Nick Hornby - Ballfieber

Originaltitel: Fever Pitch
Übersetzer: Marcus Geiss und Henning Stegelmann 
Ich mag Fußball.

Arsenal war mir immer eher unsympathisch.

Von Nick Hornby habe ich bisher noch nichts gelesen, die Verfilmungen seiner Bücher hinterlassen ein zwiespältiges Bild: "High Fidelity" mochte ich ganz gern, "About a Boy" dagegen überhaupt nicht (aber das könnte auch an Hugh Grant liegen).
Soweit die Grundvoraussetzungen, die darauf hin deuten, dass ich mich auf ein mittelmäßiges Lesevergnügen einstellen konnte. Und Erwartungshaltungen mögen oft hinken, hier wurden sie exakt erfüllt. Ich bin weder be- noch entgeistert, ich bereue es nicht, das Buch gelesen zu haben, hätte aber viel bessere Bücher lesen können.

Ein Buch über Fußball, endlich! Wie Hornby feststellt, gilt der durchschnittliche Fußballfan als primitives Subjekt (das vermutlich eher selten zum Buch greift).

Äh, über weite Strecken erscheint auch Hornby als ziemlich primitiv. Wenn er versucht sein Fansein zu thematisieren, scheitert er an Dingen, die sich wohl auch schwer erklären lassen, nur um dann krude Theorien und Querverweise zu bringen (seine Beziehung zum Vater - Fan sein als Therapie - Fan sein als Lebensinhalt - etc.)

Ausgerechnet ein Buch über Arsenal? Muss das sein?

Hornby ist sich bewusst, dass Arsenal keine Mannschaft der Herzen ist, die durch wunderschönen Fußball besticht und der auch vom Gegner immer Respekt gezollt wird. Ich sehe Arsenal seit der Lektüre gnädiger, vor allem aber habe ich während der letzten Heimspiele im Publikum nach Nick Hornby gesucht.


Die Idee, sein Leben in Verbindung mit der Geschichte seines Vereins zu verquicken, ist zu Beginn neu und interessant zu verfolgen.

Und sie ist auch ebenso schnell ausgelutscht und langweilig. Leider. Dabei interessierte mich alles über Fußball mehr und alles über Hornbys Leben immer weniger. Und wenn er mir auch nicht direkt unsympathisch ist, ist er mir doch am Ende ziemlich auf die Nerven gegangen.
Dieses Spiel könnte man noch weiterspielen, aber ich denke man sieht, worauf ich hinaus will: Für alles Positive ein Negatives, und in seiner Gesamtheit wohl irgendwo in der Mitte:
