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Autor Thema: Weltliteratur in diesem Board  (Gelesen 8381 mal)

mombour

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #15 am: 06. Dezember 2009, 15:59:22 »


Betrachtest Du "Weltliteratur" insofern als Qualitätsmerkmal? Dann passt es m.E. erst recht nicht zu den anderen Kriterien, die die Zuordnung nach inhaltlichen Aspekten vornehmen.

In den meisten Fällen schon. Ja, ich denke z.B. dass bei Nabokovs "Lolita" literarische Qualität ausschlaggebend war, damit es zur Weltliteratur wurde, und nicht das Thema. Für Thomas Mann, Philip Roth, Claude Simon, Amoz Oz und für sehr viele andere gilt das auch.

Dessen ungeachtet kann natürlich eine inhaltliche Aufteilung durchaus reizvoll sein.

Liebe Grüße
mombour
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MacOss

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #16 am: 06. Dezember 2009, 16:16:53 »

ich denke z.B. dass bei Nabokovs "Lolita" literarische Qualität ausschlaggebend war, damit es zur Weltliteratur wurde, und nicht das Thema.

Eine konkrete Zuordnung hielte ich in diesem Fall auch für problematisch. Thematisch würde "Lolita" prinzipiell zur "sonstigen Belletristik" passen. Da es aber nicht verdient hat, dort neben den vielen literarischen No-names unterzugehen, andererseits für einen Klassiker noch nicht alt genug ist, wird es der - qualitativ höherwertigen (?) - "Weltliteratur" zugeordnet. (Wer auch immer bestimmen mag, was "qualitativ höherwertig" ist.)

Insofern könnte eine Definition sein, dass Weltliteratur qualitativ hochwertige Literatur ist, die es noch nicht zum Klassiker geschafft hat, aber auch nicht in der sonstigen Belletristik untergehen sollte.

Damit könnte ich mich sogar anfreunden. Aber ich glaube, das ist nicht das, was hier beabsichtigt ist, die Planung hat doch wohl eher geographische Aspekte im Sinn:

Grundsätzlich können und sollen Romane, die nicht vor allem genretypisch, aber dabei eher ortsunabhängig sind, sondern die den Anspruch haben, Verhältnisse, Strukturen und Entwicklungen ob politischer, sozialer, ökonomischer oder sonstiger Art in einem eher „exotischen“, aber eindeutig benannten Land zu zeigen, hier vorgestellt werden – und zwar unabhängig von der jeweils tatsächlichen oder empfundenen literarischen Qualität. (...) Geht es [allerdings] z. B. um Benachteiligung von Indios in Peru, Bereicherung nachkolonialer Eliten in Kenia, Blutrache in Albanien oder Rückbesinnung auf kulturelle Werte der Maoris in Neuseeland, dann sollte das entsprechende Buch hier der Weltliteratur zugeordnet werden.
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Aldawen

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #17 am: 06. Dezember 2009, 17:12:59 »

Nicht wegen eines Themas allein, z.B. "koloniale Traumata", wird Literatur gleich zur Weltliteratur, sondern es kommt außerdem darauf an, wie ein Thema in einem Roman künstlerisch aufbereitet wird.

Ein Beispiel: Antonio Lobo-Antunes gehört nicht automatisch zur Weltliteratur, weil er über die Salazardiktatur und Nelkenrevolution geschrieben hat, sondern er hat das Thema in einzigartiger Weise künstlerisch ausgestaltet.

Schön, jetzt können wir diskutieren, was „künstlerische Ausgestaltung“ ist, und ich bin ziemlich sicher: Da erreichen wir keinen wirklichen Konsens, weil wir zum einen kaum objektive Kriterien dafür finden werden und zum anderen deshalb sehr weit in den dehnbaren Bereich des Geschmacks geraten. Ich habe von Lobo Antunes Das Handbuch der Inquisitoren gelesen und fand es nicht künstlerisch, sondern eine Zumutung für den Leser. Das hindert mich aber nicht daran, ihn durchaus für die Kategorie Weltliteratur zu akzeptieren, weil ich weiß, daß andere Leute das anders sehen und empfinden. Aber warum sollte dann für etliche der internationalen Bücher, die wir jetzt verschieben, nicht das gleiche gelten können? Ich hatte gehofft, im Ausgangsposting deutlich zu machen, daß es nicht um eine pauschale Zuordnung der Art Autor aus exotischem Land = Weltliteratur gehen soll, sondern schon ein bißchen mehr dazu gehört. Aber ich möchte ebenso weg von der ähnlich pauschalisierenden Form Autor aus exotischem Land = nur im absoluten Ausnahmefall mal Weltliteratur, damit tut man nämlich einer ganzen Reihe dieser Bücher und Autoren auch unrecht. Daß es immer diskussionswürdige Fälle gibt, die der eine so, der andere so empfindet und einsortieren würde: keine Frage. Das werden wir aber auch nicht bis ins Kleinste aufdröseln und für jeden zufriedenstellend lösen können.
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dubh

