
Trenton Lee Stewart: Die geheime Benedict-Gesellschaft
Originaltitel: The mysterious Benedict Society
Taschenbuch, 9,95 €Inhalt:Eines Morgens entdeckt das Waisenkind Reynie eine Anzeige in der Zeitung, die ihm gleich ins Auge springt. Gesucht werden begabte Kinder, die nach neuen Herausforderungen und Aufgaben suchen. Genau das trifft auf Reynie, der wenig Freunde hat und in seiner Schule wenig gefördert wird, zu und so meldet er sich zu der Prüfung, die in mehreren Etappen abläuft. Es sind ungewöhnliche Aufgaben und während viele andere Kinder scheitern, kann Reynie sich vieles durch logisches Denken erschließen und besteht so neben Kate, Kleber und Constance den Test.
Doch damit fangen die eigentlichen Herausforderungen erst an. Der Initiator der Prüfung, Mr Benedict, braucht ihre Hilfe, um dem geheimnisvollen Mr Curtain das Handwerk zu legen, der nach Benedicts Informationen mit wahnsinnigen Plänen das Wohl der Menschheit bedroht. Nach mehr oder weniger Überlegungszeit sagen die vier Kinder zu, die Geburtsstunde der "geheimen Benedict-Gesellschaft". Ihre Aufgabe nun: als Spione in Mr Curtains Internat hinter sein Geheimnis kommen und ihn dann möglichst unschädlich machen. Und dabei sind sie so ziemlich auf sich allein gestellt...
Der erste Satz:In einer Stadt namens Stonetown mit einem Hafen namens Stonetown Harbor bereitete sich ein Junge auf eine wichtige Prüfung vor. Meine Meinung:Ich habe das Buch in der Buchhandlung entdeckt und eigentlich hauptsächlich deshalb gekauft, weil mir das Cover so gut gefallen hat. Auch vor jedem Kapitel gibt es eine solche Illustration, die immer ein Hingucker sind (wobei Kleber immer ziemlich gruselig aussieht, finde ich).
Den Anfang des Buch, die Schilderung der verschiedenen Testaufgaben und -abläufe, fand ich superspannend und gelungen. Es ist interessant, wie die vier Kinder auf die einzelnen Aufgaben reagieren und welche Lösungen sich je nach ihrem Naturell aussuchen. Man kann sich dabei ja mal die Frage stellen, wie man sich selbst wohl geschlagen hätte.
Nach diesem tollen Auftakt fällt für mich der Spannungsbogen allerdings ab. Einige Erklärungen sind schon ein wenig fantastisch/oberflächlich und sollten da vielleicht besser nicht zu sehr hinterfragt werden. Damit geht für mich aber auch viel von der Faszination an der Geschichte verloren.
Die Handlung im Mittelteil konnte mich also weniger fesseln, dafür wird man mit einer sehr liebevollen Schilderung der vier Kinder entschädigt. Im Gegensatz zu anderen Kinder-Undercover-Agenten (z.B. Alex Rider) sind sie herrlich verschroben und etwas altmodisch, zum Beispiel in der Wahl ihrer Kommunikationsmittel. Nix Handy, Morsen ist angesagt.

Spannend fand ich die Darstellung ihrer Beziehung zueinander. Constance hat in der Gruppe nicht die leichteste Stellung und sie macht es den anderen vielleicht auch nicht gerade leicht, sie zu mögen, aber ihr unvorhersehbares Verhalten und ihre Kommentare bringen Schwung in die Geschichte und sorgen für Lacher. Oft wird deutlich, wie alleine sich die Kinder ohne Eltern fühlen und dass sie sich nun gegenseitig Familie und Halt sind.
Das haben sie in diesem Internat mit seinem feindseligen Umfeld auch nötig. Einzig S.Q. sticht aufgrund seiner liebenswerten Schusseligkeit hier heraus.
Gegen Ende wird es wieder etwas spannender, auch wenn einiges durchaus auch vorhersehbar ist. Allerdings wurde ich in einem Punkt doch sehr überrascht,
nämlich Constances wahres Alter. Darauf wäre ich nie gekommen, auch wenn man aufgrund einiger Anzeichen (z. B. hre ständigen Schläfchen) durchaus hätte stutzig werden können. Diese Überraschung ist also gelungen, allerdings geht das schon auch auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Geschichte und von Constance.
Was den Schluss betrifft,
so war das Happy End für mich etwas zu viel des Guten.
Das Buch wird für Kinder ab 10 empfohlen und ich denke, das passt auch sehr gut.
Es gibt momentan zwei Nachfolgebände, aber ich hab's nicht sooo eilig damit, sie zu lesen.
Meine Wertung: