Elisabeth Gilbert – Eat, Pray, Love
Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien
Kurzbeschreibung (Amazon):
Essen. Beten. Lieben. Das braucht der Mensch zum Glücklichsein. Aber die einfachsten Dinge sind die schwersten, das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang 30 hat sie ihren Mann verlassen und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Nach tränenreichen Nächten beschließt die New Yorkerin, eine lange Reise anzutreten: In Italien lernt sie die Kunst des Genießens kennen, in einem indischen Ashram alle Regeln der Meditation und in Bali trifft sie auf Felipe und erfährt durch ihn die Balance zwischen innerem und äußerem Glück.
Ich habe mir das Buch nun erst einmal als Hörbuch auf Englisch zu Gute geführt, gelesen von der Autorin selbst, mit viel Charme, aber auch Persönlichkeit. Dann wird einem noch mehr bewusst, dass es sich nicht einfach um eine Fiktion handelt, sondern sich die Autorin hinter allem Humor außergewöhnlich offen zeigt und liefert. Denn es ist ihre Geschichte. Diese aber erzählt sie nicht einfach akribisch genau, oder was die angesprochenen Länder betrifft, als Landes- oder Reisebeschreibungen, sondern als persönliche Erfahrung. Geht es um eine Art „Reise“, dann wohl eher um eine ins eigene Herz und dann auch zu und mit anderen. Denn auch da, wo es bei Gilbert im ersten, in Italien spielenden Teil also hauptsächlich ums Essen geht, handelt es sich weniger um die rein äußerlich notwendige Nahrungsaufnahme, als vielmehr die Entdeckung des Genießens. Herrlich, mit ihr in diesem Land auf Entdeckungsreise zu gehen, wie man sich etwas zu gönnen lernt! Das „süße Nichtstun“ als Kunst des Lebens, und Absage an die ständigen Rechtfertigungen seines Tuns durch Nutzsucherei!
Die eher „spirituelle“ Suche in einem Ashram Indiens, oder auch Teile des Aufenthaltes in Bali, bei einem Medizinmann oder auch einer Heilerin, mögen uns ferner stehen. Dennoch erzählt sie auch dort vieles, indem man sich wiederfinden kann und wo spirituelle und menschliche Erfahrungen etwas Universales beinhalten.
Dieses Buch könnte man tatsächlich auch in den Bereich „Weltsicht“ stellen, auf jeden Fall ist es kein Roman oder eine Erzählung im fiktionalen Sinne. Dann schon eher ein autobiographischer Bericht. Hier spricht jemand mit großem Humor von dem, was leben lässt! Prima! Die von einigen Lesern empfundenen Banalitäten halte ich für sehr wahre, zentrale menschliche Grunderfahrungen einer spirituell Suchenden. Natürlich können wir selbst woanders stehen, doch Frau Gilbert spricht mit bestechender Ehrlichkeit von selbst Erfahrenem und Durchreflektiertem.