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Autor Thema: Livia J. Washburn - A Peach of a Murder (A Fresh-Baked Mystery 1)  (Gelesen 264 mal)

illy

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Auf meiner Tour durch die Cozy-Krimi-Welt, mit besonderem Augenmerk auf Bücher, die Essen und Kochen als zentrales Thema haben, ist mir jetzt "A Peach of a Murder" begegnet. Heldin Phyllis, eine rüstige Witwe und pensionierte Lehrerin, ist gerade dabei Pfirsiche für ihren Beitrag zum jährlichen Backwettbewerb zu pflücken, als sie über eine Leiche stolpert. Als bei der Veranstaltung selber auch noch einer der Juroren tot umfällt und eine Freundin zur Hauptverdächtigen wird, beginnt sie Detektiv zu spielen und den oder die wahren Mörder zu suchen.

An so mancher Stelle ist das Buch bzw. seine Heldin mir zu altmodisch, und das nicht auf eine sympathische, niedliche Weise, sondern auf eine konservative, puritanische, selbstgefällige Art, die mir auf die Nerven geht. Das beginnt schon damit, dass sie eine Einladung zu einem Tanz auf dem Stadtfest ablehnt, da sie Baptistin ist und diese nicht tanzen! Dass sie aber ansonsten weder fleißige Kirchgängerin ist, noch von Gebeten berichtet wird, also keine echte Religiosität vorhanden zu sein scheint, verschlimmert die Wirkung, die diese Aussage auf mich hatte noch. Diese Aussage wirkt in dem Zusammenhang nämlich so heuchlerisch, arrogant und bigott, dass sich mir die Nackenhaare aufgestellt haben. Phyllis vereinigt wirklich alle schlechten Eigenschaften, die mir als Vorurteile gegenüber älteren, alleinstehenden Lehrerinnen einfallen. Wiederholt betont sie, dass sie ja Geschichtslehrerin war und sich deswegen mit "Ursache und Wirkung" in Ereignisfolgen auskennt, was sie dazu befähigt, sich als Detektivin zu betätigen und die Gründe für einen Mord herausfinden zu können. Ihr Verhalten anderen gegenüber kommt mir mehr als einmal reichlich zickig vor, ich fand ihre insgesamt anmaßende und oberlehrerhafte Art sehr störend. Phyllis ist allerdings nicht die einzige unsympathische Person, die Freundin, die sie vor dem Gefängnis bewahren will, benimmt sich mehr als einmal so schlecht, dass ich keinen Finger für sie rühren würde, geschweige denn sie noch zu meinen Freunden zählen.

Der bzw. die Kriminalfälle konnten das Buch nicht retten, sie waren leider recht uninteressant. Der erste Todesfall gerät direkt wieder in Vergessenheit, sobald der nächste stirbt und taucht dann nur noch nebenbei auf, wenn der Autorin wieder einfällt, dass es da ja noch einen anderen ungelösten Fall gibt. Aber auch die Detektivarbeit, die Phyllis unternimmt, wirkt trotz aller anders lautenden Beteuerungen so, als würde sie sie von der Wichtigkeit her auf gleicher Höhe mit dem Einkaufen fürs Abendessen einstufen.

Der eigentliche Grund für meinen Kauf, das Backen kommt ebenfalls reichlich kurz, nachdem der Backwettbewerb vorbei ist, wird noch von einem Abendessen berichtet und das war es. Sechs Rezeptchen, die keine Besonderheiten enthalten, machen ein Buch in meinen Augen nicht zu einem kulinarischen Krimi. Einen weiteren Band der Reihe werde ich mit Sicherheit nicht lesen.

2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:
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Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.  (Friedrich Nietzsche)