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Autor Thema: Robert Masello - Eisiges Blut  (Gelesen 1043 mal)

dubh

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Robert Masello - Eisiges Blut
« am: 03. Oktober 2009, 12:40:55 »



Robert Masello, Eisiges Blut
(S. Fischer Verlag, Oktober 2009)
608 Seiten; € 8.95 (TB)
ISBN 978-3-596-18519-1
Originaltitel: Blood and Ice



Also mal ehrlich: auf der Rückseite von "Eisiges Blut" wird irgendeine Zeitung zitiert, die - so in etwa - gesagt hat, dass sich das Buch lesen würde, wie wenn Michael Crichton und Stephenie Meyer zusammen einem Thriller geschrieben hätten. Dies ist bei weitem nicht so! Und das sage ich jetzt weder als Twilight-Fan noch als ausgemachte Crichton-Kennerin - aber immerhin zur Ehrenrettung der beiden Erfolgsautoren.
Zwei Handlungsstränge: einmal verfolgt man die Geschichte von Michael Wilde, einem amerikanischen Wissenschaftsjournalisten und Draufgänger - was Abenteuer in freier Wildbahn angeht (wobei die nötige Prise Tragik nicht fehlen darf), und auf der anderen Seite vefolgt man Lieutenant Sinclair Copley und Eleonor Ames im 19. Jahrhundert durch halb Europa. Die beiden Stories sind prinzipiell erst einmal spannend: wissenschaftliche Forschung an der entlegendsten Station am Südpol ist ziemlich interessant und alleine der Alltag der Soldaten und Wissenschaftler dort klingt für mich nach jede Menge Entbehrungen und vor allen Dingen Kälte - aber mich haben Beschreibungen, Artikel und Fotos aus der entsprechenden Ecke immer sehr neugierig gemacht und das schafft auch der Autor erstmal... Die andere Ebene, die anfangs in London spielt und später mit dem Krimkrieg in Verbindung kommt, ist ebenfalls gut dargestellt und nicht uninteressant. Doch dann kommt für mich die Kehrtwende: das Buch entpuppt sich als ein halber Vampirroman, der aber irgendwie keiner sein will. Wissenschaftlich soll das 'Problem' angegangen werden, Experimente die Lösung (oder besser gesagt die Heilung) bringen...
Also mal ernsthaft: Vampirromane müssen nicht per se schlecht sein, nein, sie können durchaus zur guten Unterhaltung beitragen - aber nicht wenn sie den Eindruck erwecken, sie sind nur zum (verkaufs-)erfolgsversprechenden Zwecke mit Vampiren gespickt, in Wahrheit aber hat der Autor nur ein großes Faible für Wissenschaftsthriller. So wird das Buch nach einem guten Beginn zu haarsträubendem Unsinn, der mich wechselseitig zum Lachen oder Kopfschütteln gebracht hat (und ich vermute mal, dies war nicht gewollt).
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der größte Teil des Fortgangs und vor allem des Endes so vorhersehbar waren, dass noch nicht einmal die Spannung über die stetig nach unten fallende Handlungskurve hinwegtäuschen konnte.

FAZIT: Enttäuschend - vor allem in Anbetracht dessen, dass dieser Titel bei S. Fischer erscheint!

 1ratten


EDIT: Betreff etwas angepasst. LG Seychella
« Letzte Änderung: 14. November 2009, 11:03:51 von Seychella »
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Annabas

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Antw:Robert Masello, Eisiges Blut
« Antwort #1 am: 12. Oktober 2009, 19:54:30 »

Robert Masello – Eisiges Blut



Inhaltsangabe (dem Buch entnommen):

Am Ende der Welt: Point Adélie in der Antarktis. Hier, in der unwirtlichen, endlosen Eiswüste in der Nähe des Pols, recherchiert der Journalist Michael Wilde den Alltag in einer Forschungsstation, als er im Polarmeer einen spektakulären Fund macht: die beiden Körper eines Mannes und einer Frau – aneinandergekettet und perfekt konserviert in hundertfünfzig Jahre altem Gletschereis. Die Suche nach dem Geheimnis des versunkenen Paares bringt Michael auf die Spur einer Geschichte, die jahrhunderte und Kontinente überspannt. Und die sein Leben für immer verändern wird ...

Der erste Satz:

„Sinclair beugte sich über Eleanor, die auf der hölzernen Pritsche lag.“

Meine Meinung zum Buch:

Für dieses Buch ist es schwierig, eine Gesamtwertung zu finden.

Sehr gut gefiel mir der Schreibstil des Buches. Es lässt sich wunderbar flüssig und schnell lesen, nichts hat gehakt und ich habe auch über kein Wort stolpern müssen.

