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Autor Thema: Theresa Breslin - Das Medici-Siegel  (Gelesen 1908 mal)

Taya

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Antw: Theresa Breslin - Das Medici-Siegel
« Antwort #15 am: 13. Dezember 2009, 17:44:58 »

So, jetzt habe ich das Buch auch endlich beendet.
Ich fand auch das es sich ziemlich gezogen hat. Und das ende naja ich weiß nicht was ich davon halten soll. Eigentlich ist genau das passiert was sie nicht wollten aber die Umstände haben sich so geändert dass doch alle glücklich sind ...
Zwischendurch gab es zwar immer wieder stellen die interessant waren und an denen ich gerne weitergelesen habe, im größten Teil des Buches hat sich die Handlung allerdings ziemlich gezogen so das es stellenweise doch recht langweilig war.

Von mir bekommt das Buch:  2ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:
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Sorge Dich nicht um die Zukunft, solange sie nicht Gegenwart geworden ist.
Laotse

TanjaT

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Antw: Theresa Breslin - Das Medici-Siegel
« Antwort #16 am: 07. März 2010, 23:12:50 »

Wie ich Taya schon per PN mitteilte, hatte ich die Leserunde leider schlicht vergessen.
Als kleine "Wiedergutmachung" möchte ich euch hier dennoch zusätzlich zur Gesamtkritik, die ich plane, meine Eindrücke nach und nach schildern. Aktuell lese ich den sechsten Teil.

Teil 1, Der Mord, 1502
Der Anfang hat mich sehr verwirrt, weil ich ihn außerordentlich abrupt fand. Auch die Art und Weise der Aufnahme bei Leonardo da Vinci erschien mir etwas plump. Falls jemand etwas damit anfangen kann: Erinnerte mich an typische Rollenspielerabende (oder alternativ standardmäßige Fantasyromane), nach dem Motto "Ihr trefft euch zufällig in einer Taverne, als plötzlich ...", naja, jedenfalls war ich sehr skeptisch.
Die Szenen rund um Perela haben mich mit der Geschichte dann jedoch schon versöhnt. Ich fand sie sehr stimmungsvoll, und hier taucht auch bereits das Thema legitimer und illegitimer Kinder auf, das ja einen Kernpunkt des Romans bilden wird, wie ich euren Ausführungen entnommen habe.

Teil 2, Der Borgia, 1502
Dieser Teil ist deutlich länger als der erste und besteht im Grunde wiederum aus zwei Teilen.
Im ersten Teil steht Matteos Wissen, das er von seiner Großmutter mitbekommen hat, neben der Begleitung von Leonardo da Vincis Sektionen im Mittelpunkt.
Im zweiten Teil begegnet der Leser Cesare Borgia persönlich.
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Auch Machiavelli begegnet man als Leser in diesem Teil.
Am Ende des zweiten Teils erfährt Matteo, dass Perela und die Familie dell'Orte in Gefahr sind und reitet los, um das Schlimmste zu verhindern.

Ich hab mir Gedanken gemacht, warum die einzelnen Teile so und nicht anders in die Teile des Buches aufgegliedert wurden (statt nur nach Kapiteln, die ja ebenfalls gegeben sind).
In diesem zweiten Teil stand für mich vor allem da Vincis Charakterisierung im Mittelpunkt. Hier wird nicht nur ausführlich auf dessen Sektionen und seine Motivation dabei eingegangen, sondern die Autorin hat sich auch sehr bemüht, sein Genie irgendwie einzufangen und darzustellen. Ich finde, dass ihr das gut gelungen ist. Leonardo da Vinci ist hier keine nahezu übersinnliche oder göttliche Figur, sondern ein ganz normaler Mensch, der über einen sehr wachen Geist und eine große Neugier verfügt. Man sieht, dass ihn unzählige Dinge zugleich beschäftigen und er, wie man heute sagen würde, sehr multitaskfähig ist. Er achtet auf Nuancen (Benedikts Mimik, Matteos Aussagen), während er zugleich clever diskutiert. Er stellt die richtigen Fragen und zugleich erkennt er bisherige Erkenntnisse nicht automatisch an, sondern stellt auch diese in Frage.
Dass er das alles unter dem Schutz des Borgias tut, zeigt besonders gut, dass er kein Narr ist, sondern sich dort anpasst, wo es nötig ist - und zwar, obwohl es ihn sehr, sehr vieles kostet. Von außen und aus der heutigen Zeit heraus kann man natürlich diskutieren, ob die dargestellte Figur eine ehrenwerte ist oder eher eine feige und/oder eine primär auf den eigenen Vorteil bedachte, auf jeden Fall finde ich Leonardos Charakterisierung interessant und zugleich glaubwürdig. Theresa Bresin hat sich hier sehr viel Mühe gegeben und ich finde, es hat sich gelohnt.

