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Autor Thema: Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei  (Gelesen 2857 mal)

Saltanah

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #15 am: 20. Februar 2010, 19:18:46 »

 :winken: Schön, dass du nun auch zu uns gestoßen bist, Nikki. Gute Besserung deiner Mutter!

Melde mich zurück nach einem interessanten Ausflug in die russische Märchenwelt. In dem Buch befanden sich insgesamt 6 Märchen, in denen die Baba Jaga vorkommt. Zu meiner großen Überraschung war sie nur in einem einzigen Märchen böse. (In "Die wilden Schwäne" beauftragt sie die Schwäne, einen kleinen Jungen zu klauen, um ihn zu verzehren, aber seine Schwester rettet ihn.)
In manchen der anderen Märchen ist sie zwar eine potentiell gefährliche Figur, die sich auch gerne mal von Menschenfleisch ernährt, hilft aber aus dem einen oder anderen Grund dem Helden, seine Aufgabe zu bewältigen und in den restlichen Märchen fehlt auch der Hinweis auf ihre Ernährungsgewohnheiten. Dort ist sie eine rein positive Gestalt - oder interessanterweise positive Gestalten. Zweimal gibt es sie nämlich dreifach; es sind drei Schwestern, die alle drei "Baba Jaga" heißen, und die nacheinander vom Helden besucht werden müssen. Ihr dreifaches Dasein passt natürlich gut zu unserem Buch.
Manchmal hat sie auch Kinder; außer dem Kaschtschei auch mal einen Drachen - beides eher böse Figuren, gegen die sie dem Helden hilft -, aber auch Töchter hat kann sie haben. Die sind dann vorzugsweise die Frauen/Liebsten des Helden, haben selbst Zauberkräfte und schicken den Helden, wenn sie ihm selbst nicht mehr helfen können, zur Mutter.

Allgemein ist mir aufgefallen, dass in den Märchen öfter gereimte Sätze vorkommen. Nicht wie bei den Grimms als besonders hervorgehobene Verse, sondern im laufenden Text. Das erinnert mich etwas an Ugrešićs gereimten letzten Satz jedes Abschnittes, was mich damit aber trotzdem nicht versöhnt. Wie Aldawen auch stören mich die "letzten Sätze", die mir wie Fremdkörper in der Erzählung erscheinen.

Ob die Mutter auch eine der dreien ist, habe ich mich auch gefragt. Ich würde es annehmen wollen - immerhin ist sie ja eine Freundin von Pupa -, bin mir aber nicht sicher.
Das glaube ich eigentlich nicht, irgendwie paßt weder die Beschreibung von Beba noch die von Kukla auf die Mutter aus dem ersten Teil.

Das sehe ich mittlerweile (irgendwo mitten im 2. Tag) auch so. Kukla und Beba machen einen ganz anderen Eindruck als die Mutter. Schade.
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Aldawen

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #16 am: 20. Februar 2010, 19:38:59 »

Zuerst schließe ich mich mal den Besserungswünschen für Deine Mutter an, nikki!

Gerade habe ich die Tage fünf und sechs, den dritten Teil und den Anfang der Ausführungen Baba Jaga für Anfänger (bis einschließlich des Mörsers) gelesen, und inzwischen bin ich an dem Punkt, daß ich froh sein werde, wenn ich morgen den Rest hinter mich gebracht habe. Nicht genug mit all den Themen, die bis einschließlich Tag vier schon in die Geschichte gepackt wurden, bekommt das Ganze bei Tag fünf und sechs mit der Auflösung von Pupas Vergangenheit noch eine historische Dimension, die ich hier völlig überflüssig finde, und mit Bebas Familienverhältnissen eine weitere sexuelle Komponente, die mich zwar nicht mehr überrascht hat, aber für mein Empfinden auch nicht notwendig war.

