Grotesque liest: Magriet de Moor - Sturmflut
Ich bin noch nicht sehr weit gekommen, ich dümpel etwa bei Seite 40. Schon von Beginn an spürt man die tragische Wende der Geschichte, da nebenbei immer wieder auf den voraussichtlichen Tod von Lidy angespielt wird. Noch sind mir die Hintergründe nicht ganz schlüssig. Sjoerd, Lidy's Mann, heiratete sie wohl nur, da sie ein Kind von ihm erwartete. Lidy's Schwester Armanda hatte früher eine Affäre mit ihm, und denkt daran, dass auch sie ebenso gut an Lidy's Stelle hätte sein können. Diese hat sich inzwischen auf den Weg zu Armandas Patenkind gemacht. Die Gründe dafür sind mir auch nicht ganz schlüssig. Als erwachsene rational denkende Frau mit Kind scheint sie mir nicht der Typ zu sein, der für einen spontanen Rollentausch mit seiner ihr äußerlich gleichenden Schwester das Abenteuer wagt, mitten in einem nahenden Sturm mehrere Ströme zu überqueren.

Ist ja nicht so, dass die Reise sonderlich dringend wäre. Richtiger Elan kommt bei mir während dem Gedanken an das Weiterlesen nicht auf. Es ist nicht so, dass das Buch schlecht wäre. Nur ist es für mich momentan doch in einem sehr deprimerenden Ton gehalten.
Der Rooibos ist inzwischen weggetrunken, stattdessen leistet mir nun ein halbkalter Chai Gesellschaft. Aber bevor ich weiterlese, werde ich vermutlich noch ein wenig "Asterix und Obelix gegen Caesar" anschauen.

Was hab ich diesen Film vor Jahren geliebt.
@Cuddles: Da sind wir ja sogar einigermaßen gleichauf. Ich dachte schon, du hättest mich völlig abgehängt.
Da ich die Geschichte von Tristan und Isolde leider überhaupt nicht kenne, erscheint mir das alles andere als ein idealer Einstieg zu einer der größten Liebesgeschichten aller Zeiten.
Immerhin ist aber Drystan damit (zumindest dem Namen nach) auf der Bildfläche erschienen. Mal sehen wie es nun im zweiten Buch "Ein Mann und eine Frau" weitergeht.
Mir gefiel dieser eher gemächliche Einstieg in die Geschichte sehr gut - die Schilderung von Yseults einfachem Leben, der Konflikt mit dem sich ausbreitenden Christentum... Die Drystan/Yseult - nein, bei diesem Buch sollte man feministischerweise lieber Yseult/Drystan sagen - also jene Szenen waren einfach nur schön. Die zarte aufblühende Freundschaft und Liebe zwischen den beiden wurde sehr gut umgesetzt, ohen zu sehr ins Klischeehafte anzutauchen, jedenfalls soweit wie ich es in Erinnerung habe. An späteren Stellen (musste jetzt ganz schön aufpassen, dich nicht zu spoilern) saß ich teilweise wie auf heißen Kohlen, immer das Unheil erwartend. Gut, das spricht eigentlich für das Buch, ist aber als Leser nicht so angenehm.

Meinen Minztee habe ich leider schon ausgetrunken. Er hat nicht nur gut gerochen, sondern auch lecker geschmeckt, so ganz anders als der Fertigtee ausm Supermarkt. Danke dafür, Grotesque. 
Schön, dass dir der Tee geschmeckt hat. Um ehrlich zu sein: Ich wollte ja doch nur sehen, ob es bei dir eine Pflanze tatsächlich über zwei Monate aushält.
