Es tut mir leid, dass ich jetzt hier aufkreuze, aber die Ferien der Kids haben mich doch mehr in Anspruch genommen, als ich vorher angenommen hatte. Deswegen auch jetzt erst mein Kommentar zu den von mir mitterlweile
So, hoffentlich klappt das mit dem Spolier, ich hab das irgendwie vorher noch nie benutzt.
Anfangs war ich ziemlich überrascht, denn dieses Buch ist ja ganz anders als die anderen Werke von Frau Gablé (Wenn man mal die Siedler von Catan ausnimmt). Während man da gleich voll in die Linien der Ritter, Lords und Könige eintaucht, geht es hier auf ganz anderem Level los. Ich fand es trotzdem toll. Immerhin bekommt man dadurch noch einen genaueren Einblick, wie sehr am Rande der Gesellschaft die Menschen mit körperlichen oder seelischen "Anomalien" leben mussten. Wenn man es denn Leben nennen will, denn eigentlich wollte man diese Personen ja gar nicht am Geschehen teilhaben lassen.
Ich muss gestehen, anfangs hab ich Losian mit einer erhobenen Augenbraue betrachtet, gerade als es darum ging, wie sie in dem Dorf der Zwillinge ankamen. Es ist schon heftig, zu lesen, welche Gedanken er sich da um Gunda macht und wie sich in seinerm Kopf immer mehr festsetzt, wie er dabei zu Werke gehen will, sich zu holen, wonach ihm gerade ist!
Nach und nach hab ich dann doch einige Symphatien für ihn entwickelt, vielleicht weil er sich Miriam gegenüber vollkommen anders verhalten hat. Wenn man dem Verlauf der Geschichte folgt, stellt man schon fest, dass er ein liebenswerter Kerl ist, vor allem, nachdem er dann endlich mal erkannt hat, wie wichtig und teuer ihm eigentlich seine auf der Insel gefundenen Freunde sind.
Simon ist auch ein Fall für sich; anfangs hatte ich echt Mitleid mit dem Burschen, er musste ja auch nicht gerade wenig mitmachen ins einem noch jungen Leben. Die Eltern verloren, vom Onkel verraten, seines Gutes beraubt und dann noch Ausgestoßener, weil er angeblich von Dämonen besessen ist. Wie es ja wohl aber scheint, nimmt es, bis jetzt, eine bessere Wendung für ihn, nachdem er Henry kennengelernt hat.
Die Zwillinge sind für mich richtige Stehaufmännchen. Irgendwie scheinen sie mit jeder Lebenssituation fertig zu werden und immer ihren rechten Platz zu finden. Für mich haben sie das Herz auf dem richtigen Fleck.
Auch von Josua lese ich immer wieder gerne. Wie Valentine schon geschrieben hat: Endlich mal kein Arzt, der das zur Ader lassen für DAS Allheilmittel hält! Ich habe in historischen Büchern schon oft vom Gleichgewicht der Säfte im Körper gelesen, aber ich glaube, Josua bezieht dabei gerne auch die Seele mit ein, was ich besonders faszinierend finde. Immerhin war er es ja auch, der Losian / Alan den richtigen Tipp gegeben hat, damit dieser seine Erinnerungen wieder bekommt. Schön beschrieben sind auch die Konflikte zwischen den Juden und Christen, genaustens vor Augen geführt, weil Alan unbedingt Josuas Tochter heiraten will. Das der junge Helmsby es tatsächlich schafft, den Arzt zu überzeugen, finde ich erstaunlich.
Was mir noch gefällt: Wie Alan sich selber betrachtet, nachdem er nach und nach über seinen eigenen Lebenswandel erfährt. Immerhin gesteht er sich ein, dass er ein viel zu einsames Leben geführt hat, in denen er nie wirklich Freunde brauchte. Auch sein nicht gerade freundschaftliches Verhältnis zu seinem Cousin, weil er Gloucester näher steht, als Wiliam selber, obwohl dieser ja sein Sohn ist, betrachtet Alan sich selber mittlerweile ja nicht mehr mit wohlwollen. Trotzdem finde ich es mehr als schade, dass ihm durch seine Heirat mit Miriam das Recht genommen wurde, an der Beerdigung Gloucesters teilnehmen zu können. Vielleicht die späte Rache des Sohnes?
Was noch? Ach ja, Regy! Ganz klar ein Psychopat, auch wenn mich einige Reaktionen von ihm erstaunt haben. So zum Beispiel, wie er Haimon bearbeitet hat, um diesem sein dunkles Geheimnis zu entlocken. Ich war mehr oder minder davon ausgegangen, dass er es eines Tages noch schaffen würde, einem aus der Gemeinschaft der Insel ernsthaft Schaden zuzufügen. Aber das kann ja nun nicht mehr passieren, nachdem Alan ihm als "Dank" den einzigen gefallen getan hat, den regy sich wünschte.
Im Großen und Ganzen bin ich ganz angetan von dem Buch, vor allem, weil es ja an "Das zweite Königreich" anschließt, mein erstes und geliebtes Buch von Frau Gablé. Auch Wenn Caedmon selber ja nicht mehr auftaucht, so scheint man in den Erzählungen von Lady Matilda doch noch ein hauch von ihm zu spüren. *leise seufzt* ich glaube, ich muss das Buch mal wieder zur Hand nehmen.
So, nun hab ich aber erst einmal genug getippt und bin schon gespannt auf eure weiteren Eindrücke!