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Autor Thema: J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen  (Gelesen 857 mal)

IrishFairy

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #15 am: 29. Januar 2010, 01:51:28 »

Gerade bei yahoo gelesen: US-Autor J.D. Salinger im Alter von 91 Jahren gestorben.  :sauer:
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Dani

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #16 am: 29. Januar 2010, 18:54:16 »

So, endlich kann ich mich hier auch mal beteiligen, weil ich wieder Internet habe.  :smile:

Ich habe bis jetzt die ersten 6 Kapitel gelesen. Ich habe das Buch schon einmal auf Englisch gelesen, das ist aber schon eine gefühlte Ewigkeit her und ich kann mich kaum mehr an die Handlung erinnern. Jetzt lese ich es auf Deutsch und zwar in dieser Ausgabe:



Bisher kann ich Holden auch noch nicht so recht einschätzen. Er sagt von sich, dass er ungebildet und dumm ist, auf mich wirkt er aber gar nicht dumm, höchstens ein bisschen (sehr) verrückt. :zwinker: Er scheint eine typisch pubertäre Nullbock-Haltung zu haben und sich allen Anderen irgendwie überlegen zu fühlen. Aber ich halte es für gut möglich, dass er mit dieser Haltung nur seine Unsicherheit zu überspielen versucht... Ich denke er gibt sich abgebrühter als er ist und tut nur so, als ob ihm alles gleichgültig wäre. Auf jeden Fall scheint er ein guter Beobachter zu sein. (Pfui bäh, bei den detaillierten Beschreibungen seines Zimmernachbarn und seines Geschichtslehrers hat es mich ab und zu richtig geschüttelt. :zwinker:)

Die Sprache in der das Buch geschrieben ist finde ich einfach nur schrecklich, und das nicht, weil sie so unlesbar ist - nach drei Kapiteln läuft das wie geschmiert, sondern weil ich in 15 Lesejahren eine Abneigung gegen Ich-Erzähler mit schlechter Ausdrucksweise entwickelt habe. Ich verbinde das immer damit, dass Autoren besonders authentisch sein wollen, habe aber das Gefühl, dass die Geschichte besser zur Geltung käme, wenn ein 3. Person Erzähler gewählt würde.


Ich finde die Sprache überhaupt nicht schrecklich, auch wenn sie einfach ist und "jugendsprachlich" und oft obszön... Auf mich wirkt Holdens Sprechweise ziemlich authentisch, aber so recht beurteilen kann ich das natürlich nicht, ich weiss ja nicht wie Jugendliche in den 50er Jahren gesprochen haben. :zwinker: Auf jeden Fall denke ich, dass mich ein Buch mit aktuellen jugendsprachlichen Ausdrücken (à la "cool, krass, obergeil") viel mehr nerven würde.  :zwinker:
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Ninette

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #17 am: 31. Januar 2010, 11:09:02 »

Oh nein, er ist gestorben? Ich sehs grade,...während wir das Buch lesen. Irgendwie ein komisches Gefühl.

Ich bin irgendwo in Kapitel 5 glaube ich.
Nach wie vor finde ich die Sprache gar nicht schlimm. Nur das viele "und so" nervt ab und an, aber das nervt mich im richtigen Leben ja auch. :breitgrins:
Mich hat es schon beeindruckt, dass Holden so genau zu gehört haben muss, als dieses Mädchen (mit dem sein Zimmerpartner ausgeht) ihm Sachen aus ihrem Leben erzählt hat.

Ich glaube Holden schon die Sachen die er erzählt. Ich hab das Gefühl er lügt zwar viel (nach eigenen Angaben), aber dass dies nicht für die Geschichte gilt, die er ja erzählen will.
Ich glaube eher, dass er halt gerne den Clown spielt, wenn ihm langweilig ist, oder er nicht weiß, was er sonst sagen soll.
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Ninette

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #18 am: 01. Februar 2010, 23:10:31 »

Nochmal ich.
Mittlerweile bin ich in Kapitel 11.
Ich mag Holden irgendwie, ich weiß gar nicht warum.
In Kapitel 6 wird irgendwie für mich nochmal deutlich, wie genau Holden seine Umwelt beobachtet und wie "feinfühlig" er gegenüber allem ist, während Stradlater irgendwie total dumpf ist.
Dass er merkt, wie Allie ihn beim Golfen beobachtet, obwohl er hinter ihm in weiter Entfernung sitzt, hat für mich weniger mit Allies roten Haaren zutun, als mit Holdens Gespühr für sowas.
Holden sagt zwar, dass er dumm wäre, aber irgendwie hält er sich ja doch für schlauer als die meisten. Nur Allie ist wohl intelligenter gewesen als er.