Der dritte Teil ist eigentlich nur die Einleitung zum „Anhang“, und auch wenn damit wieder auf Aba aus dem ersten Teil zurückgegriffen wird, so finde ich die – formale wie inhaltliche – Gestaltung von Baba Jaga für Anfänger ziemlich mißlungen. Daß Aba als Folkloristin eine solche Zusammenstellung leisten könnte, ist dabei ja nicht mal abwegig, das stört mich auch nicht. Mich stört aber, daß Ugrešić hier die (nämlich ihre eigene) Interpretation ihres eigenen Romans liefert. Ist ihr selber klar geworden/gewesen, daß ein durchschnittlich mit der Baba Jaga vertrauter Leser diese in der Story nicht unbedingt wiederfinden würde? Hielt sie das deshalb für notwendig? Das wäre ja wohl ein Armutszeugnis für die ganze Erzählung davor. Will sie einfach nur sicherstellen, daß keiner übersieht, wie „toll“ sie alle möglichen Aspekte der Baba Jaga untergebracht hat? Das überzeugt mich genauso wenig. Daß Märchen vor versteckter Sexualität strotzen, ist keine besonders neue Erkenntnis, aber so langsam fühle ich mich von den entsprechenden Ausführungen, die in diesem „Anhang“ (oder wie man das auch immer nennen will) mehr oder weniger wissenschaftlich verbrämt oder vielleicht sogar tatsächlich belegt werden (ich habe keine Lust zum Nachrecherchieren), mehr als genervt.

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schokotimmi

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #17 am: 20. Februar 2010, 21:05:19 »

Hallo,

also ich habe jetzt erstmal nur den 5. Tag beendet (ich wußte net genau wie eure Lesegeschwindigkeit ausschaut).

Ich kann Aldawen aber zu den Ausführungen nur zustimmen, die geschichtliche Dimension ok, aber mir war das Ganze etwas zu viel. Zu viele Infos, zu viele Zufälle, zu viel von allem ohne das ich noch wirklich die Verbindung zur Baba Jaga bekomme.

Saltanah: Du scheinst mit deinen Märchen ja wirklich eine recht unterhaltsame Zwischenlektüre gefunden zu haben, ich werd mal sehen ob ich bei meinen Eltern auch zufällig eine Ausgabe finde.

Ich habe eigentlich gehofft, dass es im 3. Teil nochmal / wieder besser wird und ich relativ objektiv noch was über Baba Jaga lerne. Das scheint lt. Aldawens Ausführungen ja nicht so. Insgesamt ist mir das Buch etwas zu "Sex"-lastig, das hatte ich nicht erwartet und ich sehe den Sinn davon auch nicht - aber ich bin doch ein wenig gespannt, wie die Autorin das erklärt.

Viele Grüße
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Saltanah

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #18 am: 21. Februar 2010, 01:54:10 »

Ich stecke jetzt im 3. Tag und lese das Buch immer weniger gerne. Was das ganze soll, ist mir ein echtes Rätsel und wenn auch einige interessante Ansätze vorhanden sind, stimmt die Gesamtheit einfach nicht. Aber ich habe ein wenig nach Papageienbildern (s. 2. Kap.) gegoogelt und bin auch fündig geworden. Eigentlich ist es ja interessant, der Frage, was Papageien und Frauen in der Bildenden Kunst miteinander zu tun haben, zu folgen, nur tut das Ugrešić nicht, oder nicht weit genug. Sie wirft uns hier ein paar Appetithappen vor, macht aber keine vollwertige Mahlzeit daraus. So bleibt mir nur die Frage: Was soll's?
Aber hier ein paar Bilder:
Courbet
Renoir
Quiringh van Brekelenkam
Tiepolo
Delacroix
Manet
Kahlo 1
Kahlo 2
Magritte
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Aldawen

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #19 am: 21. Februar 2010, 09:07:48 »

Ich stecke jetzt im 3. Tag und lese das Buch immer weniger gerne. Was das ganze soll, ist mir ein echtes Rätsel und wenn auch einige interessante Ansätze vorhanden sind, stimmt die Gesamtheit einfach nicht.

Das sehe ich ganz genauso. Und ich kann Dir sagen: Es wird nicht besser.

