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Autor Thema: Ralf Günther - Der Gartenkünstler  (Gelesen 752 mal)

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Ralf Günther - Der Gartenkünstler
« am: 02. März 2010, 08:26:27 »

Und mal wieder ein Buch von Vorablesen - diesmal was historisches:



Klappentext:
Im Jahr 1826 steht der geniale Gartenarchitekt Hermann Fürst Pückler finanziell am Abgrund. Gemeinsam mit seiner geliebten Frau Lucie beschließt er, sich scheiden zu lassen und nach England zu reisen. Dort, im Land des wohlhabenden Adels, will er eine neue Gattin mit üppiger Mitgift suchen. Doch das Unternehmen steht unter keinem guten Stern. Die erste Dame, die dem Fürsten Hoffnungen macht, wird bei einem Pferderennen ermordet, die zweite, eine Theaterbekanntschaft, stirbt ebenfalls einen gewaltsamen Tod. Ist jede Frau, die sich mit Fürst Pückler einlässt, in Lebensgefahr?

Meine Meinung:
Mal wieder ein Buch von Ralf Günther und wieder eines, an dem ich mich versuche. Ralf Günther ist für mich ein Schriftsteller, der viele Facetten hat. Entweder liebe ich seine Bücher von der ersten Seite an (so zum Beispiel "Der Dieb von Dresden") oder ich komm überhaupt nicht klar und leg es gleich wieder aus der Hand "Zum Beispiel "Die Pestburg". Ein Zwischending gab es bisher noch nicht.

Nun also ein historischer Roman über Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau, einen Schriftsteller und Weltreisenden und bekanntes Mitglied der gehobenen Gesellschaft.

Von Fürst Pückler kannte ich bisher nur das bekannte Eis (das gar nichts mit ihm zu tun hat) und vom hörensagen her den Park. Also war ich sehr gespannt, was mich erwartet.

Das Buch erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte von Fürst Pückler. Einen kleinen, aber interessanten Teil und man sieht, wozu im Jahr 1826 die Leute schon fähig waren, wenn es um den Erhalt eines Lebenstraumes geht. Für diesen Lebenstraum lies er sich 1826 von seiner Frau Lucie, mit der er dennoch weiterhin freundschaftlich verbunden blieb, scheiden und suchte in England eine reicht Frau, die er heiraten kann. Natürlich geht dort alles schief - man weiß von seinen Plänen und versteckt zuerst die Frauen vor ihm .

Sprachlich sehr überzeugend, witzig, charmant und mit detaillierten Beschreibungen des englischen Lebens und der englischen Gepflogenheiten gespickt, macht es sehr viel Spaß, dieses Buch zu Lesen.

Hier hat es mir besonders gut gefallen, dass das Buch eine Art Briefroman war. Denn die Geschichte wird zu einem großen Teil in Briefen erzählt, die Fürst Pückler an seine nunmehr Ex-Frau Lucie, liebevoll "Schnucke" genannt, schreibt. Ein kleiner Teil erzählt von Lucie, die zu Hause gelieben ist, sich um das Anwesen kümmert und sich mit Valentin, dem Pfarrerssohn tröstet.

Durch die Briefform wird das ganze in Kapitel eingeteilt und lässt sich daher gut lesen.

Ob und wie historisch genau das alles ist - wer weiß es schon. Die historischen Persönlichkeiten, die Ralf Günther in das Buch mit einfließen lässt - wir erleben unter anderem einen (Sherlock) Holmes als Diener, wir treffen Charles Dickens und Baron Rothschild.

Ein riesengroßer Pluspunkt ist für mich hier die Aufmachung des Buches - besonders die beiden Bilder auf den Innenseiten haben es mir angetan und mich immer wieder dazu verleitet, zurückzugehen und die Bilder zu betrachte.

Es ist eine gekonnte Mischung zwischen historischen Roman und Krimi und es ist durchaus überlegenswert, weitere Ausgaben dieses Buches zu verschenken.

Meine Wertung:  3ratten  :marypipeshalbeprivatmaus:
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mondy

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Antw:Ralf Günther - Der Gartenkünstler
« Antwort #1 am: 02. März 2010, 18:04:58 »

Auch ich habe ein Vorablesen-Exemplar ergattert und das Buch heute beendet. Hier ein kleiner Einblick meinerseits:

Inhalt
Fürst Pücklers Englandreise mit dem Ziel, eine reiche Braut zum Decken seiner Schulden zu finden, ist mehr oder weniger eine bekannte Tatsache. Doch der Fürst erlebte noch so einiges mehr auf dieser Reise: alle Damen, denen er sich auf irgend eine Weise nähert, versterben kurz darauf auf meist grausame Weise. Natürlich gerät Fürst Pückler sehr schnell in den Verdacht, der Mörder zu sein, und die Häuser junger Damen bleiben ihm bald verschlossen. Doch wie soll er so erfolgreich an eine reiche Erbin geraten?

