Zuerst schließe ich mich mal den Besserungswünschen für Deine Mutter an, nikki!
Gerade habe ich die Tage fünf und sechs, den dritten Teil und den Anfang der Ausführungen Baba Jaga für Anfänger (bis einschließlich des Mörsers) gelesen, und inzwischen bin ich an dem Punkt, daß ich froh sein werde, wenn ich morgen den Rest hinter mich gebracht habe. Nicht genug mit all den Themen, die bis einschließlich Tag vier schon in die Geschichte gepackt wurden, bekommt das Ganze bei Tag fünf und sechs mit der Auflösung von Pupas Vergangenheit noch eine historische Dimension, die ich hier völlig überflüssig finde, und mit Bebas Familienverhältnissen eine weitere sexuelle Komponente, die mich zwar nicht mehr überrascht hat, aber für mein Empfinden auch nicht notwendig war.
Der dritte Teil ist eigentlich nur die Einleitung zum „Anhang“, und auch wenn damit wieder auf Aba aus dem ersten Teil zurückgegriffen wird, so finde ich die – formale wie inhaltliche – Gestaltung von Baba Jaga für Anfänger ziemlich mißlungen. Daß Aba als Folkloristin eine solche Zusammenstellung leisten könnte, ist dabei ja nicht mal abwegig, das stört mich auch nicht. Mich stört aber, daß Ugrešić hier die (nämlich ihre eigene) Interpretation ihres eigenen Romans liefert. Ist ihr selber klar geworden/gewesen, daß ein durchschnittlich mit der Baba Jaga vertrauter Leser diese in der Story nicht unbedingt wiederfinden würde? Hielt sie das deshalb für notwendig? Das wäre ja wohl ein Armutszeugnis für die ganze Erzählung davor. Will sie einfach nur sicherstellen, daß keiner übersieht, wie „toll“ sie alle möglichen Aspekte der Baba Jaga untergebracht hat? Das überzeugt mich genauso wenig. Daß Märchen vor versteckter Sexualität strotzen, ist keine besonders neue Erkenntnis, aber so langsam fühle ich mich von den entsprechenden Ausführungen, die in diesem „Anhang“ (oder wie man das auch immer nennen will) mehr oder weniger wissenschaftlich verbrämt oder vielleicht sogar tatsächlich belegt werden (ich habe keine Lust zum Nachrecherchieren), mehr als genervt.