liest: Albert Champdor – Das Ägyptische TotenbuchHallo miteinander,
so, jetzt bin ich schon etwas weiter gekommen und kann euch berichten.
Vorab: ich bin sehr froh, dass ich mit unserer vorherigen Leserunde mit dem Buch von Schlögl („Das alte Agypten“) schon einen guten Einblick in die ägyptische Geschichte bekommen habe. Warum? Weil Champdor diese Geschichte als Einführung in sein Buch auf etwa 10 Seiten zusammenfasst. Ohne das Vorwissen aus der Leserunde wäre ich total aufgeschmissen gewesen.

Aber so kam ich bei dieser Kurzfassung ganz gut mit bzw. ich konnte sie als Auffrischung betrachten, denn einige Sachen fielen mir erst beim Lesen wieder ein.
Im ersten Kapitel stellt Champdor die wichtigsten Götter vor, die auf die Verstorbenen im Jenseits warten:
Ptah als Schöpfer und „Bildner der Erde“
Anubis als Beschützer der Toten und ihrer Seelen
Sehr schön fand ich die Beschreibung:
Er ist es, der vor dem Verstorbenen hergeht und ihn an der Hand vor Osiris führt, ...
Das ist doch ein sehr tröstliches Bild.
Osiris als Symbol all dessen, was geboren wird
Die Ägypter glauben, dass die Toten ein zweites Mal geboren werden müssen, um an die „Ufer der himmlischen Flüsse“ zu gelangen. Deshalb ist hat Osiris auch im Jenseits seinen Platz.
Seth als Symbol des Bösen
Dieser Gott machte eine sehr interessante Bedeutungswandlung durch, die leider nicht genau erklärt wurde: Zuerst war er Begleiter des Gottes Horus und wurde im Lauf der Jahrhunderte „herabgestuft“ zum Gott der Finsternis. Ich muss hier mal noch im Schlögl-Buch nachlesen, ob ich da was Genaueres über diese Wandlung finde.
Horus als einer der größten ägyptischen Götter, durch den die Toten wieder sehen können
Im zweiten Kapitel geht Champdor auf den Jenseitsglauben der Ägypter ein. Für sie war der Tod kein Ende, sondern ein Beginn bzw. eine Weiterführung des bisherigen Lebens.
Für die alten Ägypter gab es keinen Tod. Jeder Mensch konnte versichert sein, auf der anderen Seite der Erde eine neue Existenz vorzufinden, die der hieniden bekannten hinreichend ähnlich war ...
Interessant ist in diesem Kapitel auch ein Abschnitt über die Grabbeigaben. Diese dienten nicht nur dazu, dem Toten das Leben angenehm zu machen, sie sollten auch das Gewissen der Hinterbliebenen beruhigen, denn diese mussten sich sorgen, dass die Toten, wenn diese mit den Beigaben unzufrieden waren, zurückkehrten und sie „heimsuchten“. So lagen also reichhaltige Grabbeigaben durchaus auch im Interesse der Lebenden, damit die Toten bitteschön im Jenseits blieben.

Ab dem nächsten Kapitel geht es dann um das Totenbuch – ich bin schon sehr gespannt!
Zusätzlich habe ich schon wieder ein paar neue Lesetipps bekommen, z. B.
Jan Assmann – Theologie und Weisheit im alten Ägypten – klingt auch sehr interessant.


Bis dann, Grüße von Annabas
