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Autor Thema: Ist die Leseliebe wirklich erblich?  (Gelesen 3743 mal)

Manjula

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« am: 22. Mai 2005, 21:27:27 »

Hallo zusammen,

man liest ja immer, dass Kinder von Lesern selbst gerne lesen. Nun sind ja wissenschaftliche Untersuchungen das eine und die Realität das andere. Und was würde sich besser für einen Praxistest eignen als dieses Forum? Deshalb meine Frage an die Eltern:

Sind Eure Kinder auch leidenschaftliche Leser? Kam das von selbst oder habt Ihr sie dazu ermutigt? Und welche Genres lesen sie?

Ich bin schon gespannt auf Eure Antworten  :sonne:

LG
Manjula
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Grisel

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #1 am: 22. Mai 2005, 21:52:35 »

Hi!

Ich kann das aus der anderen Richtung, als "Kind" meiner Eltern beantworten. Mein Vater in der Nähe eines Flohmarktes ist gefährlich, weil er nie ohne einen Stapel Bücher heimkommt. Meine Mutter ist besonders gefährdet in der Nähe von englischen Büchern. In der elterlichen Wohnung liegen und stehen weit mehr Bücher, als Platz hätten.
Ich denke, das könnte etwas damit zu tun haben, daß auch meine Schwester und ich Bücher lieben, lesen und horten ...
Bei mir hat sich nicht nur generell die Liebe zu Büchern und Lesen vererbt, sondern offenbar von meiner Mutter auch die für englischsprachige.
Und es geht weiter, in der nächsten Generation, denn auch meine kleine Nichte liebt Bücher, auch wenn sie sie sich jetzt noch lieber vorlesen läßt.

Bye,

Grisel
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valkyrja

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #2 am: 22. Mai 2005, 23:26:49 »

erblich? öhm... was ist schon erblich. also auf dieses wörtchen bezogen, würde ich sagen, sowas läßt sich nicht vererben.
wenn wir aber eher die modifikation im zusammenleben der menschen beachten, dann ist das mit sicherheit übertragbar. aber trotzdem gibt es leider immer wieder viel zu viele ausnahmen ;)
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Zur Zeit lese ich:
"?" von ?

Capesider

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #3 am: 22. Mai 2005, 23:38:33 »

Also, erblich im Sinne von vererbt und angeboren ist das Lesen sicherlich nicht. Aber man kann ja in der letzten Zeit auch wieder überall lesen, dass Eltern auf das Lesverhalten ihrer Kinder Einfluss nehmen können. Wenn die Eltern den Kindern von klein auf vermitteln, dass Lesen eine schöne, positive Eigenschaft ist und wenn die Eltern selber viel lesen und die Kinder mit vielen Büchern um sich herum aufwachsen, dann werden diese Kinder höchstwahrscheinlich auch zu Buchliebhabern.
Bei Kindern, deren Eltern dagegen selber nicht lesen und ihren Kinder nauch nicht vorlesen oder sie in anderer Weise mit Büchern vertraut machen, gestaltet sich das ganze schwieriger.
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Arwen

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #4 am: 23. Mai 2005, 00:24:16 »

Ich schließe mich Capesider voll und ganz an  :anbet:

"Vererben" im Sinne der Genetik sicherlich nicht.
Ich denke dabei eher an "Nachahmung" der Interessen und des Verhaltens der Eltern.
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Saltanah

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #5 am: 23. Mai 2005, 03:14:22 »

Um aus eigener Erfahrung zu sprechen: meine "lesenden" Eltern haben 4 Kinder, 2 Häufig-LeserInnen, eine Manchmal-Leserin und einen Niemals-Leser (Ausnahme berufsbezogene Literatur). Der Niemals-Leser hat 2 Kinder, von denen zumindest 1 eine Leseratte zu werden scheint, bei dem anderen wage ich keine Voraussage. Der Sohn der Manchmal-Leserin ist eher lesefaul, was sich aber auch noch ändern kann. Die Ständig-Leser sind kinderlos. Für Nachwuchs war zwischen der Lektüre einfach keine Zeit!. :breitgrins:

Saltanah
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Alexa

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #6 am: 23. Mai 2005, 07:53:58 »

Ich schließe mich capesider an. :knuddel:

Ergänzend kann ich noch sagen, daß meine Eltern gar nicht lesen, ich aber trotzdem zur Leseratte wurde. Meine Schwester dagegen faßt Bücher nur an, wenn es sich nicht vermeiden läßt (Schule, Ausbildung und danach gar nicht mehr  :sauer: ).

