Robert Masello – Eisiges Blut
Inhaltsangabe (dem Buch entnommen):
Am Ende der Welt: Point Adélie in der Antarktis. Hier, in der unwirtlichen, endlosen Eiswüste in der Nähe des Pols, recherchiert der Journalist Michael Wilde den Alltag in einer Forschungsstation, als er im Polarmeer einen spektakulären Fund macht: die beiden Körper eines Mannes und einer Frau – aneinandergekettet und perfekt konserviert in hundertfünfzig Jahre altem Gletschereis. Die Suche nach dem Geheimnis des versunkenen Paares bringt Michael auf die Spur einer Geschichte, die jahrhunderte und Kontinente überspannt. Und die sein Leben für immer verändern wird ...
Der erste Satz:„Sinclair beugte sich über Eleanor, die auf der hölzernen Pritsche lag.“
Meine Meinung zum Buch:Für dieses Buch ist es schwierig, eine Gesamtwertung zu finden.
Sehr gut gefiel mir der Schreibstil des Buches. Es lässt sich wunderbar flüssig und schnell lesen, nichts hat gehakt und ich habe auch über kein Wort stolpern müssen.
Die Spannung des Buches baut sich zunächst einmal nur gemächlich auf. Die beiden Handlungsebenen (eine spielt in der heutigen Zeit und eine in der Mitte des 19. Jahrhunderts) laufen parallel und ich lernte über die ersten Kapitel hin das „normale“ Leben in einer Antarktis-Forschungsstation bzw. das „normale“ Leben zweier Menschen – ein Soldat und eine Krankenschwester – vor 150 Jahren kennen. Beides war interessant beschrieben und ich habe es gerne gelesen.
Mit dem Lauf der Geschichte nimmt auch die Spannung zu, wenn auch das Geheimnis der beiden im Eis eingeschlossenen Menschen schon von Anfang an klar ist. Es geht also in diesem Buch nicht darum, am Ende ein überraschendes Geheimnis zu lüften, sondern eher darum, zu erfahren, was sich bis dahin ereignet hatte und wie es letztendlich dazu kam.
Die Charaktere, die in der heutigen Zeit „leben“, sind gut beschrieben. Insbesondere die Geschichte von Michael Wilde wird ausführlich dargestellt, und das Unglück, das ihn und seine Lebenspartnerin traf und sein Umgang mit der Situation, begleitet ihn und den Leser durch das Buch. Die übrigen Antarktisforscher werden als etwas skurrile Wissenschaftler beschrieben, was teilweise ganz witzig ist. Die Figuren der Parallelhandlung – Sinclair und Eleanor – sind mir aber fremd geblieben. Deshalb habe ich diese Passagen auch eher flüchtig gelesen, ich wurde mit ihnen und ihrer Geschichte nicht warm. Lediglich die Erlebnisse der beiden im Lazarett haben mich gefesselt – die für heutige Verhältnisse wirklich unglaublichen Zustände dort sind sehr krass beschrieben.
Meinen Haupt-Kritikpunkt muss ich aber verspoilern:
Dass es sich bei Sinclair und Eleanor um Vampire handelt, kann ich als Leser schon sehr früh erkennen. Das ist etwas schade, denn damit geht ein Stück Spannung verloren. Gegen Vampire in Büchern habe ich aber nichts – ob Aliens, Vampire, Mutanten oder der Yeti, das ist für mich eines. Unverzeihlich dämlich ist aber die Idee, dass man sich bei Vampiren „anstecken“ kann wie bei AIDS – was für eine bescheuerte und lächerliche Vorstellung!

Meine Bewertung für den Schreibstil und die Spannung:

Meine Bewertung für die Geschichte aufgrund des Schlusses nur noch:

Viele Grüße von Annabas
