Inhalt:Als Nick es nicht mehr aushält, haut er von zu Hause ab. Er hätte mit allem gerechnet, nur nicht mit Peter. Peter mit den roten Haaren und den Elfenohren. Peter, der ihn vor Markos Leuten rettet. Peter, der ihn mitnimmt in ein verzaubertes Land voller Magie.
Was auf den ersten Blick wie ein magisches Abenteuer klingt, wird für Nick bald zum Albtraum. Peter führt ihn zu den Teufeln, Peters wilde Gruppe, die aus allen Zeitaltern zusammengewürfelt ist.
Doch ist Peters Bande nicht zum Spielen und Toben nach Avalon gekommen, sondern um das Land vor dem Tode zu retten...
Meine Meinung:Mit der ersten Hälfte von Broms "Der Kinderdieb" hatte ich etwas zu kämpfen. Zwar gefiel mir Broms Albtraumwelt und die eingewobenen Stücke knallharter Realität, dennoch fehlte mir irgendetwas. Es hatte mich einfach noch nicht gepackt und das Ganze erschien mir mehr wie ein etwas dunkler Disneyfilm.
Doch kurz bevor mir die Beschreibungen des Lebens im Teufelsbaum zu öde wurden, riss Brom das Steuer herum und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen!
Ab der Hälfte geht das Buch erst richtig los. Alles andere schien für mich eher wie ein langsamer Aufstieg zu einer grossen Explosion.
War man zuvor noch damit beschäftigt, Nicks Nörgelein zuzuhören und magischen Wesen nachzusehen, steht man plötzlich mitten im Kampfgeschehen und links und rechts fliegen die Körperteile und spritzt das Blut.
Hätte ich während der ersten Hälfte dem Buch noch drei Punkte gegeben und es auch ruhigen Blutes jüngeren Lesern empfohlen, erfuhr ich bald darauf, weshalb sich die Rezensenten einig darin sind, dass das Buch bloss etwas für Ältere ist. Wer es also nicht erträgt, wenn es in einem Buch blutig zu und her geht, der sollte Brom nicht lesen.
Broms Neuerzählung von Peter Pan erinnert nur in groben Zügen an den berühmten Disneyfilm und ist mit vielen neuen würzigen Ideen versehen. Die Welt des neuen Peters ist dunkel und gefährlich und durch die Fleischfresser bedroht, die die Insel zerstören wollen.
Mit dem Kampf gegen die Fleischfresser bringt Brom ein weiteres Element ins Buch, das mir sehr zugesagt hat. Denn der Autor beginnt die Anfangs noch klaren Abgrenzungen zwischen Gut und Böse zu verwischen. Wir erfahren, wie die Fleischfresser zu den Fleischfessern wurden und dass der ganze Krieg nur auf einem bösen Missverständnis beruht. Dabei wurde mir der Kapitän, anfnags noch eine Schreckensgestalt, mit jeder Seite sympathischer bis er mir richtig ans Herz wuchs.
Überhaupt zeichnet Brom die Figuren überaus real. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen, sogar mit dem fiesen Leroy bekommt man irgendwann Mitleid. Vor allem die Figur Peters ist äusserst widersprüchlich, man kriegt ihn nie wirklich zu fassen. Dies macht den schlitzohrigen Jungen zu einem durchaus interessanten Charakter, den man erst richtig kennen lernen muss. Ebenso die berühmt berüchtigte Dame, die eine wichtige Rolle im Buch spielt.
Sprachlich bedient sich Brom einer jungen und modernen Sprache, die oftmals mit Grossbuchstaben und Schrägen aufwartet. Diese wurden mir aber oft zu fiel, man wäre auch mit weniger gut bedient gewesen. Passend zu diesem Schreibstil wird auch oft geflucht und Verwünschungen ausgesprochen. Mir ist jedoch aufgefallen, dass alle Kinder eine ähnliche Sprache sprechen, obwohl sie aus verschiedenen Epochen stammen. Also haben sich die Kinder einander angepasst oder Brom hat das Detail, dass jemand aus der Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges ein anderes Englisch benutzt als ein Kind aus dem 21. Jahrhundert, nicht beachtet. Dies jedoch nur ein kleines Manko.
Fazit:Ein Buch, das gewiss seine Längen hat, vor allem zu Beginn, das dann jedoch richtig aufdreht und von einem blutrünstigen Kampf in den anderen taumelt. Doch mit Broms ausgeklügelten Charakteren und seiner fantastischen Welt schafft es das Buch zu überzeugen.
Empfehlenswert für Leser des Horrorgenres und jene, die Action und Blut mögen. Für junge Leser aufgrund der dargestellten Gewalt ungeeignet.
Nachdem ich die erste Hälfte des Buches eher zäh fand, war ich vom letzten Teil wirklich begeistert und oftmals blieb mir die Luft weg. Von da an konnte ich das Buch unmöglich mehr aus der Hand legen!



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