sehr sympathisch
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Interessant fand ich die Messungen, die die beiden mit der Sonne gemacht haben, auch wenn ich die Vorgehensweise leider nicht verstanden habe. Auch nach mehrmaligem Lesen des Abschnitts kam ich nicht dahinter. Wie kann man z. B: die Sonnenhöhe in der entgegengesetzten Richtung noch einmal messen?  Wenn ich mich umdrehe habe ich doch die Sonne im Rücken? Habe ich da irgendwas übersehen oder völlig falsch gelesen? :redface:

Interessant finde ich ja schon Bushs Gedanken über seine eigenen Fähigkeiten
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LIEBE GRÜßE
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Grisel

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #13 am: 07. April 2010, 21:43:42 »

Zu Bush und Hornblower, wie gesagt, ich mag das Buch nicht zuletzt wegen der beginnenden Freundschaft der beiden so gern. Ich habe da nie irgendwas gesehen, was über das "Buddytum" hinausgeht. Wie hat das mal jemand anderer so schön formuliert, Liebe hat so unendlich viele Gesichter. Wobei Bush sowieso komplett asexuell wirkt.

In einem der späteren Bücher wird Bush damit konfrontiert, daß er Hornblower liebt, wobei ihm dieser Begriff ein wenig unangenehm ist, klarerweise, aber er meint dann, ja, so ist es wohl. Wobei bis dahin zur Freundschaft auch noch grenzenlose Bewunderung und Verehrung hinzukommen.
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Aldawen

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Re: C. S. Forester – Leutnant Hornblower
« Antwort #14 am: 07. April 2010, 22:57:11 »

Bisher finde ich das Buch noch besser, was zum einen sicherlich daran liegt, dass es eine Geschichte ist und nicht nur Episoden aber sicherlich auch daran, dass ich Hornblower im ersten Buch gut kennenlernen konnte und er mir hier schon richtig vertraut ist.  :smile:

Letzteres hilft unbedingt!

Und ja, Aldawen hat es angedeutet: ich werde an Hardebuschs Sturmwelten erinnert.  :zwinker:
, denn ich erkenne gewisse Parallelen zwischen den Kapitänen  :grmpf:  .

Christoph hat's in der Leserunde ja auch nicht abgestritten. Ich glaube, viele, wenn nicht gar die meisten, Hornblower-Fans zählen diesen Band zu den besten der Serie :zwinker:

Hornblower wirkt etwas erwachsener hier, finde ich.

Ist er ja auch. Im August 1797 hat er sein Leutnantspatent bekommen, da war er noch in spanischer Gefangenschaft, die endete erst ein paar Monate später. Dieser Roman spielt in den Jahren 1801-03. Angesichts der Aufgaben und der Verantwortung, die einem Seeoffizier so zufallen, sollten sich drei Jahre aktiver Dienst auch im Wesen und Verhalten bemerkbar machen.

Leutnant Bush wirkt gegen ihn sogar recht unsicher, aber er ist mir jedenfalls schon mal sehr sympathisch

Bush ist sich seiner eigenen Unzulänglichkeiten, wenn es an strategische Überlegungen geht, wohl bewußt. Einerseits bewundert er Leute, die darin unbestritten besser sind, andererseits erschreckt es ihn, weil er dem nicht so schnell folgen kann. Wenn er jemanden aber mal akzeptiert hat, ist seine Loyalität grenzenlos.

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Nein, damit gehst Du dann doch zu weit  :breitgrins:

Interessant fand ich die Messungen, die die beiden mit der Sonne gemacht haben, auch wenn ich die Vorgehensweise leider nicht verstanden habe. Auch nach mehrmaligem Lesen des Abschnitts kam ich nicht dahinter. Wie kann man z. B: die Sonnenhöhe in der entgegengesetzten Richtung noch einmal messen?  Wenn ich mich umdrehe habe ich doch die Sonne im Rücken? Habe ich da irgendwas übersehen oder völlig falsch gelesen? :redface:

Das hängt mit dem Aufbau und der Funktionsweise eines Sextanten zusammen. Dieser zeigt über zwei Spiegel, von denen der eine fest montiert ist und der andere sich mit der Alhidade bewegt, ein Bild der Sonne, das als Halbspiegel ins Blickfeld des Beobachters gerückt wird. Die andere Hälfte des Bildes, das der Beobachter sieht, ist der Horizont. Der Sextant muß nun so eingestellt werden, daß in diesem Beobachterbild die Unterkante der Sonne genau auf der Horizontlinie aufsetzt, dann kann man am Gradbogen den Winkel ablesen. Aus dem Winkel zwischen Horizont und Sonne zu ihrem höchsten Stand, eben der Mittagshöhe, kann die geographische Breite berechnet werden. Durch die Spiegelkonstruktion kann man auch in Gegenrichtung eine Messung vornehmen, indem man die Alhidade weit genug bewegt. Das Meßergebnis muß dann aber entsprechenden Korrekturberechnungen unterzogen werden, um eben dieses „Umdrehen“ auszugleichen.

Interessant finde ich ja schon Bushs Gedanken über seine eigenen Fähigkeiten
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Ja, das ist tatsächlich seine ganz schwache Seite, und das wird auch über die Jahre nicht besser. Aber dafür löst er viele andere Aufgaben mit großem Geschick. Und solange er mit Hornblower auf dem gleichen Schiff ist, reicht es ja auch, wenn der richtig rechnet  :breitgrins:

« Letzte Änderung: 08. April 2010, 06:59:50 von Aldawen »
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