Die Spannung des Buches baut sich zunächst einmal nur gemächlich auf. Die beiden Handlungsebenen (eine spielt in der heutigen Zeit und eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts) laufen parallel und ich lernte über die ersten Kapitel hin das „normale“ Leben in einer Antarktis-Forschungsstation bzw. das „normale“ Leben zweier Menschen – ein Soldat und eine Krankenschwester – vor 150 Jahren kennen. Beides war interessant beschrieben und ich habe es gerne gelesen.

Mit dem Lauf der Geschichte nimmt auch die Spannung zu, wenn auch das Geheimnis der beiden im Eis eingeschlossenen Menschen schon von Anfang an klar ist. Es geht also in diesem Buch nicht darum, am Ende ein überraschendes Geheimnis zu lüften, sondern eher darum, zu erfahren, was sich bis dahin ereignet hatte und wie es letztendlich dazu kam.

Die Charaktere, die in der heutigen Zeit „leben“, sind gut beschrieben. Insbesondere die Geschichte von Michael Wilde wird ausführlich dargestellt, und das Unglück, das ihn und seine Lebenspartnerin traf und sein Umgang mit der Situation, begleitet ihn und den Leser durch das Buch. Die übrigen Antarktisforscher werden als etwas skurrile Wissenschaftler beschrieben, was teilweise ganz witzig ist. Die Figuren der Parallelhandlung – Sinclair und Eleanor – sind mir aber fremd geblieben. Deshalb habe ich diese Passagen auch eher flüchtig gelesen, ich wurde mit ihnen und ihrer Geschichte nicht warm. Lediglich die Erlebnisse der beiden im Lazarett haben mich gefesselt – die für heutige Verhältnisse wirklich unglaublichen Zustände dort sind sehr krass beschrieben.

Meinen Haupt-Kritikpunkt muss ich aber verspoilern:
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:grmpf:

Meine Bewertung für den Schreibstil und die Spannung: 4ratten
Meine Bewertung für die Geschichte aufgrund des Schlusses nur noch: 2ratten

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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Pandora

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Antw:Robert Masello, Eisiges Blut
« Antwort #2 am: 12. Oktober 2009, 20:39:31 »

Ich habe das Buch vor einigen Monaten in der englischen Ausgabe gelesen und fand es auch eher misslungen. Der Autor schien sich nicht entscheiden zu können, was er schreiben wollte: Soll es ein historischer Roman sein? Ein Thriller? Ein Horrorroman? Ein Liebesroman?
Das Problem ist, dass er das alles nicht mischt, was ja vielleicht noch funktioniert hätte, nein, es läuft fast ein wenig in Phasen ab, so dass ich mich irgendwann als Leser leicht veräppelt fühlte.

So wird das Buch nach einem guten Beginn zu haarsträubendem Unsinn, der mich wechselseitig zum Lachen oder Kopfschütteln gebracht hat (und ich vermute mal, dies war nicht gewollt).

Das kann ich zu 100% unterschreiben.

Von mir:  2ratten weil der Anfang und die historischen Szenen sehr stimmungsvoll und wirklich nicht schlecht geschrieben sind.
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mohan

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Antw:Robert Masello, Eisiges Blut
« Antwort #3 am: 13. November 2009, 15:10:54 »

Masellos Buch finde ich grauenhaft, weil ihm jegliche Originalität abgeht und es sich im Grunde nur zusammensetzt aus Stücken, die der Autor einem filmischen und literarischen Steinbruch entnommen hat.

Die Prämisse und das Setting kenne ich aus John Carpenters Film „Das Ding aus einer anderen Welt“, nur dass bei Masello das
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kein außerirdischer Gestaltwandler ist, sondern ein
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, und dass die Handlung aus der Arktis in die
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verlegt wurde. Die Schiffsreise von Eleanor und Sinclair erinnert mich stark an Robert Louis Stevensons „Entführt“. Das Trauma Michaels ähnelt dem Sylvester Stallones aus Renny Harlins „Cliffhanger“:
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Irgendwo habe ich gelesen, dass die technischen Elemente sehr gut recherchiert sein sollen. Wenn es denn reicht…Aber dazu kann ich nichts sagen.


Es lässt sich wunderbar flüssig und schnell lesen, nichts hat gehakt und ich habe auch über kein Wort stolpern müssen.

