Saltanah, ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich mich für meine Kommentare ein bißchen an deinem Text festhalte!
Im
Studierzimmer:
Studierzimmer:
Es überrascht mich ja, dass Faust sich so wenig um das Leben nach dem Tode kümmert. Danach mag, was will und kann, geschehn.
Ja, das hat mich auch gewundert.
Studierzimmer:
Ich habe ehrlich gesagt Schwierigkeiten zu verstehen, was Faust eigentlich von Mephistopheles will:
Was willst du armer Teufel geben?
Ward eines Menschen Geist, in seinem hohen Streben,
Von deines Gleichen je gefaßt?
Doch hast du Speise die nicht sättigt, hast
Du rothes Gold, das ohne Rast,
Quecksilber gleich, dir in der Hand zerrinnt,
Ein Spiel, bey dem man nie gewinnt,
Ein Mädchen, das an meiner Brust
Mit Aeugeln schon dem Nachbar sich verbindet,
Der Ehre schöne Götterlust,
Die, wie ein Meteor, verschwindet.
Zeig mir die Frucht die fault, eh’ man sie bricht,
Und Bäume die sich täglich neu begrünen! (1675-87)
Hier zählt Faust Dinge auf, die er für unmöglich hält - die zwar der menschlichen Phantasie entspringen können, aber offenbar hält er Mephisto für unfähig, solche Dinge zu erschaffen/heranzuschaffen.
Dies hier (1699ff):
"Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!"habe ich auch immer nur schwer nachvollziehen können (jetzt noch schwerer, als in meiner Jugend). Eine gewisse Rastlosigkeit, einen Drang sich weiterzuentwickeln kann ich verstehen, und echte Lebenserfahrungen sind dafür sehr wichtig. Aber das Streben nach Zufriedenheit, nach einem Leben in Einklang mit sich selbst und der Welt ist doch zutiefst menschlich, und schließt doch einen solchen Weiterentwicklungsdrang nicht aus?
Fausts Verzweiflung muß sehr tief sein.
sobald Faust in seinem Streben nach Wissen nachlässt
Ich dachte auch erst, er wolle mit Mephistopheles Hilfe seine frühere Suche nach Wissen fortführen (das würde ja gut passen), aber dafür finde ich keinen direkten Beleg im Text. Im Gegenteil heißt es später:
Dem Taumel weih’ ich mich, dem schmerzlichsten Genuß,
Verliebtem Haß, erquickendem Verdruß.
Mein Busen, der vom Wissensdrang geheilt ist,
Soll keinen Schmerzen künftig sich verschließen, (1766 ff)
Und auch aus den folgenden versen geht deutlich hervor, dass er nun nicht mehr denken, sondern nur noch erleben will, am eigenen Leibe alles erfahren, was Menschen widerfährt.
Dsa sehe ich auch so, und auch diese Zeilen zeigen, daß Faust nun wirklich nichts mehr von Büchergelehrsamkeit wissen will, sondern sich ins pralle Leben stürzen:
"Mir ekelt lange vor allem Wissen
Laß in den Tiefen der Sinnlichkeit
Uns glühende Leidenschaften stillen!" (1749-51)
Das ist eine 180-Grad-Wende zum Anfangsmonolog.
Köstlich fand ich übrigens Mephistos Gespräch mit dem Schüler, der daherkommt und zwar auf jeden Fall studieren will, aber nicht recht weiß, was

. Mephisto karikiert die "ernsten Wissenschaften" ziemlich treffend.
Auerbachs KellerDas ist Mephistos erster Versuch, Faust durch Sinnesgenuß von seinem Streben nach Wahrheit (und damit von Gott) zu entfernen. Hier ist Faust vorwiegend Beobachter. Aber eines hätte er hier lernen können: nämlich daß Mephisto nicht mit fairen Mitteln spielt, sondern Lüge und Betrug von ihm zu erwarten ist. Aber ich glaube, Faust hat noch nicht begriffen, daß er auf der Hut sein muß.
In Auerbachs Keller war ich schon des öfteren, und an den Figuren, die oben davorstehen, bin ich hunderte von Malen vorbeigegangen (und habe Fausts Fuß getätschelt

). Die sind mir also ganz gegenwärtig.
HexenkücheJa, die Empfehlung, zur Verjüngung ein einfaches, arbeitsreiches Leben zu führen, und Fausts Reaktion darauf, hat auch mich zum Schmunzeln gebracht...

Am Hexeneinmaleins habe ich mich ein wenig aufgehalten und mal Google bemüht. Was ich noch nicht kannte, sind die verschiedenen Deutungen dafür, siehe
hier. Finde ich hochinteressant.
Ich finde aber, jede von ihnen ist an mindestens einer Stelle nicht ganz nachvollziehbar. Am besten gefällt mir noch die erste Lösung, weil sie ein echtes magisches Quadrat ergibt.
Viele Grüße
kaluma