Hallo ihr Lieben!
Ja, hier geht's ja wirklich ziemlich rund, in diesem Thread. Ich habe mir heute ein Herz gefasst und gedacht: Warum ein Buch nicht rezensieren nur weil ich es vor Jahren gelesen habe. Und gerade eines wie
Das Parfum, das mir noch so frisch im Gedächtnis ist als wäre es gestern gewesen... und das ganz ohne Film.
Meine Meinung:Ich wurde weder von Lehrern noch von Eltern oder Freunden gezwungen, das Parfum zu lesen, aber es wurde immer wieder schwärmend von selbigen erwähnt, gar nicht mal so sehr empfohlen. Aber dieses ständige Schwärmen von etwas, das man selbst nicht kennt, wirkt vielleicht besser als tausend Tests, die man über ein Buch schreiben muss oder Gruppenzwang.
Für mich war jedenfalls im reifen Alter von etwa 16 (vielleicht war ich auch noch 15?

Hilfe, ich werde alt!) klar, dass ich mir dieses Buch kaufen und sehen würde, was denn alle so toll daran fanden. Vor allem die breite Zielgruppe hat mich schon vor dem Lesen fasziniert. Meine Eltern sowie meine Oma und relativ viele meiner Schulkollegen hatten das Buch gelesen. Die Interessensgebiete dieser Leute überschneiden sich normalerweise nicht gerade.

Schon nach wenigen Seiten war mir klar, dass ich dieses Buch genießen würde, obwohl es so ganz anders als meine damalige Normallektüre war. Die bestand hauptsächlich aus Fantasy und ganz dicken Wälzern. Aber als ich anfing, mit Grenouille die Welt der Gerüche zu entdecken und das alles ganz ohne sie selbst zu riechen, war ich völlig fasziniert.
Dasselbe gilt für Grenouilles Wesen, das mir weder sympathisch noch unsympathisch war. Er war eben da und er war der Protagonist, der diese unglaubliche Nase besitzt. Ich habe seine Morde sowie seine Karriere mit großen Augen mitverfolgt und wollte das Buch keine Sekunde lang zur Seite legen. Vielleicht könnte mir dann ein Satz entgehen, in dem ein ganz besonderer Duft beschrieben wird.
Das einzige Kapitel, das mich zu Tode gelangweilt hat (dessen Wichtigkeit ich aber im Nachhinein auch verstanden habe) war die Zeit, in der Grenouille in dieser Höhle lebt und ewig lange nichts tut als Käfer zu essen.

Aber wenn man sich da durchbeißt, geht das Vergnügen gerade weiter.
Das Ende fand ich absolut genial, wenn auch bizarr und verrückt, aber ein anderes - und vor allem passenderes - hätte ich mir nicht vorstellen können.
Von mir gibt's daher fette

(auch weil ich jetzt irgendwie gerade Lust bekommen habe, das Ding nochmal zu lesen)
Liebe Grüße,
Wendy