

Das Römische Reich hat im 2. Jhrh. n.Chr. die Sarmaten, ein iranisches Reitervolk, unterworfen. Um der Ausrottung zu entgehen, stellen die Sarmaten 1500 schwere Reiter als Auxiliartruppe der Römischen Armee. Die Sarmatenkavallerie wird unter dem Befehl dreier Fürst-Kommandanten nach Britannien an den Hadrianswall verlegt, um die Grenze vor dem Einfall der Kaledonier zu schützen.
Schon der Beginn des Buches war so köstlich, dass ich gar nicht mehr anders konnte, als die Sarmaten zu mögen: In Gallien sollen die Sarmaten über den Kanal gesetzt werden. Man hat ihnen erklärt, dass auf der anderen Seite eine Insel liegt, auf der sie demnächst Dienst tun werden. Da sie das Land aber nicht sehen können, weigern sie sich, sich verschiffen zu lassen. Schließlich erklärt sich einer der Fürst-Kommandanten bereit, sich übersetzen zu lassen und seine Leute zu überzeugen, dass sie nicht auf dem Ozean ertränkt werden sollen. Als er mit einem Fass Äpfel zurückkommt, dass er in Dover gekauft hat, lassen sie sich endlich mit großem Unbehagen übersetzen.
Gillian Bradshaw beschreibt dann sehr anschaulich und spannend, wie die Sarmaten dort zurecht kommen. Sie treffen auf eine britisch-römische Gesellschaft, die in Bewegung ist: dem Alten noch nicht ganz abgewandt, aber dem Neuen durchaus zugetan. Für die Sarmaten ist es nicht leicht, sich anzupassen und es gelingt auch nicht allen. Die ausgehende Antike wird durch den fortschreitenden Zerfall des Römischen Reiches, zunehmende Einflüsse asiatischer Kulturen und das Erstarken des Christentums geprägt. Das alles vermischt die Autorin zu einem historischen Roman, der gut recherchiert ist und Lust darauf macht, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.
Einziger Minuspunkt ist und bleibt das schreckliche Cover, das nicht neugierig auf das Buch macht, sondern vielmehr abschreckt. Mich leider auch, sonst hätte
Die Reiter der Sarmaten nicht so lange auf meinem SUB verbracht. Vielleicht könnte der Verlag dem Buch eine Neuauflage spendieren?