Bezüglich der Lügen bin ich vorerst zu dem Schluss gekommen, dass er uns als Leser nicht belügt. Er lügt zwar, dass sich die Balken biegen, aber er verrät uns ja auch, dass er lügt.

Verschneite Grüße Ninette
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IrishFairy

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #19 am: 02. Februar 2010, 00:16:52 »

Ich würde mich tendenziell deiner These anschließen Ninette, möchte aber noch ein bisschen tiefer in Holdens Welt eintauchen, bevor ich mich nochmal dazu äußere  :breitgrins:. So richtig schlau werde ich aus ihm nämlich immer noch nicht, obwohl ich ihn auch ganz sympathisch finde. Das "Gespräch" mit dem Taxifahrer über die Enten und die Fische ist so cool  :rotfl:. Holden hat auf jeden Fall etwas Philosophisches und misst auch den kleinen Dingen des Lebens Bedeutung bei. Außerdem scheint er kein schlechter Kerl zu sein, wie er über Jean-Jane ;) redet. Ich werde mich jetzt in Kapitel 13 stürzen, nachdem ich letztes Mal über Kapitel 12 eingeschlafen bin (nicht aus Langeweile!) ...
« Letzte Änderung: 02. Februar 2010, 00:18:53 von IrishFairy »
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IrishFairy

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #20 am: 08. Februar 2010, 03:16:52 »

Wo steckt ihr? Habt ihr das Buch durch?  :gruebel:
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Hanni

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #21 am: 08. Februar 2010, 17:57:03 »

Nein, ich lese noch. Bin aber nur bis Kapitel 15 gekommen und versuche diese Woche wieder ein wenig mehr zu lesen.

Zur Geschichte kann ich nur sagen, dass mir Holden schon sehr viel sympathischer geworden ist und ich ihn als feinfühliger junger Kerl erlebe, was im krassen Gegensatz dazu steht, wie er am Anfang auf mich wirkte. Aber ich komme langsam zur Überzeugung, dass seine Überheblichkeit und Grossspurigkeit nur dazu dient, seine Unsicherheiten zu überspielen und cool zu wirken. Ich bin gespannt wie es weitergeht mit ihm. An den Sprachstil des Autors und Holdens "und so" habe ich mich inzwischen gewöhnt und es stört mich auch nicht mehr.

Ich hoffe wirklich, dass ich diese Woche ein wenig weiter komme und vor allem mehr zu schreiben habe. :zwinker:
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Liebe Grüsse
Hanni

Dani

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #22 am: 08. Februar 2010, 23:03:05 »

Ich bin auch noch dran, bin jetzt bei Kapitel 21. Mir geht es wie Hanni, mir wird Holden auch immer sympathischer, weil er sich immer mehr als sehr sensibler und intelligenter Junge entpuppt. Er tut zwar so, als ob es ihm gleichgültig wäre, dass er von der Schule geflogen ist, hat aber ein schlechtes Gewissen, weil er seiner Mutter schon wieder Kummer machen muss. Und wie er über seine kleine Schwester - die mir auch sehr sympathisch ist :smile: - und über Jane spricht zeigt ebenfalls, dass er sehr gefühlvoll sein kann. Aber gleichzeitig erscheint mir Holden auch immer verrückter und exzentrischer. Die unwichtigsten Kleinigkeiten können ihn total aufregen oder deprimieren - er regt sich zum Beispiel über alte Koffer auf oder über Leute, die gerne ins Kino gehen oder über Leute, die sich für Autos interessieren... Das ist schon ziemlich schräg.  :zwinker:
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Ninette