Aber ich habe ein wenig nach Papageienbildern (s. 2. Kap.) gegoogelt und bin auch fündig geworden.

Oh, das ist fein, vielen Dank! Daß es diese Bilder wirklich gibt, habe ich einfach mal unterstellt, aber sie tatsächlich vor Augen zu haben, ist dann doch was anderes.

Eigentlich ist es ja interessant, der Frage, was Papageien und Frauen in der Bildenden Kunst miteinander zu tun haben, zu folgen, nur tut das Ugrešić nicht, oder nicht weit genug. Sie wirft uns hier ein paar Appetithappen vor, macht aber keine vollwertige Mahlzeit daraus. So bleibt mir nur die Frage: Was soll's?

Vielleicht können wir Breña mal auf diese Frage ansetzen, sie ist ja schließlich „vom Fach“  :breitgrins:

Schönen Gruß,
Aldawen
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schokotimmi

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #20 am: 21. Februar 2010, 13:02:23 »

Hallo ihr Lieben,

ich stecke jetzt mitten im letzten Teil (S. 292 einschließlich "Kannibalismus) und ich muss sagen, mir gefällt es widererwartend ein wenig besser. Ich bin froh den 2. Teil beendet zu haben (war mir fast ein bisschen zu Happy End mäßig) und zu Beginn des 3. Teil dachte ich nur  :rollen: Aba wieder. Ihr Brief war auch dementsprechend, aber die sachlichen Ausführungen die nun zu Baba Jaga folgen, gefallen mir doch recht gut - auch finde ich die Idee an sich gar nicht so blöd, ein paar Anmerkungen zum Text davor einzubauen. Für mich hat das Ganze was Originelles. (Nur schade das die Geschichte vorher so gar nicht interessant und verständlich war).

Denn Sinn bzw. das Ziel, Aba Bagay (Rückwärts Yaga Baba) zu nennen, finde ich etwas zu weit hergeholt, obwohl es sich ja mit Saltanahs Idee, dass Aba noch eine Hexe wird deckt - immerhin ist sie auf dem besten Weg dorthin.

Danke auf jeden Fall für die Papageifotos, obwohl ich nach Betrachtung der Bilder den Sexuell extremen Bezug nicht wirklich nachvollziehen kann, aber vllt. streube ich mich auch nur dagegen, das hatte damals auch meine Kunstlehrerin schon behauptet - ich müsse mehr auf die Bilder eingehen... eine Antwort von einem "Fachmann" würde mich wirklich interessieren!

Alles in allem denke ich die letzten Seiten werden mir ganz gut von der Hand gehen, mal sehen wie meine Stimmung zum Buch sich weiter entwickelt.

Viele Grüße
schokotimmi

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #21 am: 21. Februar 2010, 13:43:01 »

Denn Sinn bzw. das Ziel, Aba Bagay (Rückwärts Yaga Baba) zu nennen, finde ich etwas zu weit hergeholt, obwohl es sich ja mit Saltanahs Idee, dass Aba noch eine Hexe wird deckt - immerhin ist sie auf dem besten Weg dorthin.

Ja, und das wird noch auffälliger.

aber die sachlichen Ausführungen die nun zu Baba Jaga folgen, gefallen mir doch recht gut - auch finde ich die Idee an sich gar nicht so blöd, ein paar Anmerkungen zum Text davor einzubauen.

Wenn es sich auf die sachlicheren Ausführungen beschränken würde und als ausdrückliches Nachwort formuliert wäre, wäre mir das auch recht gewesen. Aber die gekünstelte Integration in eine Rahmenhandlung (als solche könnte man Teil eins und drei plus Abas Ausführungen ja sehen) gefällt mir nicht. Und spätestens, wenn ich bei der Badstube so etwas lese:

Zitat von: S. 301
Dass Ihre Autorin die Handlung des zweiten Teils ihres Manuskripts in einem Kurort spielen läßt, halte ich für eine gelungene Idee.

