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Autor Thema: Ewald Arenz - Der Duft von Schokolade  (Gelesen 638 mal)

Valentine

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Ewald Arenz - Der Duft von Schokolade
« am: 10. November 2009, 19:24:41 »



Im Frühjahr 1881 hat August Liebeskind gerade seinen Dienst beim österreichisch-ungarischen Militär quittiert und genießt die neu gewonnene Freiheit in einem Kaffeehaus, als eine Frau eintritt, die er zuvor bereits auf der Straße mit ihrem Hochrad beobachten konnte. Elena Palffy heißt sie, betont, keine Wienerin zu sein, und fasziniert den jungen Mann sehr.

August verfügt über eine besondere Begabung, er nimmt Gerüche sehr deutlich wahr, riecht sämtliche Nuancen eines Duftes und kann damit manchmal sogar tief in die Seelen anderer Menschen blicken, in ihre Sehnsüchte und Träume. Und so ist es auch vor allem Elenas Duft, der ihn so für sie einnimmt.

Schon bald beginnt er, ganz besondere Leckereien für Elena zu kreieren, die Schokolade über alles liebt, zunächst nur durch eigenwillige Kombinationen gekaufter Pralinen mit außergewöhnlichem, duftendem Verpackungsmaterial wie Gräsern, Heu und Blumen, später, als er begonnen hat, in der Schokoladenfabrik seines Onkels zu arbeiten, auch durch eigene Herstellung.

Es ist eine sehr glückliche Zeit für ihn, doch gleichzeitig muss er häufig auf schmerzhafte Weise feststellen, dass Elena sich nicht fassen lässt, sich ihm immer wieder entzieht und einen unentrinnbaren Schatten aus der Vergangenheit mit sich herumträgt.

Dieses Buch erzählt zum einen die Geschichte einer leidenschaftlichen, aber auch schwierige Liebe auf romantische, aber unkitschige Weise. Das Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts erwacht zum Leben mit all seinen Stimmungen und Gerüchen, die Sprache ist immer wieder ein wenig österreichisch gefärbt. August, der die schöne, spröde Elena mit jeder Faser seines Herzens liebt, ist ein nachdenklicher Mensch, der immer wieder mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat und ein sympathischer Hauptdarsteller.

Aber der Roman ist mehr als nur Lovestory durch die eindringliche Schilderung von Augusts Wahrnehmungen, man glaubt häufig selbst die Gewürze zu riechen oder den Duft einer köstlichen, liebevoll geschaffenen Praline. Es ist auch keine lockerleichte Romanze, sondern überrascht mehrfach mit unvorhergesehenen Wendungen und Einblicken in menschliche Abgründe.

Man könnte das Buch mit einer guten, außergewöhnlichen Schokolade vergleichen mit komplexen Aromen, feinen Nuancen in Duft und Geschmack und einer angenehmen, zartbitteren Süße.

4ratten
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
George Eliot: Middlemarch

bella*

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Re: Ewald Arenz - Der Duft von Schokolade
« Antwort #1 am: 25. Juni 2010, 23:17:44 »

"Ein Hauch vom "Schatten des Windes", ein Splitter "Chocolat" und ein guter Tropfen "Parfum"...ein Festmal für die Seele." - Angela Wittmann in Brigitte

Dieser Satz steht auf der Rückseite des Buches und ich finde er spiegelt ziemlich genau das wieder, was ich beim Lesen des Buches empfunden habe. Das Buch handelt von August, der nach seiner Militärzeit eigentlich nicht recht weiß, was er mit seiner Zeit anfangen soll und erst einmal einen Job bei seinem Onkel in der Schokoladenfabrik annimmt. August verfügt allerdings über eine besondere Begabung, er nimmt Gerüche wesentlich stärker war, als andere Menschen - ähnlich wie Grenouille im Parfum. Er lerbt über seine Liebe zur Schokolade und Pralinen zwei sehr bemerkenswerte Frauen kennen, die auf ihre Art und Weise sehr unterschiedlich sind. Der Brand der Wiener Oper verändert sein Leben drastisch...

Ewald Arenz weiß wie man auf eine schöne Weise den Leser verführt. Man wird von der Geschichte einfach mitgerissen und bekommt auch sofort Lust auf Schokolade oder Pralinen. Das Buch ist gewissermaßen eine "Liebeserklärung" an Schokolade und der damit verbundenen Geschmack und Geruch. Es ist schwer in Wort zu fassen, wie man sich vorstellen kann, wie die Schokolade in dem Moment riechen oder schmecken könnte. Für mich ist es eine schöne Liebesgeschichte, die Lust auf mehr macht. Auf eine gewisse Art ist es mit dem Buch "Das Parfum" zu vergleichen, da auch hier Gerüche auf ihre besondere Weise beschrieben werden, dieses Buch ist allerdings eine Liebesgeschichte und kein direkter Kriminalroman. Und nach wie vor beschreibt der erste Satz das Buch fast schon zu gut. ;)

Von mir bekommt "Der Duft von Schokolade" (obwohl ich kein Fan von Liebesromanen bin):

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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 :lesen:
Andreas Altmann - Unterwegs auf einem einsamen Kontinent
Al Gore - Wege zum Gleichgewicht

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claire

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Re: Ewald Arenz - Der Duft von Schokolade
« Antwort #2 am: 14. Februar 2011, 17:36:34 »

Ewald Arenz - Der Duft von Schokolade

Der Inhalt ist ja schon erwähnt worden.

Meine Meinung:
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil lernt der Leser August Liebeskind kennen, der gerade seinen Abschied von der Armee genommen hat und ein wenig inhaltslos in die Zukunft blickt. Zu diesem Zeitpunkt lernt er Elena Palffy kennen, die irgendwie ein Geheimnis umgibt. August verliebt sich langsam aber sicher in sie.
Das Auffällige an August ist sein ausgeprägter Geruchssinn, der ihn dazu bringt, alle Düfte direkt in Bilder umzusetzten.
Im zweiten Teil werden August und Elena getrennt. August Melancholie der ganzen Situation führt dazu, dass er die duftenden Erinnerungen an Elena in Pralinen umsetzt. Bis es am Ende zu einem Showdown kommt, den man dem Buch gar nicht zugetraut hätte.
Der Inhalt des Buches steht in krassem Kontrast zum Schreibstil. Dieses Buch ist wunderschön poetisch und zart geschrieben. Mit langen Absätzen von der Beschreibung einzelner Düfte und den dazugehörigen Bildern.
Dieses eigentlich recht schöne Stilmittel, ist allerdings der Grund, warum ich für die 270 Seiten 10 ganze Tage gebraucht habe. Mir persönlich ist es einfach zu zähflüssig und langweilig. Eine Geschichte in diesem zarten Schreibstil, hätte mir sicher gefallen, ein ganzes Buch hingegen eben nicht.
Trotzdem vergebe ich
 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:,
denn auch wenn es nicht mein Lesestil ist, der Inhalt ist sehr interessant und unterhaltsam
 
« Letzte Änderung: 14. Februar 2011, 17:38:15 von claire »
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Ich lese gerade: Oliver Pötzsch - Die Ludwigverschwörung

"Komm ich trag dich durch die Leute- Hab keine Angst, ich gebe auf dich Acht"