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Autor Thema: Halldór Laxness - Das Fischkonzert  (Gelesen 5236 mal)

kaluma

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #15 am: 28. Oktober 2009, 16:54:29 »

gelesen, kennt Dostojewski (ein Vertreter der "dänischen" :breitgrins: Literatur),
Alles Fremde ist "dänisch".
Das erinnert mich an den Witz mit dem Bayern, der zum Japaner sagt: "Saupreiß, japanischer!".  :zwinker: :breitgrins:

Ach ja - ich lese die im Eingangsbeitrag verlinkte Neuübersetzung von Hubert Seelöw.
Netter Verschreiber.  :breitgrins: Als Seelöwen habe ich mir den Herrn noch nicht vorgestellt.  :breitgrins:
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Ich lese gerade: Alan Garner "Feuerfrost"/Wulf Dorn "Mein böses Herz"/Bettina Belitz "Luzie&Leander 2 - Verdammt feurig"

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Saltanah

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #16 am: 28. Oktober 2009, 18:19:01 »

Ach ja - ich lese die im Eingangsbeitrag verlinkte Neuübersetzung von Hubert Seelöw.
Netter Verschreiber.  :breitgrins: Als Seelöwen habe ich mir den Herrn noch nicht vorgestellt.  :breitgrins:

 :redface: Ups, heißt der etwa nicht so? Es ist ja bei weitem nicht das erste Buch, das ich in Seelows Übersetzung lese, aber ich habe seinen Namen bisher immer falsch gelesen.

Ich stelle mir die Großmutter immer noch als eine Art Aschenputtel vor.

Ich war automatisch davon ausgegangen, dass sie Björns Frau (oder eventuell Schwester) ist, aber vielleicht ist sie ja auch nur ein "Hausgast" bei ihm?
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kaluma

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #17 am: 28. Oktober 2009, 20:22:27 »

Ach ja - ich lese die im Eingangsbeitrag verlinkte Neuübersetzung von Hubert Seelöw.
Netter Verschreiber.  :breitgrins: Als Seelöwen habe ich mir den Herrn noch nicht vorgestellt.  :breitgrins:

 :redface: Ups, heißt der etwa nicht so? Es ist ja bei weitem nicht das erste Buch, das ich in Seelows Übersetzung lese, aber ich habe seinen Namen bisher immer falsch gelesen.
Wie - du hast "Seelöw" gelesen? Hier schreibst du ihn richtig, Seelow heißt er.
Die ö-Strichelchen machen hier wirklich einen großen Unterschied und führen von Seelow (dem Städtchen in Märkisch-Oderland, bekannt durch die Schlacht im zweiten Weltkrieg) zu einem Seelöwen am Meeresstrand...   :breitgrins:
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2009, 20:37:36 von kaluma »
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jääkaappirunous

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #18 am: 28. Oktober 2009, 20:30:39 »


Ich stelle mir die Großmutter immer noch als eine Art Aschenputtel vor.

Ich war automatisch davon ausgegangen, dass sie Björns Frau (oder eventuell Schwester) ist, aber vielleicht ist sie ja auch nur ein "Hausgast" bei ihm?

Naja, das Aschenputtel ist sie nicht - sie ist wohl eher wie alle anderen ein Hausgast, der geblieben ist.
Kapitel 14 bringt da Licht ins Dunkel  - Björn und die "Großmutter" sind nicht verheiratet und sie war anderweitig verheiratet und ist nach dem Tod ihrer Familie letztendlich auch nur auf Brekkukot "gestrandet".
Interessant ist dabei wieso sie den Jungen unbedingt Grimur nennen wollte. Dadurch wirkt ihr Verhalten gegenüber dem Jungen nicht mehr so "gefühlskalt" und immerhin  kommt hier zum Ausdruck, daß sie sich schon Gedanken um Alfgrimur macht - auch hinsichtlich seiner Zukunft.