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Antw:J. D. Salinger - Der Fänger im Roggen
« Antwort #23 am: 09. Februar 2010, 00:04:28 »

Ich bin auch noch da,...ich dürfte ungefähr so weit sein wie Hanni.
Ich denke auch, dass er seine Unsicherheit überspielen will. Aber er ist auch ein sehr zwiespältiger Charakter, da ihn vieles wirklich nicht zu interessieren scheint, wenn ihn dann etwas interessiert, dann saugt er es förmlich auf.
Allerdings macht er sich nicht viel aus den Dingen, die an den Schulen zählen, auf denen er war. Er scheint die Nase voll zu haben, von den aufgesetzten Leuten, die er als falsch betrachtet (womit er vermutlich recht hat).
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« Antwort #24 am: 10. Februar 2010, 01:57:18 »

Ich bin auch bei Kapitel 21 angelangt und stehe nach wie vor hinter Holden. Langsam bekomme ich wirklich Mitleid mit ihm, wie er ziellos durch die Straßen von New York läuft und sich über alles Gedanken macht, aber nirgendwo so richtig zur Ruhe kommen kann. Der Tod seines Bruders und die Angst, wie seine Mutter bezüglich seines Schulrauswurfs reagieren wird, scheinen innerlich wirklich an ihm zu nagen.
Die scheinbaren Banalitäten, die ihm auffallen, machen mir immer noch viel Spaß und die Menschen, die er furchtbar findet, finde ich inzwischen auch furchtbar, auch wenn er vielleicht doch maßlos übertreibt.
Übrigens habe ich mich dabei erwischt, wie ich seit neuestem im Alltag hin und wieder "Das macht mich fertig." sage.  :breitgrins:
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« Antwort #25 am: 10. Februar 2010, 12:14:22 »

Übrigens habe ich mich dabei erwischt, wie ich seit neuestem im Alltag hin und wieder "Das macht mich fertig." sage.  :breitgrins:

Und ich denke mir ab und zu "Das wirft mich um!".  :zwinker: (Ich frage mich gerade, ob das vielleicht dasselbe wie "das macht mich fertig" ist, wir aber unterschiedliche Übersetzungen lesen? :gruebel:)
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« Antwort #26 am: 21. Februar 2010, 12:35:33 »

Huhu!  :winken:

Seid ihr alle schon fertig oder habt ihr aufgegeben?  :zwinker:

Ich habe das Buch mittlerweile (ehrlich gesagt ist das schon mehr als eine Woche her  :redface:) beendet und bin ein bisschen enttäuscht. Ich hatte erwartet, dass das Buch einen stärkeren Eindruck hinterlässt, aber so richtig beschäftigt hat es mich nach dem Beenden nicht.  :sauer: Als ich es vor Jahren mal auf Englisch gelesen habe, war das ganz anders, damals war ich begeistert, soweit ich mich erinnern kann... Vielleicht bin ich mittlerweile ja zu alt? :zwinker: Oder womöglich liegts an der Sprache bzw. an der Übersetzung...

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« Antwort #27 am: 25. Februar 2010, 13:27:07 »

@Dani: Wir haben wohl wirklich verschiedene Übersetzungen gelesen, zumal mir "Das wirft mich um." in dem Wortlaut nicht untergekommen ist.

Inzwischen habe auch ich den Fänger im Roggen beendet. Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Das Ende kam für mich etwas abrupt und hinterlässt bei mir das eine oder andere Fragezeichen. Die Wurzel von Holdens psychischem Problem und seinen teilweise merkwürdigen Denkweisen ist mir nicht ganz klar. Auf jeden Fall finde ich ihn aber einen interessanten Charakter, hätte mir aber in Anbetracht des Kultstatus des Buches ehrlich gesagt ebenfalls mehr erwartet.
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« Antwort #28 am: 25. Februar 2010, 13:31:11 »

Ich hänge irgendwo in der Mitte fest.
Gerade kam die sehr interessante Kofferpassage, wo er sich Seitenlang über den Unterschied von Koffern ausgelassen hat und damit die Problematik der Unterschiedlichkeit deutlich zu machen.
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