Hallo ihr Lieben,
ich höre momentan die ungekürzte Audible-Ausgabe dieses Buches und kann mich leider den Meinungen hier so gar nicht anschließen. Charrière nervt! Ständig will er sich für die banalsten Dinge rächen, will die Menschen umbringen, die ihn verraten oder ungerecht behandelt haben. Ja, er hat sogar volles Verständnis für zwei Araber, die einen Gefängniswärter lebend an einen Baum fesselten und zusahen, wie er drei Tage lang von Ameisen am lebendigen Leib aufgefressen wurde - schließlich hat der Wärter die beiden ja sehr mies behandelt (Hallo? Jemand zu Hause?).
Dann die Sache mit dem Geld: Ständig bietet jeder jedem Geld an, aber es wird großmütig abgelehnt, weil man Freundschaften und Beziehungen nicht damit belasten will. Räuber und Mörder lehnen Bezahlung für ihre Hilfe bei der Flucht Charrière großmütig ab, Bürgermeister anderer Länder gewähren ohne nachzufragen dem entflohenen "Mörder" Obdach und die meisten Wärter sind beeindruckt von Charrière (die übrigen Gefangenen ja sowieso). Er bekommt ja wirklich von allen Seiten Unterstützung. Man fragt sich, warum dieser Kerl so lange für die Flucht gebraucht hat, bzw. warum die vielen Fluchtversuche erst fehl schlugen. Der muss ja total unfähig gewesen sein, wenn das bei so viel Schützenhilfe nicht geklappt hat.
Andererseits, und auch das klingt an, konnte man den Eindruck haben, daß Häftlinge, die auf den Inseln gelandet waren und sich darein fügten, dort eher zwar bewachten und in ihrer Bewegungsfreiheit durch die Abmessungen der Inseln eingeschränkten lebenslangen Erholungsurlaub verbringen konnten, denn kaputtarbeiten tat sich dort offensichtlich niemand.
Ne... wahrlich nicht. Bei Charrières Erzählungen möchte man oft sogar mit ihm tauschen. Er darf gemütlich mit dem Boot zum Fischen fahren, muss - dank der Frau des Kommandanten, die ihn natürlich auch sofort unterstützt - nicht mal mittags zum Appell zurück ins Gefängnis und wird zum Essen von ihr eingeladen. Auf männliche Paare, die sich im Gefängnis finden, wird natürlich auch besonders Rücksicht genommen. Wird einer der beiden auf eine andere Insel verlegt, dann sieht man zu, dass der andere bald nachreisen darf.
An Einzelheiten kann ich mich kaum noch erinnern, aber wenn man Abenteuerliteratur mag und nicht allzu kritisch ist, findet man an Papillon sicher Gefallen.
Ich habe mich bisher nie als "allzu kritisch" eingeschätzt. Ich lese ja auch gerne total unglaubwürdige Nackenbeißer! Aber "Papillon" nervt mich gerade tierisch.
Ich weiss noch, dass ich mir das Buch damals für einen Re-Read gemerkt hatte, aber aus heutiger Sicht werde ich es wohl lieber bleiben lassen. Mir schwant, dass ich diesmal wohl eher enttäuscht wäre...
Wahrscheinlich würde ich das Buch heute kritischer lesen und Charrière nicht mehr alles glauben (vor allem seine "Unschuld" nicht), aber ich glaube, dass ich es noch immer als lesenswert beurteilen würde.
Hätte ich das Buch mal als Teenager gelesen. Hmpf...
Ein klasse Buch!!! Vielseitig, spannend, abwechslungsreich....
Ich glaube, wir meinen ein unterschiedliches Buch.
Positiv ist zu vermerken, dass nicht (wie bei mitterweile fast allen Büchern) Folgetitel erschienen sind, nach dem Motto "Papillon wieder auf der Flucht" und " . Das Buch lebt von seiner Einzigartigkeit.
Ja.. offensichtlich, denn es gibt ja eine Fortsetzung und ich finde "Papillon" alles andere als einzigartig.
Rund 8 Stunden habe ich noch vor mir. Zumindest der Sprecher macht seine Sache gut, aber ansonsten kann ich nicht behaupten, dass mich das Buch sonderlich beeindruckt. Es ist o.k., aber auch sehr langatmig und für mich zu größten Teilen völlig unglaubwürdig. Dann die Sache mit den Wasserbüffeln. Mich würde ja interessieren, wie es klingt, wenn eine Wasserbüffelkuh "sehnsüchtige" Laute von sich gibt

Nett war dann schon wieder, wie sich die beiden Wasserbüffeljungs friedlich zum Duell verabredeten und der eine dann vom anderen getötet wurde. Mir rollten sich heute wirklich die Fußnägel hoch, als ich das hörte.

Sprachlich ist das ganze ja auch nicht sehr ausgefeilt, aber da will ich gar nicht weiter meckern.
Liebe Grüße
nimue