@jääkaappirunous
(schön, daß du den Baum wieder hast - gefällt mir viel besser als das andere Bild!)
Und hier liegt wohl auch der Sinn, warum Alfgrimur und Gardar immer gegenseitig aufeinandertrweffen und warum nach und nach Alfgrimur die ganze Wahrheit in kleinen Stücken offenbart wird. Gardar warnt ihn, so zu enden wie er selbst, denn Alfgrimur ist praktisch als neuer Garder Holm vorgesehen.
Stimmt. Und so würde sich auch erklären, wieso Großvater, Großmutter und Kristin dem kleinen Alfgrimur niemals richtig antworteten, wenn er nach Gardar Holm fragte. Vielleicht hätte er ihnen nie und nimmer geglaubt - es gibt ja Dinge, die muß man einfach selber erfahren. Und mit Gardar Holm als
leibhaftigem Beispiel vor Augen war Alfgrimur dann gewarnt.
Damit relativiert sich auch wieder der Eindruck von Desinteresse und Kälte, den Bettina und ich eine Zeitlang hatten. Und der ja sowieso nicht zu dem paßte, was ganz am Anfang des Buches über Björn und die Großmutter gesagt wird.
Stellte sich mir aber auch immer die Frage, wozu das ganze Lügenmärchen um den großartigen Sänger? Wieso steckt Gudmunsen so viel Geld in "heiße Luft? Was hat er davon? - macht er es für sein eigenes Ansehen? als "Werbung" für sich selbst und zur "Vermarktung" im Rahmen seines kaufmännischen Handelns?
Ja. Ich sehe das Ganze als gigantischen Werbecoup.
Und so viel Geld war es ja nun auch wieder nicht. Jedenfalls habe ich Gardar so verstanden, daß die Schecks aus Island nie kamen und daß er die ganze Zeit von Gelegenheitsarbeit und vom Lohn des Aufsehers gelebt hat.
Wenn ich mir aber die Schlagzeilen der Zeitungen etc. ansehe, dann hat im Endeffekt diese "Sauerei" (wie kaluma es trffend nennt) auch sein Gutes. In sämtlichen literarischen Texten werden die Isländer als unfähiges, kleines, unbedeutendes, zu nichts zu gebrauchendes Völkchen am Rande der Welt dargestellt und dann kommt einer wie Gardar Holm - der kann etwas und ist JEMAND. Das rückt doch dieses Völkchen ins Weltbewußtsein und verleiht ihnen auf ihre Art SELBSBEWUSSTSEIN...
Nur daß es in dem Fall ein Windei war, denn von außen gesehen, also im Rest der Welt war Gardar ja gar nicht wirklich berühmt... Aber für die Selbstwahrnehmung der Isländer stimmt es natürlich.
Aber ist das wirklich so, daß die Isländer als unfähig und nicht zu gebrauchen dargestellt werden? Es ist mir bis jetzt nicht aufgefallen, aber ich weiß ja auch
viel weniger über das Land als du.
Und hier kommt mir noch ein anderer Gedanke. Laxness hat das Buch 1956-57 geschrieben, nachdem er 1955 den Literatur-Nobelpreis bekommen hatte. Einer der bekanntesten Isländer zu dieser Zeit war also: vermutlich Halldór Laxness...
Kann es sein, daß er wohl hier ein bißchen tiefstapeln wollte??

Hm, ich weiß nicht, ob er diese Parallele wohl beabsichtigt hat, oder ob ich jetzt ein bißchen zu weit gehe mit dem Interpretieren...