Eigentlich kann ich illy in allen Punkten nur zustimmen. Die Dönekes, die Frank Goosen hier erzählt, sind gut, wenn sie einen Lokalbezug haben, sobald sie sich davon entfernen, werden sie schwächer. Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, daß das alles für jemanden, der nicht aus dem Ruhrgebiet kommt (oder als Zugezogener wenigstens schon lange hier lebt), besonders interessant oder lustig oder was auch immer sein könnte. Ich hätte eine solche Freude an etwas ähnlichem aus Berlin, Frankfurt oder München sicher nicht.
Bei vielen Geschichten merkte ich, daß Goosen und ich ziemlich genau der gleiche Jahrgang sind. Vemutlich ist manches für jemanden, der schon nur fünf, geschweige denn zehn Jahre jünger ist, bereits nicht mehr mit persönlicher Nostalgie verbunden, sondern nur noch Erzähltes. Gerade die späten 1960er und frühen 1970er Jahre haben hier eben vieles verändert.
Und natürlich gefällt mir besonders, wie Goosen seinen Lokalpatriotismus auslebt, wenn es um Klischees über (oder gegen?) das Ruhrgebiet geht. Mich nerven die gleichen Sprüche wie ihn, die ich auch immer wieder mal von z. B. von Kollegen aus anderen Ecken Deutschlands höre. Was die passende Antwort darauf angeht, da hat er mir eine prima Vorlage geliefert, die ich mir merken werde:
„Ist es nicht total peinlich, sich immer noch auf dieses überkommene Malochertum zu berufen?“
Gegenfrage: Ist es nicht viel peinlicher, sich selbst immer noch zu Blasmusik auf den Arsch und die Schuhe zu hauen, obwohl man auch seit hundert Jahren keine Kuh mehr auf die Alm getrieben hat?Wenn er von seiner Stammkneipe zu Schülerzeiten erzählt, macht es vielleicht schon mehr Spaß, wenn man weiß, von welcher Kneipe er redet (auch wenn ich nie drin war)
Vielleicht ist das so, aber ich konnte mir ohne Probleme andere Kneipen bei mir um Umkreis stattdessen vorstellen, die waren irgendwie auch nicht anders, inklusive des Wirts und der Gäste

Schönen Gruß
Aldawen