Maurice Druon: Der Fluch aus den FlammenDie Ausgabe, die ich gelesen habe, enthält die ersten beiden Bände der Reihe
"Die unseligen Könige":
"Der Fluch aus den Flammen" und
"Der Mord an der Königin".

Inhalt:Paris 1314. Umlodert von den Flammen des Scheiterhaufens, verflucht der letzte Großmeister der Templer die Schuldigen an seinem Tod - den Papst, den König und dessen Großsiegelbewahrer. Er zitiert sie innerhalb eines Jahres vor Gottes Richterstuhl. Nicht lange, und der Fluch beginnt sich zu erfüllen. Tatsächlich sind alle drei nach Ablauf eines Jahres nicht mehr am Leben. (
"Der Fluch aus den Flammen").
Dem verstorbenen König Philipp IV. (der Schöne) folgt sein Sohn Ludwig auf den Thron. Dessen Frau aber sitzt wegen Ehebruchs auf der Festung Chateau Gaillard ein, und die angestrebte Annullierung der Ehe läßt mangels Papst auf sich warten... Das Buch endet mit dem Tod von Königin Margarete im Jahr 1315. (
"Der Mord an der Königin")
Meine Meinung:Maurice Druon hat einen spannenden, sehr mitreißend erzählten historischen Romanzyklus geschrieben. Man stürzt von Anfang an direkt ins turbulente Geschehen und eine Intrige jagt die andere. Jede der historischen Personen verfolgt ihre eigenen Interessen, der Kampf um die Macht tobt erbarmungslos. Um die eigenen Ziele zu erreichen, wird auch schon mal ein kleiner Giftmord, ein Betrug, oder eine Unterschlagung begangen. Und auch das Schicksal schlägt ohne Erbarmen zu, wenn die Beteiligten es am wenigsten erwarten.
Geschickt verknüpft Maurice Druon hier die historischen Fakten (wie den Ehebruchskandal um die Schwiegertöchter Philipps des Schönen) mit Legenden (wie den Fluch, den Jaques Molay angeblich auf dem Scheiterhaufen aussprach) und mit Fiktion. Das alles liest sich sehr atmosphärisch und unterhaltsam, und ist auch dann spannend, wenn man die historischen Fakten, die Todesdaten der beteiligten Personen etc. schon kennt.
Es stimmt, daß die Personen des Romans vorwiegend nicht gerade sympathisch sind - müssen sie auch gar nicht, meiner Meinung nach. Umso realistischer und lebendiger wirkt das Erzählte. Es gibt wohltuenderweise hier nicht "den" Superhelden ohne Makel (und mit guten Taten und politisch korrekten Ansichten aus dem 21. Jahrhundert

). Auch bei den unsympathischsten Personen (wie Marigny) versteht der Autor es, ihr Handeln und ihre Gedankengänge glaubwürdig und nachvollziehbar darzustellen, sie als fehlbare Menschen zu schildern.
In guter alter Geschmacksverirrung hatte es mir aber vor allem der böse Wicht Robert von Artois angetan. Nicht sympathisch, aber interessant war er.
Den mag ich, neben Guccio, auch am liebsten.
Bewertung: Eigentlich gibt es an dem Buch nichts zu meckern. Und daß ich die Folgebände baldmöglichst lesen werde, versteht sich von selbst.
