Hallo miteinander

Gibt es überhaupt so viele Schlangen in Ägypten, das diese etwas besonderes darstellen?
Ich hab hier etwas gefunden, wo von ursprünglich 40 Schlangenarten in Ägypten die Rede ist:
http://www.aegypten-spezialist.de/geographie/tiere-aegypten/schlangen.html
Wahnsinn, das hätte ich jetzt nicht gedacht.
Ich hab auch nochmal ein wenig gestöbert und bin
hierüber gestolpert. Kurzfassung: die Furcht vor den Schlangen hat zu den negativen Assoziationen geführt (Apophis als Schlangengott steht für das Chaos und ist der Feind des Sonnengottes), während die Häutung der Schlange als Bestätigung für die Wiedergeburt angesehen wird.
Super dass du so viel dazu schreibst!
Na da mach ich doch gleich weiter damit.

Als nächstes stand das (eigentliche)
Totenbuch auf dem Programm, das auch als "Buch vom Herausgehen am Tage" bekannt war und aus einer Sammlung von "Zaubersprüchen" besteht. Es umfasst knapp 200 Kapitel, die sich hauptsächlich damit beschäftigen, wie der Verstorbene sicher ins Jenseits gelangt. Im Vergleich zu den anderen Büchern wird die Reise dorthin aber nicht beschrieben, sondern es werden eher Formeln aufgezählt, die während der Reise notwendig sind, um z.B. Wächter zu besänftigen, andere Gestalten (z.B. Tiergestalten) anzunehmen oder seine Versorgung im Jenseits (z.B. mit frischen Mumienbinden

) sicherzustellen. Auch die üblichen Huldigungen der Götter waren vertreten.
Ich erinnere mich an eine Stelle, die wir im Schlögl-Buch gelesen haben:
Die Beschreibung des Totenbuches und der unterschiedlichen Versionen für Fußvolk und Pharaonen zeigt auch, dass die Ägypter hier eine durchaus pragmatische Einstellung hatten. (Seite 52)
Das Fußvolk sagt „Ich habe nicht getötet“,
der Pharao sagt „Ich habe nicht ohne Grund getötet“.
Finde ich immer noch gut. 
Auf das Bekenntnis wird in meinem Buch auch eingegangen. Schon heftig die Liste, was man alles verneinen muss: "Ich habe nichts Falsches getan ... ich habe nicht gestohlen ... ich habe nicht getötet ... ich habe keine Lügen erzählt ... ich wurde nicht ungerechtfertigt wütend ... ich habe keinen Ehebruch begangen ..." Das dazugehörende Kapitel 125 des Totenbuchs dürfte damit wohl zu einem der längsten zählen.

In Kapitel 8 geht es dann um die
Himmelsbücher, von denen es einige gibt. Die bekannteren sind das Buch vom Tage und das Buch von der Nacht, die häufig auch gemeinsam dargestellt werden. Im Buch vom Tage wird die Reise der Sonne über den Taghimmel beschrieben, bis sie am Ende von der Göttin Nut verschlungen wird. Im Buch von der Nacht wird dann beschrieben, wie die Sonne den Körper von Nut durchwandert um schließlich wiedergeboren zu werden.
Einige Königsgräber wurden auch noch mit astronomischen Darstellungen verziert. Die Darstellung von goldenen Sternen auf dunkelblauem Grund muss live noch beeindruckender sein als auf den Fotos. Die Forscher konnten bis heute allerdings noch kaum herausfinden, welche Sternbilder die Ägypter am Nachthimmel gesehen haben.
Am Ende des Buches gibt das Kapitel "Die Rettung des Tals der Könige" einen Ausblick darauf, wie die empfindlichen Grabmalereien im Laufe der Zeit durch Überflutungen und in den letzten Jahrzehnten auch insbesondere durch den Tourismus gelitten haben. Wenn man diese Fotos mit den anderen aus dem Buch vergleicht, bekommt man einen Schreck. Neben der Tatsache, dass durch die feuchte Atemluft der Besucher und Unachtsamkeiten (mit dem Rucksack an der Wand entlanggeschrammt) die Bilder angegriffen werden, find ich es am schlimmsten, dass manche Touristen so ignorant waren und ihre Namen auf die Wandmalereien gekritzelt haben.

Zwar wird viel unternommen, um die Malereien vor weiteren Beschädigungen zu schützen, aber bei manchen ist es schon zu spät. Am liebsten würde ich deshalb sofort nach Ägypten fahren und mir das Tal der Könige anschauen, so lange es noch so gut erhalten ist.
Insgesamt gesehen bin ich von diesem Buch begeistert, denn es ist genau richtig für interessierte Laien: ansprechend geschrieben, fachkundig, aber nicht zu kompliziert, mit vielen großformatigen Fotos zur Veranschaulichung. Das einzige Manko ist der doch sehr hohe Preis. Da ich das Buch allerdings gekauft habe, war es zu verschmerzen.
LG Myriel