Zugleich hat mich gefreut, dass auch Matteos Großmutter nicht zur "klassischen Zigeunerin" degradiert wurde, sondern dass auch sie, ohne selbst aufzutreten, als eine beachtliche Frau dargestellt wird, ebenfalls sehr klug, umsichtig und mit guter Menschenkenntnis ausgestattet. Auch hier hat die Autorin auf Stereotypen verzichtet, was der Stimmung des Buches meiner Meinung nach sehr zuträglich ist.

Durch die Sektionen und deren ausführliche Darstellung sowie die angrenzenden Fragen hinsichtlich des menschlichen Körpers und seiner Erkrankungen habe ich in diesem Buchteil übrigens des Öfteren an Noah Gordons "Der Medicus" denken müssen - ein Roman, den ich damals übrigens sehr gern mochte.

Teil 3, Sandinos Rache, keine Zeitangabe
Matteo erreicht Perela und findet Rossana, Elisabetta und Paolo. Er flieht mit ihnen zu Bruder Benedikt ins Kloster und schließlich weiter ins Kloster dessen Schwester, während Sandinos Schergen schon unterwegs zu ihnen sind.
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Am Ende trennen sich die Wege. Während die Geschwister dell'Orte zu einem Onkel in der Nähe von Mailand reisen, der sie in ihre Obhut nehmen will, will Matteo zurück zu da Vinci nach Florenz kehren.

Ein ausgesprochen brutales und emotionales Kapitel des Buches, wie ich finde.
Nicht verstanden habe ich, wieso Sandinos Leute Perela einfach so angreifen konnten. Waren die Dienste dell'Ortes nicht ausreichend, so dass Perela einfach so angegriffen und die Bewohner getötet werden konnten? Müssen Sandino und Co. nicht mit Konsequenzen rechnen?
Cesare Borgia gilt zwar als überaus brutaler und gewissenloser Mann, was ja auch an einigen Stellen sehr plastisch dargestellt wird (und an anderer Stelle sogar noch medizinisch näher erläutert wird), doch die Verhältnismäßigkeit des Ganzen leuchtet mir nicht ganz ein.

Ein bisschen frage ich mich, inwieweit die Geschichte, die in diesem Kapitel erzählt wird, wirklich notwendig für das Buch ist. Tatsächlich würde es den Umfang des Buches locker um die Hälfte reduzieren, wenn es dieses Kapitel nicht gäbe, denn es stellt ja die Weichen für spätere Kapitel. Es ist ursächlich für Matteos Bekanntschaft mit Eleonora, für Matteos Teilnahme an der Bande Rosse und entsprechenden Beschreibungen, doch auch, wenn ich besonders die Charakterisierung Elisabettas hier und auch später sehr gut und schlüssig finde, finde ich, dass die Autorin hier möglicherweise ein Fass zuviel geöffnet hat. In Anbetracht des Gesamtumfang des Buches von 574 Seiten hätte man vermutlich - zumindest aus jetziger Sicht; ich bin ja noch nicht durch - auf diesen Teil verzichten können.

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Ich grüße euch alle. Immer. Ehrlich.
Tanja
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TanjaT

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Antw: Theresa Breslin - Das Medici-Siegel
« Antwort #17 am: 08. März 2010, 00:47:57 »

Teil 4, Sinistro, der Schreiber, 1505
Matteo gehört (wieder) zum Gefolge Leonardo da Vincis, das sich mit dem Meister in Florenz befindet, um dort den Auftrag für ein großes Schlachtenbild auszuführen. Zwei Jahre lang wurde an den Entwürfen und den Vorzeichnungen für das Gemälde der Anghiarischlacht gearbeitet und zum Verdruss seiner Leute beginnt Leonardo ausgerechnet zur dreizehnten Stunde an einem Freitag mit dem Bild selbst - was sich entsprechend der Unkenrufe seiner Leute auch noch rächen soll und wird.
Dieser Teil enthält einen etwas ausführlicheren Rückblick auf Matteos Vergangenheit und Sandinos Auftrag an ihn, der ihn fast das Leben gekostet hätte, außerdem enthält dieser Teil Leonardos Begegnung und Freundschaft mit Donna Lisa, von der er ein Porträt anfertigt ( :zwinker:).
Felipe und Graziano aus Leonardos Gefolge bekommen ziemlich viel Raum und auch ein Konstrukt, mit dessen Hilfe der Mensch fliegen können soll, steht eine Zeit lang im Mittelpunkt.
Ansonsten beschäftigt sich dieses Kapitel vor allem mit Fragen über die Ausbildung des mittlerweile 15-jährigen Matteo, der unterrichtet werden soll, das Lesen und Schreiben erlernen soll, dies aber ablehnt - bis er halbwegs dazu gezwungen wird. Zwar freundet er sich mit dem Schreiber Sinistro an, der ihm Elisabettas Briefe vorliest und schließlich auch seine Antworten an sie für ihn verfasst, doch bekommt Matteo auch ein Buch geschenkt, das er nicht lesen kann und kommt wiederholt in Situationen, in denen ihm seine mangelnde Bildung im Weg steht.
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Dieses Kapitel fand ich abseits des Porträts für Donna Lisa und der Flugkonstruktion eher langweilig und - ähnlich dem Fluggerät - sehr konstruiert. Das Maß, in dem sich Felipe und Graziano um Matteos Bildung sorgen und ihn zum Unterricht drängen wollen, habe ich nicht nachvollziehen können, weil mir deren Motivation im Grunde völlig verschlossen blieb. Auch dass Matteo ausgerechnet wegen eines Märchenbuches plötzlich seine Meinung ändert, was Elisabettas Briefe zuvor nicht geschafft haben, verstehe ich nicht.
Dreh- und Angelpunkt neben der Darstellung verschiedener Werke Leonardo da Vincis Anfang des sechzehnten Jahrhunderts scheint es zu sein, die Begegnung mit Sinistro und das Ende dieser Bekanntschaft einbringen zu können, wobei Matteo den Brief zu diesem Zeitpunkt lesen können muss, weil die ganze Sache sonst der gesamten Geschichte des Buches nicht bringt. Das war mir deutlich zu konstruiert und auch zu langatmig, auch wenn ich den Strang rund um Leonardo gern gelesen habe (was aber daran liegt, dass mein Interesse für Leonardo da Vinci mich ursprünglich überhaupt erst zum Kauf dieses Buches bewogen hatte  :zwinker:).
Auch fehlen einem praktisch die zwei Jahre zwischen dem dritten und vierten Teil, die manches des eben Kritisierten vielleicht besser erklären könnten, als es die diversen kleinen Rückblicke dieses Teils tatsächlich tun.

Teil 5, Krieg, 1509
Matteo befindet sich weiterhin in der Ausbildung, erlernt allerlei, auch das von ihm verhasste Tanzen. Mehrere Male besucht er Paolo und Elisabetta auf dem Hof ihres Onkels in Kestra, wobei er auch die Bekanntschaft des Franzosen Charles d'Enville macht, der ihn auf einem dieser Besuchsritte quasi aus Langeweile begleitet. Besonders Paolo ist von Charles' Bekanntschaft sehr angetan, da der Soldat in Paolo das Feuer nach Rache und Krieg wieder entfacht und weiter schürt.
Die Sprache kommt noch einmal auf den Angriff auf Perela damals (in dem auch mein Kritikpunkt, wie sich das Ganze objektiv erklären lässt, angesprochen wird - jedoch nicht wirklich gelöst).
Man erfährt, dass Cesare Borgia tot ist, was Paolos geplante Rache jedoch nicht beendet, denn Paolo sinnt auf Vernichtung des Papstes.
Leonardo da Vinci reist mit seinem Gefolge im gleichen Jahr nach Pavia, um den Vorlesungen seines Freundes Marcantonio della Torre zu lauschen und seine anatomischen Kenntnisse weiter zu vertiefen.
Elisabettas und Paolos Onkel erleidet einen Schlaganfall und stirbt, was den beiden einiges an Geld hinterlässt, das Paolo jedoch für die Gründung eines eigenen Waffentrupps für den Kampf an der Seite der Franzosen und somit gegen den Papst auszugeben gedenkt. Elisabetta bittet Matteo um Hilfe, da der rührige Nachbar Baldassare Paolo auch nicht zur Räson bringen kann, doch letztlich sorgt Matteos Besuch nur dafür, dass Paolo Matteo an seine Verpflichtung erinnert, sich an der Rache zu beteiligen, so wie Matteo sein Wort damals in Perela gegeben habe.
Matteo, der soeben das Angebot bekommen hatte, in Pavia Medizin zu studieren, ist untröstlich, will sich aber seiner Verpflichtung stellen, das Studium ablehnen und seinen Meister verlassen, um Paolo zur Seite zu stehen.
Als Matteo erst einmal abreist, wird er überfallen. Auf seiner Flucht versteckt ihn eine junge Novizin unter ihren Röcken.
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Matteo entkommt, doch durch diesen Vorfall kehrt er gar nicht erst zu Leonardo zurück, sondern schließt sich sogleich Paolos "Bande Rosse" an.

Einmal mehr muss ich sagen, dass zeitliche Sprünge dem Buch meiner Ansicht nach nicht gut tun. Ich habe auch ein bisschen den Eindruck, als wenn sie auch der Autorin nicht gut getan hätten. Immer wieder gibt es Passagen, die auf mich recht stückelig wirken und einigermaßen heruntergeschrieben, während andere wieder mit Bedacht verfasst wurden und deutlich mehr Kopfkino und Atmosphäre zulassen.
Matteos Ausbildung ist recht lustig, gerade das Tanzen auch wieder ein Hinweis auf spätere Ereignisse, dennoch ist die ausführliche Darstellung einigermaßen überflüssig.
Paolos Entwicklung einschließlich seiner aufkommenden Trunksucht fand ich glaubwürdig, an ein entsprechendes Versprechen Matteos hinsichtlich gemeinsamer Rache kann ich mich allerdings überhaupt nicht erinnern. Ich hab sogar noch mal nachgeschlagen, aber auch eine solche Stelle nicht gefunden (ich hab da angefangen, wo Matteo Paolo in seinem Versteck in Parela findet und bis zur Flucht der Jugendlichen zum Nonnenkloster von Bruder Benedikts Schwester gesucht). Hab ich die überlesen?
Schade finde ich, dass Baldassare, der Elisabetta ja eine große Hilfe und Stütze ist, so gar keinen Raum bekommt, sondern der beispielsweise auf Grund späterer Ereignisse (im weiteren Buchverlauf) eher Charles zukommt, was ich an der Stelle hier aber ziemlich überflüssig bis unglaubwürdig fand.
Die Verfolgungsjagd fand ich ziemlich spannend, auch wenn ich weder das Auftreten des "schwarzen Reiters" noch das Verhalten der Novizin verstanden habe. Immerhin letzteres klärt sich ja später (so weit bin ich schon).
Dass durch diesen Vorfall Hektik aufkommt, die Matteo direkt zurück zu den dell`Orte-Geschwistern gehen lässt, fand ich konsequent. Wäre er erst zurück zu Leonardo (wie auch ohne Pferd), wäre sein Abschied und seine Entscheidung wohl schwieriger gewesen - was ich andererseits deutlich spannender gefunden hätte als manch andere Szene im bisherigen Verlauf des Buches.

Teil 6, Die Bande Rosse, 1510
Krieg, Blut, Verwundete, Tote - das macht einen Großteil des Kapitels aus neben Erläuterungen dazu, wer gerade wo, auf wessen Seite und mit welchem Ziel kämpft. Alles ziemlich komplex und was das angeht, so habe ich zwischendurch offen gestanden den Faden verloren und mich auf sonstige Inhalte des Teils beschränkt.
Paolo ist froh und glücklich über das Kriegsgeschehen, Matteo hat sich daran gewöhnt und kann schließlich mit seinem Heilwissen ein bisschen glänzen.
Um Glanz geht es auch auf dem Ball der Lucrezia Borgia, an dem auch Matteo teilnimmt und Eleanora d'Alcatio da Travalle kennen lernt (die er ja eigentlich schon "kennt"). Matteos Tanzunterricht kommt ihm auf dem Ball natürlich zu Gute, und es ist offensichtlich, dass Matteo im Begriff ist, sich in Eleanora zu verlieben, weshalb er sich auf einem Turnier auch anstrengt, ihre Bänder zu erreichen
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.
Matteo erhält Briefe von Leonardo und Felipe und trifft Felipe schließlich wieder. Dieser erzählt ihm
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, weshalb Matteo rasch nach Kestra zu Elisabetta aufbrechen will, was er - beladen mit Geschenken - auch tut. Matteo muss erfahren, dass Paolo mittlerweile den ganzen Hof verpfändet hat, findet aber einen Weg, Elisabetta zu hefen.
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Matteo sucht Leonardo auf und bittet um Vergebung, dass er in den Krieg zog statt in Pavia zu studieren, wie Leonardo es ihm ermöglicht hat, doch Leonardo zeigt sich wieder einmal verständnisvoll. Gemeinsam betrachten sie das Letzte Abendmahl, zu dessen Restauration Leonardo gerufen wurde.

Die Namen der Herrscherfamilien sowie die ganzen Machtspielchen im Groben sind mir natürlich bekannt, doch erreichen diese Informationen im Buch - und vor allem in diesem Teil des Buches - ein ungeheures Ausmaß, dem ich nicht immer folgen konnte, und offen gestanden interessierte es mich auch nicht sonderlich, weil ich mich eher für Personengeschichte interessiere und da mit Leonardo da Vinci schon ganz gut bedient bin, auch wenn Lucrezia Borgia hier auch eine sehr interessante Darstellung erfährt.
Das Wiedersehen mit Eleanora und die Entwicklung ihrer Bekanntschaft mit Metteo fand ich glaubwürdig und schön beschrieben, vieles andere Zwischenmenschliche habe ich wieder nicht so recht verstehen können.
Stefanos Begleitung und seine Wandlung hin zum tapferen und überzeugten Kämpfer fand ich dabei noch am ehesten nachvollziehbar (wenn auch aus heutiger Sicht ebenso dumm wie die Reaktionen seiner Familie; doch wie meine Oma immer zu sagen pflegte: "Da steckste nich drin").
Wie gelassen Matteo auf Elisabettas Probleme reagiert, wie wenig sie Paolo interessieren und auch, dass es auf Grund dieser ganzen Sache absolut nicht zu Differenzen zwischen Matteo und Paolo kommt, habe ich absolut nicht verstanden. Das ist für mich sehr blass und auch unglaubwürdig dargestellt, was ich umso enttäuschender finde, da gerade Matteo und die dell'Ortes im Buch Charaktere sind, auf deren glaubwürdige und gut ausgearbeitete Schilderung die Autorin an sich großen Wert gelegt hat.
Ebenso wenig verstanden habe ich
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So, der letzte Buchteil folgt noch mal separat, weil ich den noch nicht gelesen habe.  :smile:
« Letzte Änderung: 08. März 2010, 01:11:27 von TanjaT »
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Antw: Theresa Breslin - Das Medici-Siegel
« Antwort #18 am: 08. März 2010, 03:01:42 »

Teil 7, Das Medici-Siegel, 1512
Zehn Jahre nach Beginn des Buches endet es schließlich, und zwar Schlag auf Schlag:
Die Kämpfe gehen in Ravenna weiter und fordern etliche Menschenleben
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. Matteo tut sein Möglichstes nicht nur als Soldat, sondern auch in medizinischer Hinsicht, weshalb er unter anderem zur Behandlung von Kardinal Giovanni de Medici gerufen wird.
Matteo versucht nach den letzten Kämpfen, das Siegel der Medici zu verkaufen, um dadurch genug Geld zu haben, um um Eleanoras Hand anhalten zu können. Der geplante Handel bleibt jedoch nicht unbemerkt und Matteo wird schließlich verraten und muss das Weite suchen. Sein Weg führt ihn vorbei am Castel Barta, das er aus unerfindlichen Gründen aufsuchen will. Dort kommt es zum Wiedersehen und offenem Kampf mit Sandino.
Matteo sucht im Verlauf weiterhin Eleanoras Nähe und kommt durch sie auf den Gedanken, dass Kämpfe in Prato anstehen, wo sich Paolo und Elisabetta aufhalten. Er macht sich sofort auf den Weg, um sie zu warnen, vergebens.
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Matteo geht mit Jacopo de Medici mit und wird von ihm ausführlich über Matteos wahre Identität in Kenntnis gesetzt.
Unter den gänzlich geänderten Umständen gibt er Elisabetta eine Menge Geld für ihr Auskommen
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, nimmt Kontakt zu Leonardo auf und erzählt ihm seine wahre Geschichte, hält schließlich um die Hand seiner Liebsten an und greift seine Pläne wieder auf, Arzt zu werden.

Abgesehen von den brutalen Kämpfen zu Beginn dieses Teils in Ravenna und vor allem in Prato, die in erster Linie die Funktion zu haben scheinen, überflüssig gewordene Charaktere aus dem Buch zu entfernen, sind die letzten Kapitel gut zu lesen und recht unterhaltsam, wenn es auch manches Mal an Atmosphäre fehlt. Diese findet sich zwar in den verschiedenen Begegnungen von Matteo und Eleanora, nicht jedoch in den sonstigen Bereichen. Die Aufklärung von Matteos Herkunft und Jacopo de Medicis Pläne für Matteo werden ziemlich heruntergerasselt und die genauere Motivation verstehe ich ebenso wenig wie Elisabettas Anwandlung, plötzlich heiraten zu wollen. Diese Heiratspläne passen so gar nicht zum angelegten Charakter und zur Vorgeschichte der starken und selbstständigen Elisabetta. Insgesamt beläuft sich letztlich alles auf: Ende gut, alles gut.


Abschließend kann ich mich euch, Taya und Puenktchen, allerdings nicht ganz anschließen.
Der Fehler mit Salai, der erst weg geht und Seiten später plötzlich wieder da ist, ist mir auch aufgefallen, und er ist auch kein Einzelfall. Beispielsweise hat Eleanora auf dem Ball kupferrotes Haar, später bei ihrem Onkel jedoch pechschwarzes. Soche Sachen ärgern mich immer unheimlich, kamen aber andererseits auch nicht sonderlich oft vor und sind wahrscheinlich hier einfach übrig gebliebene Überarbeitungsschnitzer, die ich bei einem Buch von knapp 600 Seiten durchaus verzeihen kann.

Ich fand das Buch allerdings keineswegs langweilig, sondern stellenweise - gerade hinsichtlich des Kriegsgeschehens und der Ränkeschmieden - schlicht recht anstrengend und hinsichtlich einiger anderer Punkte etwas zu sehr in die Länge gezogen.
Das Buch lässt mit der Zeit allerdings ziemlich nach, was glaubwürdige Szenen angeht, fand ich. Beispiele habe ich oben ja einige genannt. Gerade bei den Figuren, die sich praktisch von Anfang bis Ende durch das Buch ziehen, fand ich das sehr enttäuschend, und das Hopplahopp der Identitätslüftung und die Anpassung an die neuen Begebenheiten gingen ein bisschen arg schnell vonstatten.

Dass aus Matteo und Elisabetta kein Paar wird, fand ich hingegen wieder konsequent und denke, diese Beziehung hätte eh nicht gepasst, weder für mich als Leserin, noch für die Buchcharaktere und ihre eigene Geschichte.  Eher gewundert hat mich, dass nicht mehr Wert auf eine Verbindung zwischen Elisabetta und Charles gelegt wurde.

Als Jugendbuch stehe ich "Das Medici-Siegel" gemischt gegenüber. Es gibt schon sehr brutale Szenen, die teils auch sehr plastische Schilderungen erhalten, im Buch. Gewundert hat mich, dass zwar detailliert auf Leichensektionen eingegangen wurde und beschrieben wird, dass der Kopf eines Familienvaters auf einer Lanze aufgespießt mitten im Raum steht, während seine Kinder halb ohnmächtig direkt darunter liegen, dass aber mit keinem Wort explizit erwähnt wird, dass Rossana und Elisabetta vergewaltigt wurden. Auf der anderen Seite findet die angeblich historische Situation Eingang, als man Caterina Sforza mit der Ermordung ihrer Kinder droht und diese schlicht die Röcke hebt und sagt: "Dann verrichtet euer grausames Werk. Ich kann noch mehr davon machen!" und sowas wie die Mutter mit gebrochenem Genick und das am Felsen zerschollene Kleinkind.
Warum hier ein Schnitt gesetzt wurde und da nicht, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Generell werden im Buch ja viele historische Aspekte angeschnitten, sowohl hinsichtlich Leonardo da Vinci als auch hinsichtlich anderer bekannter Namen, italienischer Herrscherfamilien, Schlachten und so weiter. Dass hierbei ziemlich brutal und blutig zugeht, ist natürlich schon realistisch und auf der anderen Seite muss man sehen, dass es in manchem Fantasyroman beispielsweise deutlich brutaler zugeht. Irgendwie finde ich es auch sinnvoller, Gewalt da darzustellen, wo sie realistisch ist als sie einzuführen, wo sie vermeidbar ist. Klingt vielleicht komisch, ist aber so - und ich denke, Jugendliche sind da durchaus in der Lage, das einzuordnen, immerhin lesen Jugendliche meist auch schon Erwachsenenromane, nicht mehr nur zielgruppenorientierte Titel. Und da Matteo im Buch zwischen 12 und 22 Jahren alt ist, dürften die Leser im Teeniealter sein und das Ganze entsprechend verstehen und verarbeiten können.

Was die historischen Dinge speziell anbelangt, denke ich, dass die Zielgruppe - eben Schüler - mit der kriegerischen Action im Buch vermutlich mehr anfangen können als ältere Leser. Ebenso wie die Details zu historischen Figuren wie Leonardo, Machiavelli, Borgia, de Medici ... sicherlich auch recht praktisch zu sehen sind, weil es immer spannender ist, auf eine erzählende Weise etwas über Figuren zu lernen als staubtrockene Theorie.
Mir selbst haben die Forschungen da Vincis und die medizinischen und heilkundlichen Ausführungen im Buch am besten gefallen.
Schade ist wiederum, dass das Buch kein Nachwort bietet, in dem Realität und Fiktion deutlicher voneinander getrennt werden. Theresa Breslin hat sich schon sehr frei bewegt, was ihre Ausführungen betrifft und die Figur des Jacopo de Medici sowie entsprechend seine Geschichte sind beispielsweise völlig frei erfunden (zumindest habe ich über keinen Jacopo Anfang des 16. Jahrhunderts etwas finden können). Da hätte man bei einem Jugendbuch, finde ich, schon einige Hinweise ins Buch einbringen sollen.

Die Charakterisierung von Figuren im Buch ist sehr schwankend. Einerseits erfahren einige Figuren eine sehr detaillierte und glaubwürdige Darstellung, die zumindest über weite Teile hinweg gehalten wird, andererseits "schlampt" die Autorin bei vielen Kleinigkeiten, bei Nebenfiguren und im letzten Drittel des Buches da auch ziemlich.

Alles in allem liegt mein Eindruck - vielleicht auch gefärbt durch die atmosphärische Darstellung von Leonardo da Vinci und seinem Gefolge, die für mich bei diesem Roman sehr zentral waren - trotz der Kritikpunkte bei

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