Ja, das gereicht dem Buch aus meiner Sicht enorm zum Vorteil.  :zwinker:

Grüße, mohan  :winken:
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mohan

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Antw:Robert Masello, Eisiges Blut
« Antwort #4 am: 13. November 2009, 18:59:10 »

Meinen Haupt-Kritikpunkt muss ich aber verspoilern:
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:grmpf:
Viele Grüße von Annabas    :winken:

Nicht einmal das ist von Masello. Das gibt es seit den 1980ern bereits - recht verbreitet -
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Grüße, mohan  :winken:
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Annabas

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Antw:Robert Masello, Eisiges Blut
« Antwort #5 am: 13. November 2009, 22:57:45 »

Nicht einmal das ist von Masello.

Für mich war das neu und ich bin fast vom Glauben abgefallen, als ich das gelesen habe.
Umso schlimmer, wenn noch mehr Leute auf diesen Schmarrn setzen.

Grüße von Annabas
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Nutarella

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Antw:Robert Masello - Eisiges Blut
« Antwort #6 am: 19. Dezember 2009, 18:39:57 »

Am Ende der Welt: Point Adélie in der Antarktis. Hier in der unwirtlichen, endlosen Eiswüste in der Nähe des Pols, recherchiert der Journalist Michael Wilde den Alltag in einer Forschungsstation, als er im Polarmeer einen spektakulären Fund macht: die beiden Körper eines Mannes und einer Frau - aneinandergekettet und perfekt konserviert in hundertfünfzig Jahre altem Gletschereis. Die Suche nach dem Geheimnis des versunkenen Paares bringt Michael auf die Spur einer Geschichte, die Jahrhunderte und Kontinente überspannt und sein Leben für immer verändern wird ...

 Als Micheal den Auftrag erhält auf eine Forschungsstation in die Antarktis zu gehen, kommt ihm das gerade Recht. Denn durch seine Schuld, dass meint zumindest er, liegt seine geliebte Freundin im Koma und es besteht kaum Hoffnung, dass sie daraus noch einmal erwachen wird.

Auf dem Weg dorthin lernt er Darryl kennen, der Wissenschaftler und auch auf dem Weg nach Point Adélie ist. Da sie sich das Zimmer teilen müssen entsteht immer mehr eine Freundschaft zwischen ihnen.

 Als dann aus zwei toten Menschen, die wie ein Wunder wieder zum Leben erwacht sind, Eleanor und Sinclair werden die ihre eigene Geschichte aus einer längst vergangen Welt zu erzählen haben, wird die Freundschaft von Darryl und Michael auf die Probe gestellt.

Bei diesem Roman gibt es sehr viele zeitliche Ebenen, einerseits liest man die Vergangenheitsgeschichte von Sinclair und Eleanor und auf der anderen Seite handelt der Roman im Hier und Jetzt auf Point Adélie. Bei jedem Wechsel ändert sich auch der Schreibstil. Am Anfang dreht es sich noch oft um Kristin, Michaels Freundin, doch dies lässt nach, je mehr man in die Vergangenheit und Zukunft von Sinclair und Eleanor gezogen wird. Mir hat das Buch nicht ganz so gut gefallen, denn man braucht ziemlich lange bis man sich hineingelesen hat. Aber je mehr man sich an die Zeitsprünge gewöhnt, wird es immer interessanter. Es ist auf jeden allen Mystery-Liebhaber zu empfehlen, die mal ein Buch lesen möchten, das anders im Schreibstil vom Markt abhebt. Außerdem passt der Roman auch perfekt in die aktuelle Jahreszeit, denn man kann die Kälte der Antarktis förmlich spüren.
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Zara

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Re: Robert Masello - Eisiges Blut
« Antwort #7 am: 11. Mai 2010, 13:18:22 »

Ich fand es recht schwierig in die Geschichte hineinzufinden. Erschwert wurde es mir durch die parallel laufenden Handlungsstränge am Anfang. Ab der Hälfte "flutschte" die Story aber in einem durch.
Die Geschichte um Michael Wilde fand ich sofort interessant und mitreißend. Besonders den Schicksalsschlag, den er erleben musste und wie er damit umgeht, haben mich gefesselt.
Mit der Parallelgeschichte um Sinclair und Eleanor hatte ich anfangs zu kämpfen. Erst ab der Hälfte des Buches bin ich richtig eingetaucht.

Auch wenn das Wetter im Moment nicht mehr an Eis und tiefsten Winter erinnert, habe ich mich richtig schön in die Kälte des Südpols eingelesen. Bei den Fahrten mit dem Husky-Schlitten bin ich im Buch versunken und habe den eisigen Wind auf meinem Gesicht gespührt (obwohl... dann wäre ich Frostbeule wohl erfroren  :zwinker: ).

Das Buch war zwar nicht gerade ein Renner, denn aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
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Liebe Grüße, Zara

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