Ehrlich gesagt, muss ich zugeben, daß mir die fehlende gefühlsmäßige Wärme garnicht wirklich aufgefallen ist. Wenn ich mir so die Zeit vorstelle, in der sich alles abgespielt hat, war es sicherlich nicht unbedingt selbstverständlich ein fremdes Kind einfach aufzunehmen - geschweige denn die übrigen Hausgäste, die sich auf Brekkukot einfinden.
Beim Lesen habe ich eher das Gefühl, daß Laxness hier auch ein wenig der Erzähl-Tradition der Sagas folgt - in diesen Texten wird auch eher sachlich berichtet. Laxness würzt seinen Text mit einem gewaltigen Augenzwinkern, denn so manches wirkt eher unglaublich  :breitgrins:

Und so langsam komme ich zu den Pudels Kern oder besser zur heißen Luft um Gardar Holm  :zwinker:

Mittlerweile habe ich auch herausgefunden, was mit Halsbräune  gemeint ist. Ich habe mich schon gewundert, an was für merkwürdigen Sachen Kinder sterben können.  :rollen:


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kaluma

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #19 am: 02. November 2009, 23:00:23 »

Hallo ihr,

wie weit seid ihr denn?

Ich wollte mich mal wieder kurz melden, bin inzwischen bis Anfang 17. Kapitel gekommen, also nicht wesentlich weiter. Ich hoffe in den nächsten Tagen auf mehr Zeit zum Lesen.

Das Buch gefällt mir nach wie vor sehr gut, auf manches, vor allem Gespräche, muß ich mich allerdings sehr konzentrieren (z.B. das zwischen Gardar Holm und dem "Aufseher" in Kapitel 16. Da hatte ich den Eindruck, nicht recht zu verstehen, worum es eigentlich geht - was natürlich wiederum die gut getroffene Wahrnehmung des uninformierten Jungen ist.

Schön, daß Gardar Holm nun persönlich auftritt, wenn auch erstmal ziemlich unspektakulär. Schmunzeln mußte ich allerdings über die seltsamen Titel der Lieder, die er laut Zeitungsberichten zum Ruhme Islands im Ausland singt: "Oh du schöne Flasche", "Schön krähte dieser Vogel", "Die Schafe blöken im Stall" und dergleichen. Gibt es dort wirklich solche Lieder?? :breitgrins: :breitgrins:  :breitgrins:

Auch geschmunzelt habe ich über den Disput des Pfarrers Snorri von Husafell mit Magnus Stephenson, in Kap. 11. Was für eine herrliche Geschichte! Ich vermute, sie ist ungefähr im Stil der Sagas geschrieben (habe noch keine Saga gelesen, aber so ungefähr stelle ich sie mir vor).

Immer wieder konfrontiert Laxness uns mit ungewöhnlichen Ansichten seiner Romanpersonen, die zunächst absurd klingen, die aber in sich völlig logisch und konsistent sind (wie zum Beispiel beim "Aufseher"). Das ist mir schon aufgefallen, als wir "Am Gletscher" lasen, und macht für mich einen guten Teil des Reizes der Laxness-Bücher aus.

Kapitel 14 bringt da Licht ins Dunkel  - Björn und die "Großmutter" sind nicht verheiratet und sie war anderweitig verheiratet und ist nach dem Tod ihrer Familie letztendlich auch nur auf Brekkukot "gestrandet".
Also entweder habe ich das völlig überlesen, oder wir haben eine unterschiedliche Kapiteleinteilung?? Mein Buch hat 41 Kapitel. Ich bin jetzt bei 17, aber davon war noch nicht die Rede. Auch nicht von der "Halsbräune" und hiervon:

Interessant ist dabei wieso sie den Jungen unbedingt Grimur nennen wollte. Dadurch wirkt ihr Verhalten gegenüber dem Jungen nicht mehr so "gefühlskalt" und immerhin  kommt hier zum Ausdruck, daß sie sich schon Gedanken um Alfgrimur macht - auch hinsichtlich seiner Zukunft.

