Huhu

Ich habe das Buch heute Morgen beendet und kann mich den positiven Stimmen nur anschließen. (Und kaum zu glauben, dass so ein tolles Buch bei mir seit 2009 auf dem SUB lag

)
Die Idee, nur einen bestimmten Tag im Leben von zwei Menschen zu beschreiben und das über mehrere Jahre, fand ich sehr originell und wirklich toll umgesetzt. Anfangs war es zwar etwas gewöhnungsbedürftig immer nur eher "wenig", bzw. "bruchstückhaft" etwas über die Personen zu erfahren und was in der Zeit passiert ist, aber mit steigender Seitenzahl hat mir das ausgesprochen gut gefallen

Den Anfang, also die ersten Jahre, fand ich gut und spannend zu lesen, aber irgendwie hatte es sich dann für mich angefangen zu ziehen. Mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass ich zwischendurch nicht in Lesestimmung war und meine Ausgabe von "One Day" so ein großformatiges, englisches Taschenbuch ist, was ich nicht so gerne lese und es mir dann dadurch schwer fiel, mehrere Seiten auf einmal zu lesen.
Allerdings ab, ca. Seite 155 hat sich das dann ziemlich geändert. Fast die restlichen 300 Seiten habe ich gestern, bzw. nachts im Bett bis halb 3 Uhr gelesen und heute Morgen die letzten 30 Seiten! Und das, wo ich das Buch nicht mal so furchtbar spannend fand (wie z. B. in einem Thriller), aber ich wollte trotzdem unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht und vor allem, ob sie sich "kriegen" oder nicht.
Emma mochte ich von der ersten Seite an und beim Lesen sind mir doch ein paar Parallelen zu mir selbst aufgefallen, Dexter war mir zwar nicht unbedingt so furchtbar sympathisch, aber nett fand ich ihn trotzdem. Naja, das hat sich dann aber im Laufe des Buches geändert, je mehr er mit Medien und Fernsehen zu tun hatte, desto unsympathischer wurde er mir.

Leider, auch wenn ich trotzdem seine Reaktionen, etc. nachvollziehen konnte.
Nun muss ich zum Ende aber noch etwas loswerden:
Der Unfall hat mich absolut unerwartet getroffen und geschockt. Ich hatte damit gerechnet, dass Emma vielleicht keine Babys bekommen kann oder dass sonst etwas Unangenehmes passiert, aber damit, dass sie mit 38 Jahren stirbt.

Nein! Niemals.
Diese grausame Wende verleiht dem Buch aber auch wieder etwas Ehrliches, Glaubhaftes. Mir hat dann gefallen, dass es nicht sofort zu Ende war, sondern dass wir miterleben dürfen, wie Dexter die nächsten drei Jahre damit umgeht, wie er versucht, das Drama zu bewältigen.
Irgendwie hatte ich mit sowas schon gerechnet, nachdem sie sich ja STÄNDIG nicht gekriegt haben :( Aber ich dachte eher, dass Dexter etwas passiert oder evtl. Emma noch schwanger wird und bei der Geburt stirbt oder sowas. Aber dann sowas. Nee, damit hatte ich gar nicht gerechnet. (Und war total aufgelöst, sodass ich da unbedingt ein Päuschen machen musste

)
Aber ich fand es super, dass es danach erst noch zurück in die Vergangenheit ging, das kam mir am Anfang nämlich etwas zu kurz, ihr Kennenlernen, etc.
Und stimmt, wenn das Buch mit Emmas Tod geendet hätte, wäre ich wohl nicht so "zufrieden" damit gewesen, wie jetzt. (Wobei, zufrieden ist in dem Zusammenhang eher blöd, ich hätte ihnen eine gemeinsame Zukunft so gegönnt :( )
Aber was ich noch toll fand, war, dass sich Dexter und seine Exfrau, mit der er das Kind hat, sich wieder verstehen. Als Dexter von der Trennung erzählt hatte und den wenigen Kontakt, den er noch mit seiner kleinen Tochter hatte und ihr deswegen haufenweise Geschenke machte, fand ich einfach nur furchtbar und traurig zu lesen :(
Ich fand das Ende also sehr gelungen und werde mir demnächst "Starter for Ten" vom selben Autor vorknöpfen. Den Film dazu kenne ich ja schon (mit James McAvoy
).
Oh, davon gibt es einen Film? Wusste ich gar nicht

Dann bin ich mal gespannt, wie dir das Buch gefallen wird, irgendwie reizen mich die anderen Bücher von Nicholls nämlich so gar nicht, dabei würde ich gerne noch etwas von ihm lesen. Hm.
Von mir gibt es insgesamt auch

(Mit Tendenz zu mehr, da ich mir vorstellen könnte, dass mir das Buch mit ein paar Jahren mehr auf dem Buckel noch besser gefallen könnte)