Anita Shreve Body Surfing (Die Nacht am Strand)
(erschienen 2007, dt. 2009)


Die Autorin
Informationen im deutschsprachigen Internet über Anita Shreve sind rar, aber wer Englisch einigermaßen beherrscht, kann sich ihre umfangreiche
Homepage ansehen, die viele Informationen bietet.
Inhalt
Sidney ist mit 29 Jahren bereits einmal geschieden und verwitwet, als sie als Privatlehrerin der 18-jährigen Julie zur Familie Edwards in ein idyllisches Sommerhaus an der Küste von New Hampshire kommt. Als sie bei einem Familientreffen die beiden älteren Brüder von Julie kennen lernt, verliebt sie sich und lässt dadurch lange unterdrückte Spannungen innerhalb der Familie wieder aufleben.
Von den vielen Büchern, die ich von Anita Shreve schon gelesen habe, ist dies eines der weniger guten. Positiv ist wie immer der einfache, klare Stil ohne viel Kitsch und Schnörkel. Die einzelnen Charaktere sind zwar gut beschrieben, doch es fehlt ein bisschen an Tiefe und die Handlung ist nicht sehr komplex und relativ einfach gestrickt. Es ist aber nicht eine bloße Liebesgeschichte, sondern vor allem die Geschichte einer Frau, die um einen sicheren Platz in einer sozialen Gemeinschaft kämpft. Sidney ist seit ihrer Kindheit sehr einsam und ohne familiären Halt, doch ständig funkt ihr das Schicksal dazwischen und verhindert, dass sie dauerhafte zwischenmenschliche Bindungen findet. Sie ist das typische Beispiel einer Frau, die lieber zurücksteckt und sich aufopfert, um nicht alleine zu sein. Trotz der Enttäuschungen, die sie erlebte, bringt sie wieder Vertrauen auf und wagt es, eine Beziehung mit einem der Söhne einzugehen und dadurch gleich eine ganze Familie zu bekommen. Ob es diesmal gut geht, will ich nicht verraten. Viele lange verborgene Emotionen kommen ans Tageslicht, nicht nur bei Sidney, sondern auch beim Rest der Familie.
Gerade so
