Jonathon King – Das Messer im Sumpf

Amazon-Kurzbeschreibung
Seit einem Jahr wagt sich Max Freeman auf den Fluss -- und das, obwohl seine an die Stadt gewöhnten Augen für die Wildnis ungeeignet sind. Seine Welt war die der Straßenlaternen, Schaufensterbeleuchtungen und Autoscheinwerfer gewesen: In freier Natur ist alles nur in fahles Mondlicht getaucht. Auch das kleine Päckchen aus beigem Segeltuch, das Freeman unter das Paddel seines Kanus gerät. Als er es öffnet, fällt das fahle Mondlicht auf das Gesicht eines toten Kindes. "Gütiger Himmel", sagt Freeman nur lapidar, "nicht schon wieder."
Zwölf Jahre lang war Freeman Polizist in Philadelphia, bis er in Notwehr einen Jugendlichen erschoss. Danach ging er in die Einsamkeit der Everglades, um sein Leben neu zu ordnen. Aber das alte Leben lässt sich für einen Ex-Cop nicht so einfach abschütteln. Und so ist Freeman bald wieder mitten drin in einer Geschichte, in der es bald auch für ihn um Leben und Tod gehen soll.
Eigentlich beginnt das Buch ja ganz spannend und interessant, Max Freeman hat sich zurückgezogen in die Everglades und lebt dort in einer stillgelegten Forscherhütte, als er während er mit seinem Kanu unterwegs ist, die Leiche eines Kindes entdeckt und dies der Polizei meldet, jedoch schnell in den Kreis der Verdächtigen gerät, weil in der Gegend am Rande der Everglades in denen massenhaft neue Siedlungen entstanden sind, schon mehrere Kinder entführt und ermordet in den Everglades aufgefunden worden sind.
Das ganze Buch ist aus Max Freemans Sicht als Ich-Erzähler geschrieben, was leider oft etwas eindimensional wirkt, weil man so gut wie gar nichts von den Ermittlungen der Polizei erfährt und mitbekommt. Die Rückblicke in Max Vergangenheit als Polizist in Philadelphia und in sein Privatleben lesen sich zwar interessant, dadurch wird aber immer wieder die eigentliche Geschichte unterbrochen und die Spannung ist weg.
Ein weiteres Manko ist Max Freeman selbst, der mich als Charakter eigentlich überhaupt nicht interessiert, angesprochen hat, es ist mir schwer gefallen nicht komplett gleichgültig zu lesen was ihm passiert, was er erlebt. Billy Manchester, sein Anwalt, bei dem er einige Zeit Unterschlupf findet und wohnt, fand ich zu überzeichnet und klischeehaft, der Schwarze, der es aus einem Armenviertel zum brillanten Anwalt gebracht hat.
Alles in allem, die Ansätze wären da, die Geschichte/der Fall wäre auch interessant gewesen, leider wurden kaum etwas daraus gemacht und richtig spannend ist es auch selten geworden. Kein grottenschlechtes Buch, aber höchstens Mittelmaß.