Unsere Tochter liebt ihre Bilderbücher sehr, sie sind Lieblingsspielzeug Nr. 1  :smile: .
Wir als Eltern kaufen aber auch gerne Bücher, beschäftigen uns damit, was sie "lesen" soll und lesen auch wirklich gerne vor. Somit ist es für uns auch einfacher, ihr die Liebe zum Buch zu vermitteln als für Nichtleseeltern.  :rollen:

Mir ist allerdings durchaus bewußt, daß sich das alles noch ändern kann, sie ist ja erst zwei Jahre alt...und vielleicht will sie irgendwann einmal von Büchern gar nichts  mehr wissen  :entsetzt: .

Es ist für Kinder auch viel einfacher, wenn sie das Hobby der Eltern teilen: die Eltern machen so wesentlich schneller Geld locker. Ich hätte von meinem Papa liebend gerne Geld für Tennisschläger und so einen Kram bekommen, für Bücher hat er es schon verständnisloser rausgerückt, auch wenn er natürlich wußte, daß "Lesen gut ist".  :rollen:
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:leser:

Lew Tolstoi - Anna Karenina
Nele Neuhaus - Unter Haien

Manjula

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #7 am: 23. Mai 2005, 07:59:50 »

Hallo zusammen,

aufschlussreich, Eure Antworten. So ganz eindeutig scheint das mit dem Einfluss der Eltern nicht zu sein...

Übrigens, nicht dass mich jemand hier für eine komplette Bioniete hält: das Wort "erblich" hatte ich natürlich nicht im Wortsinn verwendet  :breitgrins:

LG
Manjula
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creative

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #8 am: 23. Mai 2005, 08:01:57 »

Ich denke auch, dass man "erblich" im genetischen Sinn nicht sagen kann. Es ist wohl eher die Vorbildwirkung, aber auch diese mit Ausnahmefällen.

Ich habe drei Kinder im Alter von 11, 9 und 7 Jahren. Sowohl mein Mann als auch lesen sehr, sehr viel, unser Haus ist voll von Büchern. Von klein auf wurden den Kindern viel vorgelesen, und der wöchentliche Besuch in der örtlichen Bücherei ist obligatorisch.

Von unseren Kindern liest der Ältere durchschnittlich viel. WEnn er allerdings ein Buch hat, das ihm gefällt, so ist das in kürzester Zeit ausgelesen, da lässt er sogar TV & Playstation links liegen. Ansonsten bevorzugt er (leider) diese beiden Geräte. - Es ist also eine Frage des Lesestoffs und der Motivation.

Der Mittlere hat lange Zeit so gut wie gar nicht gelesen, was uns Eltern sehr geschmerzt hat. Seit es aber Harry Potter gibt, ist auch er zur Leseratte geworden, und liest auch andere Bücher. Bei ihm war J.K. Rowling sozusagen der Auslöser, und ich bin ihr lebenslang dankbar dafür.

Und die Kleine 7-jährige ist eine richtige Leseratte. Angefangen damit, dass sie sich schon selber vor Schuleintritt das Lesen beigebracht hat, wälzt sie nun, obwohl erst in der 1. KLasse, schon ganz ordentliche Schmöker mit Begeisterung.

aber, so sind die Kinder verschieden, und mein Beispiel sagt auch so ziemlich alles über Genetik und Vorbildwirkung aus.
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creative

Charlotte

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #9 am: 23. Mai 2005, 10:31:23 »

Hallo zusammen,

also wenn ich unseren Lese-Stammbaum so betrachte, sieht es folgendermaßen aus:

Mein Großvater hat sehr gern gelesen. Von seinen vier Kinder wurden zwei (meine Mutter und mein Onkel) Vielleser, die anderen beiden Gelegenheitsleser.
Ich habe das Viellesen auch wieder von meiner Mutter "geerbt" (oder eher abgeguckt), mein Bruder allerdings nicht. Erst als Erwachsener begann er hin und wieder ein Buch zu lesen.
Meine Kinder wiederrum (zwei Jungen) lesen überhaupt nicht. Zumindest nicht freiwillig (also nur Schullektüre oder Sach- und Fachbücher). Obwohl ich ihnen sehr viel vorgelesen habe und somit dachte, ich würde sie damit langsam an Bücher heranführen. Als sie etwas älter waren (so zwischen 6 und 9) habe ich auch schon mal einige Tricks ausprobiert, um sie zum Lesen zu animieren. U. a. Bücher nur halb vorgelesen, weil ich dachte, sie wären dann so neugierig, wie die Geschichte weitergeht, daß sie das Buch von selbst in die Hand nehmen.
Leider hat das alles nicht genutzt und nun hab ich mich einfach damit abgefunden und hoffe, daß sie irgendwann später mal den Spaß am Lesen entdecken werden.