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #18 am: 06. Dezember 2009, 19:39:52 »

Hallo nochmal,

wahrscheinlich sind wir da einfach bei der alten Diskussion über die Qualität von Literatur angelangt. Während die einen Marion Zimmer Bradley für gute Literatur halten, ist es für einige wenige Rosamunde Pilcher - für die meisten hier sicherlich nicht. Wo setzt man also mit solcherlei Diskussionen an?
Als Beispiel könnte man jetzt zum Beispiel Khaled Hosseini nennen. Bei ihm fällt mir schon eine Genreeinteilung schwer, seine Bücher würde ich am ehesten unter 'Sonstige Belletristik' einordnen. Was passiert mit ihm? Er erzählt in seinem zweiten Buch "Tausend strahlende Sonnen" über zwei unterschiedliche Frauen im Afganistan der letzten Jahrzehnte, zeigt seiner Leserschaft verheerende Situationen von unterdrückten Menschen in einem islamischen Regime auf... Trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, dieses Buch (oder auch "Drachenläufer") unter die Überschrift Weltliteratur zu setzen.

Also hat es doch mit schriftstellerischem Können zu tun, nicht nur mit der Thematik an sich. (Danke übrigens, mombour, Du hast mein letztes Posting schon ganz richtig interpretiert!)
Ob man António Lobo Antunes nun als Zumutung empfindet oder als Chronisten einer Kolonialmacht, der unter anderem mit seinen Erlebnissen umzugehen versucht und dabei zweifelsohne einen sehr eigenen Stil an den Tag legt, spielt meiner Meinung nach keine explizit große Rolle (im übrigen wer ich als eine seiner LeserInnen nicht beleidigt, wenn man ihn unter 'Sonstige Belletristik' einsortieren würde). Natürlich ist Literatur immer eine Frage des persönlichen Geschmacks - das zeigen verschiedenste Literaturnobelpreisträger, die beim einen kaum Verständnis hervorrufen, von anderen himmelhochjauchzend gelobt werden. Auch will ich nicht abstreiten, dass mein Fokus durchaus europäisch geprägt ist, was von unterschiedlichsten Faktoren abhängt: fehlende Übersetzer für ganze Sprachgebiete, mangelndes Interesse dank des teilweise sehr fixierten Literaturbetriebes, und so weiter. Gar nicht auszumalen, was uns hier an phänomenaler Literatur durch die Lappen geht, weil der Schriftsteller vielleicht aus Kambodscha, China, Burundi oder Saudi Arabien stammt.
Kurzum, Weltliteratur kann sehr vielseitig sein, aber das Thema eines Werkes kann meines Erachtens nicht das alleinige Kriterium dafür sein.

Grüße
dubh
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Breña

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #19 am: 06. Dezember 2009, 23:40:54 »

Also hat es doch mit schriftstellerischem Können zu tun, nicht nur mit der Thematik an sich.

Stimmt. In dem Moment, in dem man die althergebrachte Definition ansetzt. Allerdings soll genauso diese erweitert werden, weshalb die Diskussion um literarische Qualität wohl gerade in die falsche Richtung führt. Wobei das Moderatorenteam ja auch keine Überlegung zur Diskussion gestellt sondern uns über eine Tatsache informiert hat.
Gut, dass ich die Argumenten dafür einleuchtend finde und mich mit der Neuerung gut anfreunden kann. :schwitz: :zwinker:

Viele Grüße
Breña
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"Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht."  J. L. Borges

Klassikfreund

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #20 am: 07. Dezember 2009, 11:21:13 »

Also, ich finde die Aufweichung des Begriffs "Weltliteratur" vollkommen unnötig und unterstütze ihn nicht. Die bisher benutzte Definition, dass sich ein Autor im Kindler befinden muss (darin befinden sich mehr als 7.000 Autoren) halte ich für die geeigneste, da Weltliteratur auch außerhalb dieses Forums in dieser Weise (oder zumindest ähnlich) verstanden wird.

Gruß, Thomas
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Klassikfreund

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #21 am: 07. Dezember 2009, 11:23:40 »

Geht es allerdings z. B. um Benachteiligung von Indios in Peru, Bereicherung nachkolonialer Eliten in Kenia, Blutrache in Albanien oder Rückbesinnung auf kulturelle Werte der Maoris in Neuseeland, dann sollte das entsprechende Buch hier der Weltliteratur zugeordnet werden.

