

Elja ist die Tochter des Anführers der Jarostnye, eines Kosakenvolks, und hat als solche von klein auf gelernt zu kämpfen, denn bei ihrem Volk ziehen Männer und Frauen gleichberechtigt in die Schlacht. Doch eines Tages kam es zum Zerwürfnis zwischen ihr und dem Vater, und sie zog ans Schwarze Meer, um sich dort in einer Schenke zu verdingen.
Nun holt die Vergangenheit sie wieder ein: Andrej, Ziehsohn und designierter Nachfolger ihres Vaters, nachdem Eljas Bruder gestorben und sie selbst verschwunden ist, taucht in Chulyschni auf, um sie wieder nach Hause zu holen. Widerstrebend folgt sie ihm und stellt entsetzt fest, dass der Vater von ihr eine Heirat mit Andrej erwartet.
Und noch etwas entdeckt sie: auch sie verfügt über die Gabe, die schon ihre Mutter und Großmutter besaßen - sie kann in die Träume anderer Menschen eindringen und diese beeinflussen ...
Russland liegt mir als Schauplatz historischer Romane nicht unbedingt, aber eine ausgeklügelte Story mit gutem Personal und ein mitreißender Schreibstil können das durchaus wettmachen.
Leider ist das Katerina Timm überhaupt nicht gelungen. Keine einzige Figur hatte für mich so viel Profil, dass sie mir sympathisch geworden wäre oder mich auch nur wirklich interessiert hätte. Die Zusammenhänge und die Beweggründe für die Handlungen der Figuren haben sich mir nicht erschlossen, manches fand ich regelrecht unlogisch und die Traumgeschichte konstruiert und deplaziert in einem historischen Roman, der an sich realistisch sein soll.
Sehr störend für den Lesefluss erwies sich außerdem, dass sehr viele spezifische Begriffe verwendet, aber meist nicht erklärt wurden (und wenn, dann in holpriger Weise mitten im Text). Ein Glossar oder erläuternde Fußnoten hätten das in viel eleganterer Weise gelöst.
Das Buch hat mich in zunehmendem Maße erst gelangweilt und dann genervt, so dass ich die letzten 70 Seiten nur noch quergelesen habe. Ohne das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben ...
