Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Jonathon King – Das Messer im Sumpf  (Gelesen 518 mal)

Arjuna

  • Glückskind
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 2704
  • Dance into the night
Jonathon King – Das Messer im Sumpf
« am: 20. November 2009, 09:34:52 »

Jonathon King – Das Messer im Sumpf



Amazon-Kurzbeschreibung
Seit einem Jahr wagt sich Max Freeman auf den Fluss -- und das, obwohl seine an die Stadt gewöhnten Augen für die Wildnis ungeeignet sind. Seine Welt war die der Straßenlaternen, Schaufensterbeleuchtungen und Autoscheinwerfer gewesen: In freier Natur ist alles nur in fahles Mondlicht getaucht. Auch das kleine Päckchen aus beigem Segeltuch, das Freeman unter das Paddel seines Kanus gerät. Als er es öffnet, fällt das fahle Mondlicht auf das Gesicht eines toten Kindes. "Gütiger Himmel", sagt Freeman nur lapidar, "nicht schon wieder."
Zwölf Jahre lang war Freeman Polizist in Philadelphia, bis er in Notwehr einen Jugendlichen erschoss. Danach ging er in die Einsamkeit der Everglades, um sein Leben neu zu ordnen. Aber das alte Leben lässt sich für einen Ex-Cop nicht so einfach abschütteln. Und so ist Freeman bald wieder mitten drin in einer Geschichte, in der es bald auch für ihn um Leben und Tod gehen soll.


Eigentlich beginnt das Buch ja ganz spannend und interessant, Max Freeman hat sich zurückgezogen in die Everglades und lebt dort in einer stillgelegten Forscherhütte, als er während er mit seinem Kanu unterwegs ist, die Leiche eines Kindes entdeckt und dies der Polizei meldet, jedoch schnell in den Kreis der Verdächtigen gerät, weil in der Gegend am Rande der Everglades in denen massenhaft neue Siedlungen entstanden sind, schon mehrere Kinder entführt und ermordet in den Everglades aufgefunden worden sind.

Das ganze Buch ist aus Max Freemans Sicht als Ich-Erzähler geschrieben, was leider oft etwas eindimensional wirkt, weil man so gut wie gar nichts von den Ermittlungen der Polizei erfährt und mitbekommt. Die Rückblicke in Max Vergangenheit als Polizist in Philadelphia und in sein Privatleben lesen sich zwar interessant, dadurch wird aber immer wieder die eigentliche Geschichte unterbrochen und die Spannung ist weg.

Ein weiteres Manko ist Max Freeman selbst, der mich als Charakter eigentlich überhaupt nicht interessiert, angesprochen hat, es ist mir schwer gefallen nicht komplett gleichgültig zu lesen was ihm passiert, was er erlebt. Billy Manchester, sein Anwalt, bei dem er einige Zeit Unterschlupf findet und wohnt, fand ich zu überzeichnet und klischeehaft, der Schwarze, der es aus einem Armenviertel zum brillanten Anwalt gebracht hat.

Alles in allem, die Ansätze wären da, die Geschichte/der Fall wäre auch interessant gewesen, leider wurden kaum etwas daraus gemacht und richtig spannend ist es auch selten geworden. Kein grottenschlechtes Buch, aber höchstens Mittelmaß.

2ratten
Gespeichert
Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.
Jean Anouilh

Kirsten

  • bibliophile Marathoni
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 7474
Antw:Jonathon King – Das Messer im Sumpf
« Antwort #1 am: 19. Dezember 2009, 08:54:09 »

Hallo!

Max Freeman ist ehemaliger Polizist, der seinen Dienst in Philadelphia quittierte weil er einen Jungen erschossen hat. Er zieht sich in die Everglades zurück um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch auch hier kann er seinem alten Beruf nicht entgehen denn beim Paddeln stösst er auf die Leiche eines Kindes. Für die Polizie ist er zunächst der Hauptverdächtige, doch auch der wirkliche Täter hat es auf ihn abgesehen.
Obwohl Max seine Geschichte selbst erzählt kommt es mir eher so vor, als ob er über einen Dritten erzählen würde denn er zeigt keine Emotionen. Egal ob die Geschichte seiner Ehe, der Schiesserei bei der der Junge getötet wurde oder der Fall in dem er gerade steckt: nichts entlockt ihm eine Regung. So kamen auch bei mir keine echten Gefühle und schon gar keine Spannung auf. Man hätte aus der Geschichte viel mehr machen können, aber so ist sie- wie Arjuna schon sagte- nur mittlemaß mit einem eher unbefriedigenden Ende.
2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Liebe Grüße
Kirsten
Gespeichert
Now I have moved and I've kept on moving
Proved the points that I needed proving
Lost the friends that I needed losing
Found others on the way

Arjuna

  • Glückskind
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 2704
  • Dance into the night
Antw:Jonathon King – Das Messer im Sumpf
« Antwort #2 am: 19. Dezember 2009, 10:25:03 »

Obwohl Max seine Geschichte selbst erzählt kommt es mir eher so vor, als ob er über einen Dritten erzählen würde denn er zeigt keine Emotionen. Egal ob die Geschichte seiner Ehe, der Schiesserei bei der der Junge getötet wurde oder der Fall in dem er gerade steckt: nichts entlockt ihm eine Regung. So kamen auch bei mir keine echten Gefühle und schon gar keine Spannung auf.

Genau das ist es. Es war so als würde er über irgendwenn irgendwas erzählen und so ging es mir beim Lesen, es war alles so weit weg erzählt. Denn eigentlich wäre die Geschichte ja schon spannend gewesen.
Gespeichert
Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.
Jean Anouilh

kaluma

  • Leserin & Vorleserin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1390
  • Laxness-Fan
Antw:Jonathon King – Das Messer im Sumpf
« Antwort #3 am: 21. Dezember 2009, 11:35:56 »

Hallo,

ich habe das Buch vor einigen Jahren gelesen und fand es gar nicht sooo schlecht.
Einiges wirkt zwar ziemlich konstruiert und überzogen, das stimmt, zum Beispiel ist Max Freemans schwarzer Freund (der Anwalt) tatsächlich etwas klischeehaft... ebenso wie ausdauernd er durch den Sumpf paddelt und den Anschlägen entkommt (ich hoffe ich erinnere mich richtig an diese Einzelheiten, habe noch zwei andere Bücher von Jonathon King gelesen). Andererseits fand ich gerade diese Stellen, wo er durch den Sumpf paddelt, sehr schön.
Die Gefühlskälte und Erstarrung von Max Freeman fand ich eigentlich folgerichtig nach seiner Vorgeschichte - er hat diesen Jungen erschossen und steht praktisch noch immer unter Schock, und mit seiner Frau war doch auch irgendwas??

Mein Fazit: es war für mich kein herausragender Krimi, aber ganz nett, auch durch den ungewöhnlichen Handlungsort Everglades.
 3ratten

Grüße
kaluma
Gespeichert
Ich lese gerade: Fred Vargas "Die Nacht des Zorns"

SLW 2012 Cover: 3/10 (gelesen 6/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 4/5     Dick+dünn: 3/5