Ich dachte, Weltliteratur hätte etwas mit Qualität zu tun und erweitert die Klassikerdefinition (mind. 70 Jahre alt) in die Neuzeit hinein.

Schöne Grüße,
Thomas
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Klassikfreund

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #22 am: 07. Dezember 2009, 11:28:13 »


Schön, jetzt können wir diskutieren, was „künstlerische Ausgestaltung“ ist, und ich bin ziemlich sicher: Da erreichen wir keinen wirklichen Konsens, weil wir zum einen kaum objektive Kriterien dafür finden werden

Wir finden die Kriterien nicht, aber die Herausgeber des Kindler haben sich ganz sicher den Kopf darüber zerbrochen und daher kann man auf diese Liste zurückgreifen. Wer dort drin ist und zugleich in die Weltsprachen übersetzt wurde, ist Weltliteratur.

Es wird immer ungerechte Grenzfälle geben, darüber muss man ja nicht streiten, aber die Thematik eines Buches definiert ganz sicher nicht "Weltliteratur".

Gruß, Thomas
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Arjuna

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #23 am: 07. Dezember 2009, 11:30:25 »

Ich dachte, Weltliteratur hätte etwas mit Qualität zu tun und erweitert die Klassikerdefinition (mind. 70 Jahre alt) in die Neuzeit hinein.

Eigentlich müsste es ja heißen Klassiker und Bücher, die vielleicht/wahrscheinlich Klassiker werden.  :smile:

Warum gönnt man der "Weltliteratur", so wie sie jetzt hier - in diesem Thread - definiert wird, eigentlich nichts Eigenes?

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Aldawen

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #24 am: 07. Dezember 2009, 13:45:24 »

Die bisher benutzte Definition, dass sich ein Autor im Kindler befinden muss (darin befinden sich mehr als 7.000 Autoren) halte ich für die geeigneste,

Das mag für manche Zwecke eine geeignete Definition sein. Ich schaffe mir keinen Kindler an, nur um nachsehen zu können, ob ein bestimmter Autor darin vertreten ist oder nicht. Und ich vermute, daß insgesamt die Anzahl der hiesigen Forumsnutzer mit einem Kindler im permanenten Zugriff eher gering ist.

da Weltliteratur auch außerhalb dieses Forums in dieser Weise (oder zumindest ähnlich) verstanden wird.

Und weil das so ist, müssen wir das nachmachen?

Wir finden die Kriterien nicht, aber die Herausgeber des Kindler haben sich ganz sicher den Kopf darüber zerbrochen

Das will ich zu ihren Gunsten sowohl hoffen als auch annehmen. Wie setzt sich dieses Gremium eigentlich zusammen, die da verantwortlich zeichnen? Von der Herkunftssprache? Fachlich? Wer sagt mir denn, daß ein solches Gremium auf Grund seiner eigenen Lesesozialisation und Prägung in Erzählstrukturen in der Lage ist, zu bewerten, inwieweit jemand, der aus einer oralen Tradition kommt und zyklische Erzählweisen gewohnt ist, mit einem linear erzählten Ursache-Wirkungsroman nicht eine künstlerische Ausgestaltung vorgenommen hat, die seiner eigenen Prägung völlig fremd ist, für uns aber vielleicht einfach nur simpel wirkt, weil wir es so gewohnt sind?
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Klassikfreund

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #25 am: 07. Dezember 2009, 13:50:41 »


Der Begriff der Weltliteratur in seiner relativ engen Auslegung ist, nach meinem Empfinden, zu eurozentrisch und von bildungsbürgerlichen Vorstellungen seit dem 19. Jahrhunderts geprägt. Wir leben aber inzwischen in einer anderen Welt, und das darf sich m. E. auch ruhig in der Definition eines solchen Begriffs wiederfinden. In vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen hat man sich von dieser Verengung längst gelöst. Warum sollte das also in der Literatur nicht auch gelten und möglich sein?

Ich bin mit deinen Ausführungen einverstanden. Aber wie können wir nun festlegen, wer zur Weltliteratur gehört und wer nicht? Der bedeutendste Schriftsteller eines Landes sollte tatsächlich der Weltliteratur zugeordnet sein. Aber das ist unabhängig vom Thema, er  oder sie wird entsprechende Auszeichnungen vorweisen können und vermutlich auch einen Eintrag im Kindler. Kindler muss ja auch nicht der alleinige Maßstab sein, wenn wir z.B. Zugriff auf das asiatische Weltliteraturlexikon hätten, dann kann man das durchaus heranziehen.

