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Autor Thema: 1 – Anfang bis Seite 58 (Teil I; Kapitel 1-3)  (Gelesen 881 mal)

Samia

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Re: 1 – Anfang bis Seite 58 (Teil I; Kapitel 1-3)
« Antwort #15 am: 23. März 2010, 20:52:23 »

Ich konnte nach anfänglichen Zeitproblemen nun das 3. Kapitel des Buchs beenden.
Bis jetzt bin ich sehr positiv angetan, der Erzählstil ist anspruchsvoll aber ihm ist dennoch sehr leicht und flüssig zu folgen.
Das gesellschaftliche Umfeld ist meines Erachtens sehr gut beschrieben worden und man kann sich ohne Probleme in die Verhältnisse damals hineinversetzten, auch wenn sie teilweise doch sehr weltfremd wirken.

Der Beginn hat mich sehr beeindruckt, die Darstellung des Vaters hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dabei kann ich nicht sagen ob mir der Vater nun eher sympathisch oder unsympathisch ist. Er erscheint stark verwurzelt in den bäuerlichen Gepflogenheiten.

Nach Ankunft in der Stadt ist für mich bewusst geworden das dem Vater sein Stolz arg im Weg steht. Er erscheint mir als ein Mann der seine Gefühle nicht zeigen möchte und auch für sich nicht sehen will, in letzter Konsequenz aber zu ihnen steht. Das merkt man vorallem an der Reaktion nach dem Vorschlag des Onkels.
Dabei hat mich die Wendung des Gesprächs sehr beeindruckt und von dem Vater menschlich überzeugt.

 :winken:

Was ich ganz vergessen hatte zu schreiben:
Schon im ersten Kapitel wird der sonderbare Titel des Buches angeschnitten:
Zitat
Es gibt wohl nichts Brutaleres als diesen jähen Gesichtswechsel einer Stadt. Es genügt, einen Häuserblock zu umrunden, und schon gelangt man vom Tag in die Nacht. (S. 26)
Der Tag, das ist das reiche Viertel, die Nacht die Slums und diese haben eine Schuld bei den Reichen einzufordern.

Die Einarbeitung des Titels hat mich auch sehr beeindruckt, finde ich sehr gelungen und auch bedeutend für das gesamte Buch!
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stefanie_j_h

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Re: 1 – Anfang bis Seite 58 (Teil I; Kapitel 1-3)
« Antwort #16 am: 24. März 2010, 10:17:18 »

Ich habe das auch nicht als echte Freundschaft gesehen. Younes sieht in Ouari vielleicht einen Freund, mit dem er reden kann und Ouari teilt auch fairerweise das verdiente Geld, aber als es dann darauf ankommt, für den anderen einzutreten und sich möglicherweise selbst in Gefahr zu begeben, ist ihm die "Freundschaft" wohl doch nicht so wichtig.

Mir fällt auch eine andere Erklärung fur sein Nichteingreifen ein: Hat ihm nicht Younes die Freundschaft aufgekündigt, als er ihm das Geld zurückgab? So zumindest könnte Ouari die Handlung aufgefasst haben. Vielleicht fühlte er sich von Younes verraten und ließ darum Daho gewähren.

Das könnte natürlich auch eine mögliche Erklärung sein. Finde ich eigentlich sehr plausibel.
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Baerbeline

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Re: 1 – Anfang bis Seite 58 (Teil I; Kapitel 1-3)
« Antwort #17 am: 04. April 2010, 12:19:36 »

Ich bin nun endlich auch dazugekommen, nach den ersten 20 Seiten mehr zu lesen und habe die ersten drei Kapitel beendet. Nach wie vor fasziniert mich das Buch und seine Sprache, auch wenn ich finde, dass es mehr Zeit zum lesen braucht als nur "so nebenbei" (vielleicht tue ich mir daher zur Zeit so schwer damit, das in Ruhe zu lesen)
Ich bin mir sicher, dass Younes Issa trotz seines Unvermögens, dies auszudrücken, viel bedeutet.

Ich bin anfangs sehr erschrocken über diesen stolzen Issa und seine Art, mit seiner Familie umzugehen. Aber man darf wohl die andere Zeit und Kultur nicht vergessen. Wir haben immer die modernen Väter im Kopf, die wir heute haben und auch erwarten. Ich könnte mir vorstellen, Issas Art seine Gefühle für seinen Sohn/seine Familie auszudrücken ist der Versuch, für diese gut und vor allem aus eigener Kraft zu sorgen. (Und dazu gehört auch, Younes´ Geld nicht anzunehmen. Was ich sehr hart fand; er hätte ihn wenigstens irgendwie ermuntern können, weiterhin Vögel zu fangen oder so. Schließlich wird das Geld nicht schlecht, nur weil es rumliegt und Younes hätte sparen können.)

Auffällig ist auch, dass der Bruder nie bei der Familie vorbeischaut, dem Vater keine Arbeit verschafft und auch nie von sich aus Kontakt aufnimmt.

Das wiederum finde ich verständlich. Er hat ja gleich am Anfang Hilfe und Unterstützung angeboten, Issa hat abgelehnt. Der Bruder wird wissen, dass alles weitere nur auf Granit beißt.

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