Der einzige Sohn  meines Onkelsl liest auch nicht sehr gern, worüber mein Onkel auch etwas enttäuscht ist.
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»Ein Buch ist wie eine Hand, die ins Dunkle ausgestreckt wird - in der Hoffnung, daß ihr eine andere Hand begegnet.«

Harriet Beecher-Stowe

Kiala

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #10 am: 23. Mai 2005, 10:43:10 »

Zitat von: creative
Ich denke auch, dass man "erblich" im genetischen Sinn nicht sagen kann. Es ist wohl eher die Vorbildwirkung, aber auch diese mit Ausnahmefällen.

Aber, so sind die Kinder verschieden, und mein Beispiel sagt auch so ziemlich alles über Genetik und Vorbildwirkung aus.


Da kann ich nur zustimmen!
Meine Großeltern halten/hielten lesen für eine absolute Zeitverschwendung für weltfremde Holzköpfe (das haben sie zwar nie so gesagt, aber mann kann ja zwischen den Zeilen lesen), trotzdem lesen meine Eltern beide sehr gerne.
Ich bin eine Leseratte :winken: , während mein Bruder ein Buch nur im Notfall anfasst. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glatt bezweifeln, dass er überhaupt lesen kann!
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Mira

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #11 am: 23. Mai 2005, 10:46:03 »

Ich kann auch nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen:

Mein Vater liest so gut wie nie (außer Zeitung und mal eine Zeitschrift), meine Mutter dagegen (wenn sie Zeit hat) sehr gerne. Unser Haus ist allerdings nicht mit Büchern vollgestopft, da meine Mutter so gut wie alles aus der Bücherei ausleiht. Als Kind hatten wir aber schon einige Bilderbücher und uns wurde auch jeden Abend vorgelesen (meistens vom Vater!). Und unsere Mutter ging regelmäßig mit uns in die Bücherei (und wenn wir mal nicht wollten, brachte sie uns auch mal Bücher einfach mit).

Meine Schwester liest nicht besonders gern. Hin und wieder mal ein Buch, dann aber meistens Sachbücher oder so. Mein Bruder liest so gut wie gar nicht. Die ein zwei Bücher, die er mal in der Schule gelesen hat, und dann hat er ein, zwei mal ein Buch angefangen, das war es dann aber auch.

Die einzige die eine richtige Leseratte geworden ist, bin ich. Woran das jetzt liegt, weiß ich allerdings nicht. Allerdings bin ich von uns Kindern, diejenige, die am meisten nach der Mutter kommt (vom Aussehen und Verhalten).
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In an age when growing numbers of people tend to think dangerously alike, art's capacity to suspend, even for a moment, our habitual ways of seeing may well prove to be of its greatest value.

Convallaria

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #12 am: 23. Mai 2005, 14:04:25 »

Hallihallo,

ich könnte mir eigentlich schon vorstellen, dass die Liebe zu Büchern oder eine Art Hang zur Literatur (auch aktiv) vererbt werden kann, ebenso wie musikalische Begabung oder künstlerisches Talent/Kunstverstand etc.

Das kann von Generation zu Generation sein, aber natürlich auch einzelne Familienmitglieder komplett überspringen, wie bei Haarfarben, Fehlsichtigkeit usw. auch.

Manchmal kann es auch zu spontanen Mutationen kommen, so wie bei mir  :smile:.
Bei meinen Eltern lautete das Motto "der Trend geht zum Zweitbuch", und meistens gab es höchstens Romanheftchen bei meiner Mom.

Ich dagegen bin eine Leseratte, seit ich 5 Jahre bin und mir mein Hobby selbst beigebracht habe.

Meine Tochter (fast 6) wird es mir wohl mal gleichtun. Sie besitzt selbst schon fast 50 Bücher, von den hunderten ausgeliehenen aus der Bücherei mal ganz abgesehen.
Ich habe das Vorlesen konsequent durchgezogen, seit sie anderthalb oder so war, und ich war erfolgreich  :zwinker:. Mich freut es total, dass sie an Erzählungen genauso viel Spaß hat wie ich.

