

Hercule Poirot macht Ferien in einem Hotel auf einer kleinen Insel. Er genießt das schöne Wetter, ist in netter Gesellschaft der anderen Gäste und kann sich einfach einmal richtig entspannen. Unterbrochen wird die Idylle von einem Mord an einer Frau, die ebenfalls zu Gast in dem Hotel ist. Poirot ist sofort in seinem Element und unterstützt die örtliche Polizei bei den Ermittlungen. Nach und nach gelingt es ihm, den Tathergang zu rekonstruieren und den Täter zu entlarven.
Das Buch beginnt recht schleppend. Zunächst werden lediglich der Alltag im Hotel und die Gäste beschrieben. Dabei zeigt sich schnell, dass alle unterschiedlichster Natur sind – vom verschlossenen Einzelgänger bis zur redseligen alten Dame ist alles vertreten. Als denn nach etwa 60 Seiten endlich der Mord geschieht, nimmt auch die Handlung entschieden mehr Fahrt auf. Poirot und auch die Polizisten wirken sehr engagiert und man hat endlich das Gefühl, dass es vorwärts geht.
Der Fall selbst ist ziemlich kniffelig, wirft unheimlich viele Fragen auf und macht zunächst viele der Anwesenden zu Verdächtigen. Schnell wird der Kreis jener jedoch verkleinert und Poirots ganzes Genie ist gefragt. Jeder Hinweis scheint in einer Sackgasse zu enden, die Polizisten sind kurz davor, Scotland Yard einzuschalten. Immerhin scheint es sich nicht um einen „einfachen“ Mord zu handeln – es wurden Drogen gefunden und die Menge lässt auf Handel im großen Stil schließen. Dennoch ist mir bei diesem Buch aufgefallen, dass die Polizisten vergleichsweise wirklich als sehr kompetent dargestellt wurden. Das war nicht immer der Fall und hat mich positiv überrascht.
Als Poirot dann, wie immer am Ende, mit seiner Aufklärung aufwartet, erschien vieles schon extrem an den Haaren herbei gezogen. Seine Schlüsse sind zum Teil nicht nachvollziehbar und unglaubwürdig. Die Drogen, die scheinbar die Wende in den Ermittlungen darstellten, schienen plötzlich belanglos.
Insgesamt hat mir das Buch abgesehen vom Ende jedoch wirklich gut gefallen. Agatha Christie hat es mit ihren Hercule Poirot-Krimis bisher nahezu immer geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Die Beschreibungen von Ort und Leuten sind immer anschaulich und interessant, so dass zumindest aus dieser Richtung keine Langeweile aufkommen kann. Dennoch hatte dieses Buch in meinen Augen ein paar wenige Längen, die für Christie nicht typisch sind.
Meine Wertung:

+
