Sir Ernest Shackleton "Mit der Endurance ins ewige Eis - Meine Antarktisexpedition 1914-1917"


Das Buch ist zu großen Teilen aus den Aufzeichnungen des Antarktisforschers Shackleton, zu einem geringen Teil auch aus Aufzeichnungen anderer Expeditionsteilnehmer zusammengesetzt. Es beruht daher auf Ereignissen, die sich tatsächlich zugetragen haben.
Es nimmt nicht zu viel vorweg, wenn ich die Geschehnisse komplett beschreibe, da Reinhold Messner in einem Vorwort sowieso eine kurze Abhandlung dieser schildert.
Handlung:Ernest Shackleton will als erster Mensch den antarktischen Kontinent mit Hundeschlitten überqueren. Dafür hat er sich ein Team zusammengesucht und folgenden Plan erstellt: Er nähert sich dem Kontinent mit einem Schiff von Südamerika aus, setzt auf das Festland über und startet die Überquerung. Das ist die Weddelmeer-Gruppe.
Von der anderen Seite (von Neuseeland aus) nähert sich ein weiteres Team, die Rossmeer-Gruppe, welches die Aufgabe hat, mehrere Depots für die von der anderen Seite ankommenden Hundeschlittenteams anzulegen.
Man kann im voraus sagen, dass beide Unternehmungen scheitern werden.
Die ersten zwei Drittel des Buches beschäftigen sich mit dem Scheitern der Weddelmeer-Gruppe. Diese gerät mit ihrem Schiff in schweres Packeis und jenes wird nach mehreren Monaten zwischen den Eisschollen zerdrückt. Die Männer müssen daher mit ihren Vorräten und den Hunden das Schiff verlassen und leben mehrere Monate auf einer Eisscholle auf der sie etliche Meilen weit v.a. nach Norden treiben.
Unterdessen schwinden die Kräfte, die Vorräte und die Hunde müssen, wenn nicht schon vorher an Krankheit gestorben, erschossen werden. Schließlich entscheiden die Männer, sich mit den drei Beibooten, die sie vor den zermalmenden Eismassen gerettet haben, auf das freie Wasser zu begeben und Festland zu erreichen.
Nach tagelanger Fahrt auf offenem Meer unter härtesten Bedingungen stoßen sie auf eine bisher nie von Menschen betretene Insel und gründen dort ein Lager. Ein paar der Männer begeben sich aber sofort wieder auf das offene Meer, in der Hoffnung, Hilfe holen zu können.
Sie erreichen schließlich auch South Georgia, welches sie aber noch durchqueren müssen, da sie auf der falschen Seite gelandet sind. Nach einem letzten tagelangem Marsch über Gletscher und sehr unwegsames Gelände erreichen sie die Walfangstation und können den auf der Insel zurückgebliebenen Männern Rettung schicken.
Im letzten Drittel des Buches geht es um das Scheitern der Rossmeer-Gruppe auf der anderen Seite des Südpols. Ihnen geht das Schiff im Sturm verloren, da sie sich auf dem Packeis befinden, als die Taue nicht halten. Monatelang quälen sie sich unvorstellbar, um die vereinbarten Depots für die Weddelmeer-Gruppe anzulegen, nur um danach weitere 10 Monate auf ihre Rettung zu warten.
Erzählstil:Die Erlebnisse dieser Expedition sind kaum vorstellbar und sehr spannend zu lesen. Shackleton und auch die anderen beschreiben sehr eindringlich die Strapazen dieser Zeit. Ob Erfrierungen, der oft nagende Hunger, durchnässte Schlafsäcke und Kleidung, Skorbut, Schneeblindheit...das sind nur einige der Hindernisse, die diese Männer erdulden mussten. Ich fand es erstaunlich, wie emotional und erzählend Shackleton zeitweise schrieb.
Ich hatte zuerst befürchtet, das Buch könne zu sachlich geschrieben sein, aber diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt. Es werden zwar einige Fachbegriffe verwendet, doch die sind dann auch immer gut erklärt.
Auf den letzten Seiten befinden sich außerdem noch zwei Karten, auf denen man die Wanderung der Männer nachverfolgen kann.
Fazit: Ein empfehlenswertes Buch für Abenteurer, Südpolfans, Survival-Liebhaber und alle, die es noch werden wollen.

LG
Trevor