Und mal wieder ein Buch von Vorablesen - diesmal was historisches:

Klappentext: Im Jahr 1826 steht der geniale Gartenarchitekt Hermann Fürst Pückler finanziell am Abgrund. Gemeinsam mit seiner geliebten Frau Lucie beschließt er, sich scheiden zu lassen und nach England zu reisen. Dort, im Land des wohlhabenden Adels, will er eine neue Gattin mit üppiger Mitgift suchen. Doch das Unternehmen steht unter keinem guten Stern. Die erste Dame, die dem Fürsten Hoffnungen macht, wird bei einem Pferderennen ermordet, die zweite, eine Theaterbekanntschaft, stirbt ebenfalls einen gewaltsamen Tod. Ist jede Frau, die sich mit Fürst Pückler einlässt, in Lebensgefahr?
Meine Meinung: Mal wieder ein Buch von Ralf Günther und wieder eines, an dem ich mich versuche. Ralf Günther ist für mich ein Schriftsteller, der viele Facetten hat. Entweder liebe ich seine Bücher von der ersten Seite an (so zum Beispiel "Der Dieb von Dresden") oder ich komm überhaupt nicht klar und leg es gleich wieder aus der Hand "Zum Beispiel "Die Pestburg". Ein Zwischending gab es bisher noch nicht.
Nun also ein historischer Roman über Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau, einen Schriftsteller und Weltreisenden und bekanntes Mitglied der gehobenen Gesellschaft.
Von Fürst Pückler kannte ich bisher nur das bekannte Eis (das gar nichts mit ihm zu tun hat) und vom hörensagen her den Park. Also war ich sehr gespannt, was mich erwartet.
Das Buch erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte von Fürst Pückler. Einen kleinen, aber interessanten Teil und man sieht, wozu im Jahr 1826 die Leute schon fähig waren, wenn es um den Erhalt eines Lebenstraumes geht. Für diesen Lebenstraum lies er sich 1826 von seiner Frau Lucie, mit der er dennoch weiterhin freundschaftlich verbunden blieb, scheiden und suchte in England eine reicht Frau, die er heiraten kann. Natürlich geht dort alles schief - man weiß von seinen Plänen und versteckt zuerst die Frauen vor ihm .
Sprachlich sehr überzeugend, witzig, charmant und mit detaillierten Beschreibungen des englischen Lebens und der englischen Gepflogenheiten gespickt, macht es sehr viel Spaß, dieses Buch zu Lesen.
Hier hat es mir besonders gut gefallen, dass das Buch eine Art Briefroman war. Denn die Geschichte wird zu einem großen Teil in Briefen erzählt, die Fürst Pückler an seine nunmehr Ex-Frau Lucie, liebevoll "Schnucke" genannt, schreibt. Ein kleiner Teil erzählt von Lucie, die zu Hause gelieben ist, sich um das Anwesen kümmert und sich mit Valentin, dem Pfarrerssohn tröstet.
Durch die Briefform wird das ganze in Kapitel eingeteilt und lässt sich daher gut lesen.
Ob und wie historisch genau das alles ist - wer weiß es schon. Die historischen Persönlichkeiten, die Ralf Günther in das Buch mit einfließen lässt - wir erleben unter anderem einen (Sherlock) Holmes als Diener, wir treffen Charles Dickens und Baron Rothschild.
Ein riesengroßer Pluspunkt ist für mich hier die Aufmachung des Buches - besonders die beiden Bilder auf den Innenseiten haben es mir angetan und mich immer wieder dazu verleitet, zurückzugehen und die Bilder zu betrachte.
Es ist eine gekonnte Mischung zwischen historischen Roman und Krimi und es ist durchaus überlegenswert, weitere Ausgaben dieses Buches zu verschenken.
Meine Wertung:
