So, dann erzähle ich mal ein bisschen mehr von
Dead Before Dying, dem südafrikanischen Krimi:
Es geht also, wie gesagt, hauptsächlich um die Auflösung einer Serie von Morden an weißen Männern, die alle mit einer uralten Mauser erschossen wurden. Auf den ersten - und den zweiten und dritten - Blick hatten die Männer nichts miteinander zu tun, was aber natürlich doch der Fall ist. Die Polizei geht davon aus und die Leser wissen es, leider möchte ich sagen. Denn wenn auch der allergrößte Teil der Handlung strend aus der Perspektive der Ermitteler erzählt wird, werden ab und zu kurze Momentaufnahmen der werdenden Opfer zwischengeschaltet. Solange es sich dabei (wie bei den ersten beiden Fällen) nur um den Mordaugenblick handelte, störte mich das nicht weiter, aber im Verlauf des Buches wird mehr und mehr (wenn auch weiterhin mengenmäßig nur sehr wenig) von den weiteren Opfern erzählt und den Lesern so Informationen gegeben, die den Ermittlern fehlen. In anderen Büchern stört mich sowas nicht, aber hier ist das meiner Meinung nach fehl am Platz. Es soll wohl weitere Spannung aufgebaut werden, da den Lesern auch ein paar Hinweise auf kommende Ereignisse gegeben werden, was ich aber für überflüssig und störend halte.
Das macht das Buch aber nicht zu einem schlechten Krimi. Ganz und gar nicht, der Krimi ist spannend und gut geschrieben (aber weniger gut Korrektur gelesen

), es gelingt Meyer, Privatprobleme und Ermittlungen gut zu verbinden, die Figuren sind interessant, der Hintergrund ebenso, kurz gesagt: von Deon Meyer werde ich sicher noch mehr lesen.
@Miramis:
Natürlich gibt es ein paar Gelegenheiten zum Grinsen, aber eigentlich ist die Sache für die Polizisten wirklich ernst. Und das nicht zu unrecht; zwar klingt die Forderung des Chefs, die Übergewichtigen müssten pro Halbjahr 5 kg abnehmen, bis sie ein normales Gewicht erreicht haben, etwas übertrieben, aber teilweise haben die Ermittler auch schwerwiegendere

Probleme. Die Hauptperson ist seit 2 Jahren in einem desolaten psychischen Zustand und eine Besserung ist nicht in Sicht, ein anderer Kollege trinkt nicht nur etwas zuviel, sondern ist ein ausgewachsener Alkoholiker. Der neue Chef bringt bei beiden, die in ihrer Situation hilflos feststecken, etwas ins Rollen, gibt den Anstoß für eine Änderung, die dringendst notwendig ist, die sie aber aus eigenem Antrieb nicht schaffen. Zwar macht er sich bei ihnen damit erst mal nicht beliebt, aber er gibt ihnen eine Chance, die sie dringend brauchen.