dann hört echt alles auf. Solche Selbstbelobigungen gibt es mehrfach, und das stößt mich ab. Daß ein Autor sein eigenes Buch gut findet, davon gehe ich aus, man muß es mir nicht noch so unter die Nase reiben. Das erweckt nämlich, zumindest bei mir, den Eindruck, daß der Autor von mir eine ausdrückliche Bestätigung wünschte und jede abweichende Meinung, die ich mir als Leser ja wohl erlauben darf, als persönliche Beleidigung auffaßt. So habe ich mich zwar bis zum Ende geschleppt, aber überzeugt hat mich das Ganze nicht.
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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #22 am: 21. Februar 2010, 14:19:44 »

aber die sachlichen Ausführungen die nun zu Baba Jaga folgen, gefallen mir doch recht gut - auch finde ich die Idee an sich gar nicht so blöd, ein paar Anmerkungen zum Text davor einzubauen.

Wenn es sich auf die sachlicheren Ausführungen beschränken würde und als ausdrückliches Nachwort formuliert wäre, wäre mir das auch recht gewesen. Aber die gekünstelte Integration in eine Rahmenhandlung (als solche könnte man Teil eins und drei plus Abas Ausführungen ja sehen) gefällt mir nicht. Und spätestens, wenn ich bei der Badstube so etwas lese:

Zitat von: S. 301
Dass Ihre Autorin die Handlung des zweiten Teils ihres Manuskripts in einem Kurort spielen läßt, halte ich für eine gelungene Idee.

dann hört echt alles auf. Solche Selbstbelobigungen gibt es mehrfach, und das stößt mich ab. Daß ein Autor sein eigenes Buch gut findet, davon gehe ich aus, man muß es mir nicht noch so unter die Nase reiben. Das erweckt nämlich, zumindest bei mir, den Eindruck, daß der Autor von mir eine ausdrückliche Bestätigung wünschte und jede abweichende Meinung, die ich mir als Leser ja wohl erlauben darf, als persönliche Beleidigung auffaßt. So habe ich mich zwar bis zum Ende geschleppt, aber überzeugt hat mich das Ganze nicht.


Nun ich persönlcih finde die Idee es in den Roman einzubeten irgendwie gut, ist ja auch Geschmacksache. Für mich hat es einen gewissen Reiz, diese Kombination aus autobiografischen, fikitiven und sachlichen. Nun gut ich hätte mir von der Umsetzung etwas mehr erwartet. Vllt. wäre die Verknüpfung ja auch noch positiver in meiner Empfindung wenn Aba nicht aus Teil 1 her so negativ besetzt und Teil 2 nicht so schlecht wäre, aber insgesamt kann ich mich mit dem Aufbau schon anfreunden - ich wüßte nicht ob ich es als Nachwort wirklich so gelesen hätte.

Dieses Selbstlob habe ich bis jetzt noch nicht so empfunden, bin aber gespannt was da noch kommt. Insgesamt scheint die gute Frau ja sehr überzeugt von sich zu sein, eine gewissen Überheblichkeit der Autorin zeigte sich ja auch schon im ersten Teil - leider trifft es das Buch ja nun nicht ganz.

Viele Grüße
schokotimmi
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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #23 am: 21. Februar 2010, 19:25:49 »

Ich stecke immer noch im  2. Teil fest, genauer gesagt im 5. Tag.

Beba versteht das Roulette nicht und gewinnt 600 TEUR ohne es zu begreifen

An dieser Stelle bin ich richtig sauer geworden. Beba landet also im Kasino und bleibt am Roulettetisch stehen
"um zu sehen, wie das, was sie bisher nur aus Filmen kannte, in Wirklichkeit aussah."
Aha - sie "kennt" also Roulette! (Wer kennt es auch nicht?) Wieso versteht sie denn dann überhaupt nicht, dass sie gewonnen hat? Sie mag nicht die hellste sein, aber dass ihr das nicht klar sein soll, nehme ich ihr (bzw. der Autorin) nicht ab.
Fast noch saurer bin ich dann im 5. Tag im 1. Kap. geworden, als diese Stelle noch einmal rekapituliert wurde:
"Dann hatte sie versucht, den 500 Euroschein zu wechseln, aber niemand im Dorf wollte ihn wechseln, und sie landete im Kasino des Hotels, weil sie dachte, dort würden sie ihn ihr wechseln, sie brauchte doch nur 50..."
Okay, es wird nur die Vorgeschichte wiederholt, das weitere bleibt uns durch ... erspart, aber auch die Vorgeschichte kennen wir doch! Auch wenn Beba selbst an dieser Stelle an die Geschichte denkt, würde es für uns Leserinnen doch reichen, wenn nur kurz* der Geldschein erwähnt würde. Dann stünde uns doch der Rest der Ereignisse wieder vor Augen. Ich hasse es, wenn Autoren mich als Leserin für so unaufmerksam halten, dass sie mir schon erzähltes mehrfach vorsetzen müssen!
*Das wahre Leben dauert lange, die Erzählung davon geht schnell - so etwas ähnliches wird doch mehrmals im Buch gesagt. Ich bin eine große Verfechterin dieses Standpunktes und langweile mich bei ausführlichsten Beschreibungen in (gefühlter) Realzeit. Übrigens kommt dieser Ausdruck auch öfter in den russischen Märchen vor, die ich gelesen habe.

Ebenso stören mich die häufigen Einschübe in den verschiedensten Sprachen. Zwar "stimmt" das eigentlich, da die Leute in ebenjenen Sprachen sprechen, und ihre Zuhörer nicht unbedingt verstehen, was sie genau sagen, aber ich möchte trotzdem wissen, was genau gesagt wird. Wenn nicht im Text, dann doch bitte in einer Fußnote. Ist eigentlich das deutsche Einsprengsel als solches markiert? "Ich deck mein schmerz mit mein nerz!" (4. Tag, 1. Kap.)
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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #24 am: 21. Februar 2010, 19:38:05 »

Aha - sie "kennt" also Roulette! (Wer kennt es auch nicht?) Wieso versteht sie denn dann überhaupt nicht, dass sie gewonnen hat? Sie mag nicht die hellste sein, aber dass ihr das nicht klar sein soll, nehme ich ihr (bzw. der Autorin) nicht ab.

Wirklich verstanden habe ich das auch nicht. Auch wenn man die Feinheiten (gibt's solche?) des Roulettespiels nicht kennt, dann weiß man doch zumindest, daß man dabei mit der richtigen Nummer gewinnt.

Ich hasse es, wenn Autoren mich als Leserin für so unaufmerksam halten, dass sie mir schon erzähltes mehrfach vorsetzen müssen!

Zu dem Zeitpunkt war ich schon so bedient, daß ich mich darüber gar nicht mehr aufregen konnte ...

Ist eigentlich das deutsche Einsprengsel als solches markiert? "Ich deck mein schmerz mit mein nerz!" (4. Tag, 1. Kap.)

Nein, es sieht genauso aus wie der übrige Text und fällt nur wegen der „unrunden“ Formulierung auf, denn sonst spricht höchstens Mevlo schon mal so verdreht.

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #25 am: 21. Februar 2010, 19:44:27 »

Hallo,

also die Einschübe in Fremdsprachen empfand ich auch immer als nervig und hätte mir eine Fussnote mit Übersetzung gewünscht - ich kann die Sprache nun mal nicht (untypischerweise für einen Ossi auch kein Russisch was eventuell geholfen hätte)  und gebe zu ich bin zu faul es ständig nachzuschlagen. Das geht mir aber immer so - mir ist aufgefallen, dass ich oft in alten Buchausgaben (aus den 60er oder früher) lateinische Ausdrücke finde, die auch nicht übersetzt sind - ich frage mich dann immer ob es damals eben noch allgemeine Bildung war Latein zu können, weil es in der Schule gelehrt wurde. (offtopic Ende)

Der von dir erwähnte Satz "Ich deck mein Schmerz mit mein Nerz!" (was für ein deutsch ist das?!) ist in der deutschen Ausgabe nicht extra kursiv gekennzeichnet, er steht als einfache Wörtliche Rede im Text.

