So, endlich kann ich mich hier auch mal beteiligen, weil ich wieder Internet habe.

Ich habe bis jetzt die ersten
6 Kapitel gelesen. Ich habe das Buch schon einmal auf Englisch gelesen, das ist aber schon eine gefühlte Ewigkeit her und ich kann mich kaum mehr an die Handlung erinnern. Jetzt lese ich es auf Deutsch und zwar in dieser Ausgabe:


Bisher kann ich Holden auch noch nicht so recht einschätzen. Er sagt von sich, dass er ungebildet und dumm ist, auf mich wirkt er aber gar nicht dumm, höchstens ein bisschen (sehr) verrückt.

Er scheint eine typisch pubertäre Nullbock-Haltung zu haben und sich allen Anderen irgendwie überlegen zu fühlen. Aber ich halte es für gut möglich, dass er mit dieser Haltung nur seine Unsicherheit zu überspielen versucht... Ich denke er gibt sich abgebrühter als er ist und tut nur so, als ob ihm alles gleichgültig wäre. Auf jeden Fall scheint er ein guter Beobachter zu sein. (Pfui bäh, bei den detaillierten Beschreibungen seines Zimmernachbarn und seines Geschichtslehrers hat es mich ab und zu richtig geschüttelt.

)
Die Sprache in der das Buch geschrieben ist finde ich einfach nur schrecklich, und das nicht, weil sie so unlesbar ist - nach drei Kapiteln läuft das wie geschmiert, sondern weil ich in 15 Lesejahren eine Abneigung gegen Ich-Erzähler mit schlechter Ausdrucksweise entwickelt habe. Ich verbinde das immer damit, dass Autoren besonders authentisch sein wollen, habe aber das Gefühl, dass die Geschichte besser zur Geltung käme, wenn ein 3. Person Erzähler gewählt würde.
Ich finde die Sprache überhaupt nicht schrecklich, auch wenn sie einfach ist und "jugendsprachlich" und oft obszön... Auf mich wirkt Holdens Sprechweise ziemlich authentisch, aber so recht beurteilen kann ich das natürlich nicht, ich weiss ja nicht wie Jugendliche in den 50er Jahren gesprochen haben.

Auf jeden Fall denke ich, dass mich ein Buch mit aktuellen jugendsprachlichen Ausdrücken (à la "cool, krass, obergeil") viel mehr nerven würde.