Nur die Namensbedeutung von "Alfgrimur" wurde erklärt (durch Gardar Holm): "der, der eine Nacht bei den Elfen verbringt". Sehr poetisch. Ist es nicht so, daß nach so einer Nacht in der realen Welt hundert Jahre vergangen sind? Und was mögen dann wohl die Einzelnamen bedeuten...

Gruß, Katja
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Saltanah

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #20 am: 03. November 2009, 15:16:24 »

Ich bin ein klein wenig weiter, habe gerade das 18. Kap. gelesen.

Ist das nicht sonderbar, dass die alte Frau, die im 13. Kap. nach Brekkukot kommt, unbedingt bei Fremden sterben, aber in der Heimat beerdigt werden will, auch wenn das nur schwer zu bewerkstelligen ist? Und wieso will sie eigentlich nicht bei ihren Kindern sterben?

Dass Gardar Holm tatsächlich mal auftauchen würde, hatte ich nicht gedacht. Typisch dann aber, dass es zu dem angekündigten Konzert auf heimatlichem Boden doch nicht kommt. Mir stellt sich die Frage, wie erfolgreich Gardar wirklich ist. Zwar wirkt er recht wohlhabend, schmeißt mit Goldstücken nahezu um sich, aber...

Mir kam der Gedanke, dass das Goldstück, dass er Alfgrimur schenkt (Kap. 17), vielleicht ursprünglich aus einem der Beutel des Aufsehers stammte, der im 16. Kap. heimlich mit Gardas spricht. Das Gespräch hat es tatsächlich in sich und auch ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Implikationen (richtig) erfasst habe. Immerhin bin ich mir ziemlich sicher, dass die große Berufung, die der Aufseher verspürte, der Führung einer besonders sauberen öffentlichen Bedürfnisanstalt* galt. Nicht gerade das, was ich mir vorgestellt hatte.
Aber ich frage mich, ob er nicht noch einen "Nebenberuf" als Geldverleiher hat. Immerhin sagt er zu Gardar, dass er auch anderen Menschen "den Steigbügel halten" wolle, also ihnen (wie Gardar auch) Geld (Gold) aus seinem Beutel gibt. Dass er das Geld verschenkt, kann ich mir nicht vorstellen, dann müsste der Beutel schon lange leer sein.

*Der Aufseher kümmert sich um die Beseitigung menschlicher Exkremente, sein Mitbewohner Ronulfur, der Jauchengrubenmann, um die der Tiere. Ist das ein Zufall, dass hier zwei "Saubermänner" auftauchen?

Das 15. Kap. brachte mich zum Grinsen mit der Darstellung des nach höherem strebenden, französische Phrasen in seine Konversation einstreuende und sich gleichzeitig nach dem "einfachen Leben" sehnenden Ladenbesitzer Gudmundsen. Er ist so weit von den Lebensbedingungen seiner armen Landsleuten entfernt, dass er deren Leben in miserabelen Umständen romantisieren kann. Ach, Stockfisch und eine Torfhütte sind doch das schönste, dass das Leben bieten kann - wenn man eine Alternative zu ihnen hat!
Allerdings ist der Großvater hier mit ihm einer Meinung. Er würde wohl nie freiwillig in ein anderes Haus einziehen. Er strebt nicht nach einem "besseren" Leben und schlägt das Angebot Gudmundsens, seine Hütte für viel Geld zu kaufen, kategorisch aus, bzw. "hört" es nicht einmal.
Kritisiert Laxness hier zwei gleichermaßen extreme Haltungen - einmal die Romantisierung des einfachen Lebens durch die Reichen und zum zweiten die Unwilligkeit, seine Lebensbedingungen zu verbessern?

Kapitel 14 bringt da Licht ins Dunkel  - Björn und die "Großmutter" sind nicht verheiratet und sie war anderweitig verheiratet und ist nach dem Tod ihrer Familie letztendlich auch nur auf Brekkukot "gestrandet".
Interessant ist dabei wieso sie den Jungen unbedingt Grimur nennen wollte. Dadurch wirkt ihr Verhalten gegenüber dem Jungen nicht mehr so "gefühlskalt" und immerhin  kommt hier zum Ausdruck, daß sie sich schon Gedanken um Alfgrimur macht - auch hinsichtlich seiner Zukunft.