Erster Satz
Seine Umgangsformen sind untadelig.

Meine Meinung
Ralf Günther war mir bis zu diesem Zeitpunkt kein Begriff und zu seinen Büchern werde ich in nächster Zeit wohl auch nicht greifen, denn so richtig überzeugen konnte mich das Buch leider nicht.

Zunächst: Die Aufmachung des Buches finde ich sehr schön, das Coverbild und der Bucheinband sprechen einen an. Und auch die Briefform, in der ein Großteil des Buches verfasst ist, gefällt mir sehr gut. Als Leser erlebt man die Handlung über Briefe von Fürst Pückler an seine geschiedene Exfrau Lucie (Schnucke) mit. In einer Nebenhandlung wird außerdem das Leben von Lucie selbst beschrieben.

An sich alles positiv, auch liest sich das Buch gut an. Pückler gelangt auf die Insel und erlebt gleich einen Mord an einer Hure mit. Außerdem bemerkt er gewisse Abneigungen des englischen Adels gegen seine Person, denn anscheinend wissen diese bereits von seinen Absichten. Auch treten allerlei interessante Personen auf: ein geheimnisvoller Diener namens Holmes mit ungewöhnlicher Kombinationsgabe; eine Kapuzenfrau, die sich bedeckt hält; ein Hurenmörder, der seine Opfer höchst unschön um die Ecke bringt.

Alles in allem eine schöne Sache, aber irgendwann schlich sich bei mir die Langeweile ein. Pücklers ständiges Bemühen, an reiche Damen heranzukommen, und seine meist sofortigen Erfolge (er scheint echt super auszusehen, denn jede Frau verzehrt sich nach ihm) fand ich nicht so wahnsinnig spannend. Auch die Parallelgeschichte hat mich nicht überzeugt. Lucie, einsam daheim geblieben, zwingt einen Pfarrerssohn (Valentin), bei ihr zu bleiben und macht ihn schließlich zu ihrem Gespielen. Inwiefern diese Nebenhandlung notwendig war, weiß ich nicht ... ich fand weder Lucie noch Valentin sympathisch.
Die Kriminalgeschichte bringt etwas Spannung ins Spiel, allerdings auch nicht lange. Denn schnell ist klar, dass einfach alle Frauen sterben, mit denen Pückler sich einlässt. Wo bleibt da die Überraschung?
Erst zum Schluss hin konnte mich das Buch noch fesseln, aber was da passiert, wird hier natürlich nicht verraten. Aber es tritt noch ein Frauenzimmer auf, das es in sich hat, und die Morde werden natürlich auch aufgeklärt.       

Letztendlich also eine Lektüre, die sich für mich nicht wirklich gelohnt hat außer in einer Hinsicht: ich habe Fürst Pückler für mich entdeckt. Er scheint eine wirklich schillernde Persönlichkeit gewesen zu sein und er hat mein Interesse geweckt.
Sehr unterhaltsam ist auch die Personenauswahl des Buches. Es tauchen allerlei (historisch und literarisch) interessante Personen auf, was dem ganzen noch ein wenig Schwung verleit.

Trotzdem kann ich leider nur 2ratten + :marypipeshalbeprivatmaus: geben, da ich mich nicht wirklich mit dem Buch anfreunden konnte. Schade, denn das Thema finde ich eigentlich ganz interessant.   
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Antw:Ralf Günther - Der Gartenkünstler
« Antwort #2 am: 02. März 2010, 18:06:38 »

Das klingt für mich nach einem Buch das ich wenn überhaupt dann nur aus der Bibliothek ausleihen würde. Interessieren würde es mich durchaus aber einen Kauf hatte ich so oder so nicht in Erwägung gezogen.
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Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

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Antw:Ralf Günther - Der Gartenkünstler
« Antwort #3 am: 09. März 2010, 18:32:01 »

Falls das möglich ist, möchte ich meinen Kommentar zu diesem Buch als Hinweis auf einen Artikel auf meiner Website abgeben:
http://www.kulturpixel.de/artikel/167_Gartenkuenstler_Fuerst_Pueckler_Roman_Ralf_Guenther_Berlin_2010
Ich kann es aber auch kurz machen: Das Buch taugt nichts. Die Fakten dafür sind oberflächlich recherchiert, grundlegende Aussagen sind falsch, Details sind fehlerhaft wiedergegeben, die Handlung ist banal, der Stil läßt viel zu wünschen übrig. Ich denke, man kann nicht ALLES mit künstlerischer Freiheit oder damit entschuldigen, daß es sich dabei ja "nur" um einen (historischen) Roman handelt. Würde ein Handwerker solche Arbeit leisten, würde sein Auftraggeber ihn verklagen.
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