Bei meinem Sohnemann (gerade 4) bin ich noch nicht ganz sicher. Er ist allerdings in der Entwicklung etwas verzögert, von daher versteht er Handlungen von Büchern oft noch nicht so gut und verkliert schnell die Geduld.
Auf dem Klo "liest" er aber gerne; meist Bücher, die Autos abbilden  :zwinker:. Abends ist bei meinen Kids immer große Lesesitzung...

Bekannte von mir (eher "Gelegenheitsleser" haben zwei Mädels: eine Buchverschlingerin und eine, die Literatur nicht mit der Zange anpacken würde). Von unterschiedlicher Erziehung kann wohl keine Rede sein, das muß an Veranlagung und unterschiedlichen Interessen liegen.


Versuchen muss man es auf jeden Fall, die Kinder an Literatur heranzuführen. Wenn sie partout nichts damit anfangen können, werden sie es schon kundtun.
Und wenn sie mit 13 nur Liebesroman-Heftchen oder Gaslicht-Romane lesen, muss man sich auch keine Sorgen machen: Auch ich z.B. habe diese Phase halbwegs unbeschadet überstanden  :breitgrins:..


Liebe Grüße
Convallaria
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Rio

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #13 am: 23. Mai 2005, 17:32:24 »

Meine Mama kenne ich nur mit einem Buch in der Hand  :breitgrins: Selbst wenn ich zu Besuch komme, unterhält sie sich nur kurz mit mir, weil sie wieder irgendein supertolles, spannendes Buch hat, das sie unbedingt zu Ende lesen muß.  :rollen:

Mein Vater liest die Tageszeitung, einige Fachzeitschriften (über Eisenbahnen oder Computern für DAUs - mit letzterem treibt er meinen Freund (Beruf: Programmierer) alle zwei Wochen in den Wahnsinn, weil er alles ausprobieren muß, es dann nicht so klappt wie beschrieben und er dann wild herumprobiert, bis gar nichts mehr geht  :rollen:) und Fachbücher über Eisenbahnen oder den Jakobsweg (fragt nicht!).

Meine Schwester liest ebenfalls viel und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Über mich muß ich ja wohl nichts mehr sagen. :breitgrins: Mein SUB ist vierstellig, das sagt alles.

Meine Großmutter mütterlicherseits las nur "Frauenzeitschriften", kannte sich in sämtlichen Königshäusern dieser Welt bestens aus und machte die weltbesten Suppennudeln - lediglich die Suppe war nicht mein Ding. Den dazugehörigen Opa habe ich nie kennengelernt.

Mamas Schwester liest ebenfalls, aber nicht so exzessiv. Ihre Tochter, meine Cousine, ist blond und erfüllt so ziemlich jedes Blondinenklischee. Ob sie überhaupt lesen kann, ist nicht bekannt.  :zwinker:

Meine Oma väterlicherseits konnte aufgrund einer Kriegsverletzung (Hornhautablösung nach Detonation einer Fliegerbombe in unmittelbarer Nähe) nur mühsam lesen, bevorzugt oben erwähnte "Klatschblätter". Der prallgefüllte Bücherschrank stammte vom dazugehörigen Opa, den ich ebenfalls nie kennengelernt habe. Opas Schwestern waren jedoch allesamt als Leseratten verschrien, allen voran meine Namenspatronin Großtante Maria.

Aufgrund dieses genetisch interessanten Gemischs kann ich jetzt nicht eindeutig sagen, ob Schwesterchen und ich nun eine erbliche Veranlagung zu bedrucktem Papier haben oder ob es sich hier um frühkindliche, ja fast schon embrionale Prägung handelt.

Rio
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Jo March

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Ist die Leseliebe wirklich erblich?
« Antwort #14 am: 23. Mai 2005, 18:44:40 »

Erblich würd ich es auch nicht nennen, aber auf jeden Fall hab ich es irgendwie von Mutter - die Frau liest in einem rasenden Tempo (für ein DICKES Buch braucht sie höchstens zwei Tage....). So schnell bin ich zwar nicht, aber ich lese sehr gerne, seit ich es kann....
Meine Schwester is ganz genauso, was recht praktisch ist, da sich so unsere Büchersammlungen ergänzen.
Allerdings liest keiner meiner Brüder gern....
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