Es wird wirklich Zeit, dass ich den Werther mal lese, statt immer nur verblüfft davon zu lesen, wo überall Anspielungen auftauchen. 
Über das beste Werther-Alter bist du zwar hinaus

, aber trotzdem solltest du's irgendwann nachholen.

Ich hab's jetzt auch zerbissen und fand bis zum Schluss, dass es sich angenehm unanstrengend und unterhaltend liest. Und um mal was ansatzweise Kritisches zu sagen: Auch inhaltlich ist es eher leichte Kost geblieben, finde ich. Da gibt es einige interessante Wendungen, mehrere Erkenntnisse und Wahrheiten, die im Laufe der Zeit so ausgesprochen werden, aber ganz, ganz wenig, woran ich mich in vier Wochen noch erinnern werde, und nichts, was einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen hat (so wie bei Hustvedt, die ich bis heute nicht wieder losgeworden bin).
Maureen und ihre Situation entwickeln sich in diesem Teil gewaltig, was natürlich auch mit ihren bescheidenen Ansprüchen zusammenhängt, die für meinen Geschmack etwas zu oft etwas zu sehr betont werden. Ganz stark zum Beispiel ihr Gespräch mit Jess' Mutter, das ja tatsächlich einiges leichter zu machen scheint für Jess. Deren Idee der Zusammenkunft aller Beteiligten ist auch ganz schön schräg und ein witziger Einfall (nicht nur von Jess, auch von Hornby). Überhaupt finde ich, dass die Frauen die deutlich interessanteren Figuren sind, vielleicht allerdings auch ein bisschen zu klischeehaft extrem gezeichnet. Auch JJs Perspektivwechsel ist gewaltig, allerdings nicht sehr realistisch. Mit sowas kämpfen die meisten Leute vermutlich Jahrzehnte lang.

Einzig Martin bleibt ein Idiot und Unsympath bis zum Ende, das ja eigentlich gar keins ist. Und irgendwie ist es ja auch schön, dass er trotz all seiner Verkorkstheit ganz selbstverständlich dazugehört.
Auch die Schlussmetapher mit dem Millenium Wheel mag ich gerne und finde, dass sie wunderbar zum Roman passt: leicht verständlich, ein bisschen poetisch und resignativ-hoffnungsvoll.
Übrigens war dieses (vielleicht zusamen mit 'About a Boy", aber da ist das Lesen schon ganz lange her) das Buch von Hornby, das mir bisher am besten gefallen hat. In den anderen (vor allem "Fever Pitch" und "High Fidelity") sind mir die männlichen Hauptfiguren, denen man sehr viel weniger gut entrinnen konnte als JJ und Martin, furchtbar auf den Wecker gefallen.
Es hat Spaß gemacht mit euch zu lesen.

Wenn du mich nicht angeschubst hättest, Breña, würde das Buch wahrscheinlich in zehn Jahren noch meinen SUB zieren. Hoffentlich klappts bald mal wieder!