Saltanah, du hast es ja bald geschafft mit dem 2. Teil - ich bin gespannt wie du den 3. Teil empfindest. Da gehen Aldawen und meine Einstellungen ja doch auseinander.

Viele Grüße
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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #26 am: 21. Februar 2010, 22:01:49 »

Hallo,

ICH BIN DURCH! Und ich bin stinksauer - was ist das Bitte für ein Ende  :grmpf:. Das Aba nicht ganz dicht ist, war ja eh klar aber was sollte bitte dieses letzte Kapitel?! Oder bin ich einfach nicht Feministin genug um so was zu verstehen. Für mich hatte das nicht wirklich mehr etwas mit Baba Jaga zu tun. Dieses "Frauen aller Länder vereinigt euch!" hat doch schon bei den Proletariern nicht geklappt, da macht es sich die Autorin doch irgendwie zu einfach. Ich sehe den Zusammenhang zu Baba Jaga hier nicht wirklich! Nagut - ich rege mich jetzt erstmal ab (leider darf ich ja gerade keinen Whisky trinken, das könnte ich jetzt brauchen).

Bis später.

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #27 am: 21. Februar 2010, 22:07:04 »

ICH BIN DURCH! Und ich bin stinksauer - was ist das Bitte für ein Ende  :grmpf:.

Ein an den Haaren herbeigezogenes. Paßte aber doch prima zu dem Gesülze davor.

(leider darf ich ja gerade keinen Whisky trinken, das könnte ich jetzt brauchen).

Ach was, einen Whisky kann man immer trinken. Slàinte mhath! :trinken:
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« Antwort #28 am: 21. Februar 2010, 22:11:49 »

ICH BIN DURCH! Und ich bin stinksauer - was ist das Bitte für ein Ende  :grmpf:.

Ein an den Haaren herbeigezogenes. Paßte aber doch prima zu dem Gesülze davor.

(leider darf ich ja gerade keinen Whisky trinken, das könnte ich jetzt brauchen).

Ach was, einen Whisky kann man immer trinken. Slàinte mhath! :trinken:

Dabei hatte ich bei den ersten paar Erläuterung zu Baba Jaga in Teil 3 noch wirklich ein versöhnliches Gefühl... :rollen:

Du hast recht - einen "wönzöigen Schluck" verträgt auch das Baby.  :zwinker:
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Saltanah

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Antw:Dubravka Ugrešić – Baba Jaga legt ein Ei
« Antwort #29 am: 22. Februar 2010, 02:56:29 »

Der 2. Teil ist beendet (Gott sei Dank ist's vorbei :rollen: ), der 3. begonnen.
Spätestens als schließlich auch noch AIDS, eine unbekannte Enkelin, die Judenverfolgung und Partisanen ins Spiel kamen, hat es mir endgültig gereicht. Mehr konnte Ugrešić nun wirklich nicht unterbringen. Dabei hätten mir einige Szenen des 2. Teils durchaus gefallen können (z. B. auch Pupas Sterbeszene), wenn sie zum einen sprachlich besser dargestellt worden wären (stilistisch gefiel mir der 1. Teil richtig gut, der 2. fiel aber sehr ab) und ein Ziel oder zumindest ein Zusammenhang deutlicher geworden wäre. Aber so war's wirklich nichts.

Dabei hatte ich bei den ersten paar Erläuterung zu Baba Jaga in Teil 3 noch wirklich ein versöhnliches Gefühl... :rollen:

Den habe ich im Moment (stecke in Baba Jaga - die Hexe) auch noch. Ich habe sogar Lust, mir die erwähnte Fachliteratur über die Baba Jaga genauer anzugucken.
Aber ich bin ja schon mal vorgewarnt, dass mein einigermaßen positives Gefühl nicht von Dauer sein wird.
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