Übrigens: Werke aus 231 Sprachen sind in der neuesten Ausgabe des Kindler vertreten. So eurozentristisch ist er nicht mehr.

Gruß, Thomas
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Klassikfreund

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #26 am: 07. Dezember 2009, 13:52:37 »

Die bisher benutzte Definition, dass sich ein Autor im Kindler befinden muss (darin befinden sich mehr als 7.000 Autoren) halte ich für die geeigneste,

Das mag für manche Zwecke eine geeignete Definition sein. Ich schaffe mir keinen Kindler an, nur um nachsehen zu können, ob ein bestimmter Autor darin vertreten ist oder nicht. Und ich vermute, daß insgesamt die Anzahl der hiesigen Forumsnutzer mit einem Kindler im permanenten Zugriff eher gering ist.

Man kann es auch in den Wikipedia-Artikeln erkennen, ob jemand zur Weltliteratur zuzuordnen ist oder eher nicht.

Bring doch mal bitte fünf Autoren, die du umsortieren möchtest. Dann können wir konkret schauen.

Gruß, Thomas
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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #27 am: 07. Dezember 2009, 13:54:38 »


Das will ich zu ihren Gunsten sowohl hoffen als auch annehmen. Wie setzt sich dieses Gremium eigentlich zusammen, die da verantwortlich zeichnen? Von der Herkunftssprache? Fachlich?

Es werden Vertreter der wichtigsten Nationalliteraturen benannt. Wie jetzt der Umfang für jede Nationalliteratur festgelegt wird, weiß ich aber nicht. Kindler muss ja auch nicht der alleinige Maßstab sein.

Gruß, Thomas
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Aldawen

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #28 am: 07. Dezember 2009, 14:01:18 »

Übrigens: Werke aus 231 Sprachen sind in der neuesten Ausgabe des Kindler vertreten. So eurozentristisch ist er nicht mehr.

Es geht mir nicht darum, wieviele Sprachen dort aufgenommen sind, sondern woher die Leute kommen, die die Auswahl treffen.

Bring doch mal bitte fünf Autoren, die du umsortieren möchtest. Dann können wir konkret schauen.

Um eine breite geographische Streuung zu präsentieren, die ich aber trotzdem für diese Zwecke für repräsentativ halte:

Ciro Alegrìa, Ngűgĩ wa Thiong'o, Keri Hulme, Yaşar Kemal, Dương Thu Hương
(Zum Teil habe ich die jetzt schon verschoben, daher nicht wundern, wenn die Suche bereits in dieses Board hier verweist).

Kindler muss ja auch nicht der alleinige Maßstab sein.

Genau. Und warum sollte ein weiterer Maßstab nicht unser gesunder Menschenverstand sein? Sind wir nicht in der Lage, selbst zu entscheiden, welchen Autor wir wichtig finden?
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Kinywa ni jumba la maneno.
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Klassikfreund

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Antw:Weltliteratur in diesem Board
« Antwort #29 am: 07. Dezember 2009, 15:13:46 »


Ciro Alegrìa, Ngűgĩ wa Thiong'o, Keri Hulme, Yaşar Kemal, Dương Thu Hương
(Zum Teil habe ich die jetzt schon verschoben, daher nicht wundern, wenn die Suche bereits in dieses Board hier verweist).

Kindler muss ja auch nicht der alleinige Maßstab sein.


Genau. Und warum sollte ein weiterer Maßstab nicht unser gesunder Menschenverstand sein? Sind wir nicht in der Lage, selbst zu entscheiden, welchen Autor wir wichtig finden?

Diese Beispiele helfen doch schon weiter. Ich habe nur mal den ersten nachgeschlagen.

Auf Wikipedia finde ich zu Alegria:
"Zusammen mit José María Arguedas gilt Ciro Alegría als bedeutendster Vertreter des peruanischen indigenistischen Romans."

Also, der gehört natürlich zu Weltliteratur. Aber das gehört er auch nach der _alten_ Definition.

Die wichtigsten Vertreter eines Landes gehören natürlich zur Weltliteratur. In deinem Eingangsposting fehlt leider das Wort "Qualität", schlimmer noch, du schließt "Qualität" als Kriterium explizit aus. Um zu den wichtigen Vertretern einer Nationalliteratur dazu zu gehören, ist aber Qualität unbedingt erforderlich.

Simmel ist in alle Sprachen übersetzt, aber deswegen gehört er noch lange nicht zur Weltliteratur, obwohl er auch gesellschaftskritische Inhalte behandelt hat.

Gruß, Thomas

« Letzte Änderung: 07. Dezember 2009, 15:37:51 von Klassikfreund »
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