Das habe ich in meinem Buch auch nicht gelesen. Kann es sein, dass Laxness seinen Roman später noch einmal überarbeitet hat und unsere Übersetzungen auf verschiedenen Vorlagen beruhen?
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Saltanah

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #21 am: 03. November 2009, 15:51:13 »

Nur die Namensbedeutung von "Alfgrimur" wurde erklärt (durch Gardar Holm): "der, der eine Nacht bei den Elfen verbringt". Sehr poetisch. Ist es nicht so, daß nach so einer Nacht in der realen Welt hundert Jahre vergangen sind? Und was mögen dann wohl die Einzelnamen bedeuten...

Ach ja, ich hatte mir doch extra ein isländisches Wörterbuch ausgeliehen!
Álfur ist die Elfe, oder richtiger der Elf; das Substantiv ist auf Isländisch ein Maskulinum. Es hat aber auch die Nebenbedeutung "Dummkopf".

Gríma bedeutet "Nacht" oder "Maske".
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kaluma

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #22 am: 03. November 2009, 23:38:04 »

Ist das nicht sonderbar, dass die alte Frau, die im 13. Kap. nach Brekkukot kommt, unbedingt bei Fremden sterben, aber in der Heimat beerdigt werden will, auch wenn das nur schwer zu bewerkstelligen ist? Und wieso will sie eigentlich nicht bei ihren Kindern sterben?
Daß sie in ihrer Heimat beerdigt werden will, kann ich absolut verstehen (ich lebe selber in der Fremde und möchte keinesfalls jemals hier beerdigt werden). Wieso sie aber dann nicht gleich zuhause bleibt zum Sterben, war mir auch nicht klar. Ich habe das erstmal so hingenommen in der Hoffnung, daß wir vielleicht später noch mehr über sie und ihre Beweggründe erfahren... Vielleicht will sie ihren Kindern nicht zur Last fallen? (Aber Fremden dann schon?  :confused:) Oder sie schämt sich? :gruebel:

Aber ich frage mich, ob er nicht noch einen "Nebenberuf" als Geldverleiher hat. Immerhin sagt er zu Gardar, dass er auch anderen Menschen "den Steigbügel halten" wolle, also ihnen (wie Gardar auch) Geld (Gold) aus seinem Beutel gibt. Dass er das Geld verschenkt, kann ich mir nicht vorstellen, dann müsste der Beutel schon lange leer sein.
Also, ich hatte den Eindruck, das war nicht geliehen, sondern eine Spende. Vielleicht gibt er nicht jedem? Oder es wissen nicht viele?

*Der Aufseher kümmert sich um die Beseitigung menschlicher Exkremente, sein Mitbewohner Ronulfur, der Jauchengrubenmann, um die der Tiere. Ist das ein Zufall, dass hier zwei "Saubermänner" auftauchen?
Gute Frage, das war mir noch gar nicht so klar.

Kritisiert Laxness hier zwei gleichermaßen extreme Haltungen - einmal die Romantisierung des einfachen Lebens durch die Reichen und zum zweiten die Unwilligkeit, seine Lebensbedingungen zu verbessern?
Hm, geht es wirklich um eine Verbesserung der Lebensbedingungen? Das schien mir gar nicht so. Im Gegenteil, Gudmundsen wollte Björns Hof aufkaufen und es scherte ihn einen Dreck, was er damit zerstört und ob er Björn damit vielleicht unglücklich macht... Ich mag Leute nicht, die glauben, sie müßten nur mit genug Geld winken und schon könnten sie alles haben.
Interessant, daß dieses Kapitel bei dir so anders angekommen ist.

Das habe ich in meinem Buch auch nicht gelesen. Kann es sein, dass Laxness seinen Roman später noch einmal überarbeitet hat und unsere Übersetzungen auf verschiedenen Vorlagen beruhen?
Ich habe mal vorgeblättert und die Erwähnung der Diphtherie und die Angaben über die Großmutter im 19. Kapitel gefunden. Ich glaube nach wie vor an eine veränderte Kapiteleinteilung.

Was mir noch aufgefallen ist: Gardar Holm vergißt immer wieder Alfgrimurs Namen und fragt ihn mehrfach, wie er heißt.
Ist er vielleicht mental gar nicht in Island anwesend?

Gute Nacht,
Katja
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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #23 am: 04. November 2009, 00:35:41 »

Kritisiert Laxness hier zwei gleichermaßen extreme Haltungen - einmal die Romantisierung des einfachen Lebens durch die Reichen und zum zweiten die Unwilligkeit, seine Lebensbedingungen zu verbessern?
Hm, geht es wirklich um eine Verbesserung der Lebensbedingungen?

Nein, Gudmundsen geht es natürlich nicht um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Brekkukoter. Der will nur eine pseudoidyllische Hütte haben und kann sich nicht vorstellen, dass er etwas mit genug Geld nicht kaufen kann. Eine wirklich unsympathische Haltung.
Aber die Haltung des Großvaters finde ich auch nicht ganz okay. Zwar gefällt es mir, dass er sich nicht kaufen lässt, aber er steht ja grundsätzlich jeder Veränderung seines Lebens ablehnend gegenüber, denkt noch nicht einmal darüber nach, dass eine Verbesserung möglich sein könnte.

Also, ich hatte den Eindruck, das war nicht geliehen, sondern eine Spende. Vielleicht gibt er nicht jedem? Oder es wissen nicht viele?

Das ist natürlich auch möglich. Aber abgesehen davon, dass das Geld doch mal zu Ende gehen müsste, frage ich mich, wieso ausgerechnet Gardar Holm "bedürftig" sein sollte. Der müsste doch viel mehr Geld haben als die meisten Isländer.
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Bettina

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #24 am: 04. November 2009, 08:19:08 »

Ich kam die letzten Abende nicht zum Lesen, weil ich mich mit einer Magen-Darm-Geschichte herumschlage. Selbst mein Mann mancht sich endlich :breitgrins: mal Sorgen (O-Ton: "Das muss arg sein, wenn Du nicht mal lesen willst").

Heute Abend aber besteht Hoffnung, dass ich wieder aufschliessen kann.
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kaluma

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #25 am: 04. November 2009, 08:32:01 »

Ohje Bettina... und ich dachte schon, dein kleiner Sohn hält dich so sehr auf Trab, daß du keine Zeit für uns hast.

Dann wünsche ich weiter gute Besserung:winken:

Grüße, Katja
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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #26 am: 04. November 2009, 08:38:51 »

Aber die Haltung des Großvaters finde ich auch nicht ganz okay. Zwar gefällt es mir, dass er sich nicht kaufen lässt, aber er steht ja grundsätzlich jeder Veränderung seines Lebens ablehnend gegenüber, denkt noch nicht einmal darüber nach, dass eine Verbesserung möglich sein könnte.
Da hast du schon recht, der Großvater ist stur. Aber in dem Fall habe ich das gar nicht so stark empfunden. Vielleicht lehnt er den Verkauf seines Hofes so vehement ab, weil er weiß, daß der Verkauf nichts an seinem Leben verbessern würde, weil der Hof eben die Grundlage seines Lebens ist: zwar ärmlich, aber wenigstens sicher. Und eine Heimat für ihn.
(Kommt dieses Thema (Verkauf des Landes) nicht auch in anderen Laxness-Büchern vor?)
Mich hat eher gewundert, wieso er sich taub stellt und nicht einfach sagt: ich verkaufe nicht und basta.
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Bettina

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #27 am: 05. November 2009, 21:22:27 »

Ich komme mit dem Lesen wieder etwas weiter :klatschen:

Aktuell habe ich Kapitel 14 beendet.
Mir fällt inzwischen auch auf, was schon einmal angeklungen ist: Die ganzen Geschichten werden aus der Sicht bzw. den Erinnerungen eines kleinen Buben erzählt und ich weiß tatsächlich nicht immer auf Anhieb, wo er sich einigermaßen korrekt erinnert und wo die Erinnerung ein kindliches Bild ist.

