Da ich endlich aus der Kurzarbeit raus bin und endlich wieder arbeiten darf, konnte ich mich über Tag nicht einschalten. Daher werde ich jetzt hier sicher nicht mehr auf alles detailliert eingehen, wozu ich mich vielleicht hätte äußern wollen/sollen/können und versuche es auf etwas summarischer Ebene.
Ehrlich gesagt, ich habe jetzt zumindest bei Klassikfreund etwas den Überblick verloren, woran er sich für die
Weltliteratur orientieren würde. Den Kindler schon, aber vielleicht auch noch anderes. Wikipedia (was ich für ein eher zweifelhaftes Kriterium halte). In Weltsprachen übersetzt. Als da wären? Reicht Chinesisch? Sprechen ja immerhin genug Leute.
Hintergrund meines Ausgangspostings war, das entschieden zu viele Autoren
vor allem aus dem nicht-westlichen Kulturkreis in der
Sonstigen Belletristik vor sich hindümpeln, mithin also das, was Saltanah auch schon so passend formuliert hat. Daß sich dort auch noch eine ganze Reihe Europäer und (US-)Amerikaner finden, die man guten Gewissens woanders unterbringen könnte, wird dadurch nicht ausgeschlossen.
Der Qualitätsfaktor. Wie die Diskussion hier auch gezeigt hat, ist die Vorstellung von Qualität sehr unterschiedlich, sie hängt nämlich auch entscheidend davon ab, von welcher Seite her ich darauf schaue. Was für den einen eine qualitative Zumutung ist, ist für den anderen eine Herausforderung. Und außerdem vertrete ich nach wie vor die Ansicht, daß auch die Frage nach der Herkunftserzähltradition des Autors bei dieser Beurteilung eine Rolle spielen sollte. Wie dem auch sei: Wir werden darüber keine Einigung erzielen können. Die Formulierung in meinem Ausgangsposting war vielleicht nicht die beste, der entscheidende Teil war aber die
vermutete Qualität – nämlich genau aus den Abgrenzungsproblemen.
Tatsächlich macht die ganze Diskussion auf mich auch ein bißchen den Eindruck, daß hier vor allem Reviere ängstlich verteidigt werden sollen. Und in die gehören bestimmte Autoren eben einfach nicht. Am besten wäre es
eigentlich, auf nicht genredefinierte Kategorien zu verzichten, da dies über die Genrebestimmung hinweg immer wieder weitere Zuordnungsprobleme schafft. Das würde also bedeuten, das Unterforum
Klassiker und Weltliteratur komplett aufzulösen, was vermutlich auch niemand wirklich möchte. Ich habe aber kein Problem damit, die Aufteilung anders vorzunehmen, dann aber tatsächlich so, wie nimue es schon gesagt hat:
mohan hatte schon einen guten Vorschlag: Beide Bereiche trennen in "Klassiker" und "Weltliteratur" (letzteres dann aber nicht mit dem Untertitel anspruchsvolle Literatur). Bei den Klassikern will ich dann aber der Einfachheit halber auch nur die "70 Jahre Autor tot und Buch noch verlegt" Klausel haben. Sonst ist das ganze nämlich einfach nicht wirklich einzuordnen (siehe Thread hier als Beweis).
D. h.: wirklich mit der ganz engen Klassiker-Auslegung, dann gibt es auch keine Ausnahmen für Thomas Mann oder ähnliche. Die
Weltliteratur würde zum Sammelbecken für alles „Exotische“ und gerne auch für zeitgenössische, möglicherweise zukünftig mal Klassiker werdende Autoren, und eine
Sonstige Belletristik bleibt für das,was danach immer noch nirgendwo anders hinpaßt.
Schönen Gruß,
Aldawen