...

Ist das nicht sonderbar, dass die alte Frau, die im 13. Kap. nach Brekkukot kommt, unbedingt bei Fremden sterben, aber in der Heimat beerdigt werden will, auch wenn das nur schwer zu bewerkstelligen ist? Und wieso will sie eigentlich nicht bei ihren Kindern sterben?

... Kann es sein, dass Laxness seinen Roman später noch einmal überarbeitet hat und unsere Übersetzungen auf verschiedenen Vorlagen beruhen?

Die alte Frau (kommt in meinem Buch aus "Landbrot") fand ich auch merkwürdig. Bin aber nicht auf die Schliche gekommen, was das soll. Es gibt ja Hospize, die beim Sterben begleiten, das würde aber bedeuten, dass Brekkukot einen Ruf bis ans andere Ende von Island als Herberge genießt. Das kann ich mir aber nicht so recht vorstellen, da die Unterkunft auch für isländische Verhältnisse sicher nicht außergewöhnlich ist.

Gibt es in den Steidl-Ausgaben ein Nachwort? Vielleicht findet sich da ein Hinweis auf eine Mitarbeit von Laxness. Ich erinnere mich an ein Nachwort, in dem erwähnt wurder, Laxness selbst habe die neuen Übersetzungen ins Deutsche begleitet. Da muss ich morgen mal schauen, in welchem Buch das war.

@kaluma:
Die Liedertitel fand ich auch besonders auffällig :zwinker:

Dafür finde ich das Getue rund um Gardar Holm immer merkwürdiger. Einerseits ist er offensichtlich ein Star im  Ausland, aber stolz auf sein Tun scheinen die Verwandten auch nicht wirklich zu sein. Die haben zwar ein Bild an der Wand, aber geben Null-und-gar-nicht Auskunft über den Verwandten bzw. Bekannten. Sie haben ein "fast unlösbares soziales Problem" damit (findet Alfgrimur), dass Gardar sich so arg von ihnen unterscheidet. Da frage ich mich, warum Gardar nicht auf dem Hof seiner Mutter übernachtet. Will SIE nicht, dass er übernachtet oder will ER nicht auf dem Hof sein?

Lesen wir weiter...
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Bettina

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #28 am: 05. November 2009, 22:10:22 »

Das Buch gefällt mir nach wie vor sehr gut, auf manches, vor allem Gespräche, muß ich mich allerdings sehr konzentrieren (z.B. das zwischen Gardar Holm und dem "Aufseher" in Kapitel 16. Da hatte ich den Eindruck, nicht recht zu verstehen, worum es eigentlich geht - was natürlich wiederum die gut getroffene Wahrnehmung des uninformierten Jungen ist.

Ich bin aus dem Gespräch auch nicht schlau geworden. Ich frage mich aber auch, ob tatsächlich Gardar mit dem Aufseher gesprochen hat, oder ob da jemand anderes zu Gast war.
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jääkaappirunous

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Antw:Halldór Laxness - Das Fischkonzert
« Antwort #29 am: 06. November 2009, 12:01:56 »


Das habe ich in meinem Buch auch nicht gelesen. Kann es sein, dass Laxness seinen Roman später noch einmal überarbeitet hat und unsere Übersetzungen auf verschiedenen Vorlagen beruhen?
Ich habe mal vorgeblättert und die Erwähnung der Diphtherie und die Angaben über die Großmutter im 19. Kapitel gefunden. Ich glaube nach wie vor an eine veränderte Kapiteleinteilung.


Besser nicht daran glauben... jääkaappirunous hat einfach einen Knick in der Optik ober besser gesagt... kann nicht richtig zählen (römische Zahlen halt)  :redface:
Ich schiebe das jetzt mal auf die Erkältung mit Fieber...  :breitgrins:
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