Hier fehlt noch meine Meinung zum Buch, die ich vor Jahren für Literaturschock geschrieben habe:
Jeff Winston stirbt am 18. Oktober 1988 an Herzversagen - und erwacht 25 Jahre früher wieder in seinem eigenen Körper. Ein Körper, mit einem gesunden Herzen und ein Verstand, der sich an die Zukunft erinnern kann. Nachdem Jeff sich von seiner Verwirrung erholt hat, setzt er alles daran, diese (seine) Zukunft zu ändern, reich zu werden, mehr Glück in der Liebe zu finden. Eine zweite Chance bekommt man schließlich nicht nocheinmal, oder? Er irrt sich, denn das Sterben und Erwachen geht weiter. Seine Leben verlaufen jedesmal anders, geleitet von Freude, Frustration, Trauer.
"Replay" ist ein Science Fiction Klassiker der es in sich hat und ständig zum Nachdenken anregt. Was wäre wenn? Was wäre, wenn wir 25 Jahre in der Zeit zurückreisten und in unserem Körper erwachten? Was würden wir ändern? Wäre überhaupt eine Veränderung möglich? Was hätte das für Auswirkungen? Jedes Wiedererwachsen stellt eine neue Möglichkeit dar, das beste daraus zu machen. Doch anders bedeutet wie so oft nicht immer auch besser. Je öfter die Wiederholungen, desto sinnloser erscheinen sie Jeff, bis er schließlich an einem Punkt angelangt, an dem er aufgibt, sich treiben lässt. Doch das nächste Replay wartet schon.
"Das zweite Spiel" ist für mich ein wirklich bedeutendes Buch und eines meiner Jahreshighlights. Es lässt sich nahezu in einem Rutsch lesen und erinnerte mich immerzu an den Spruch "Der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtung wechseln können". Mancher mag sich an die Filme "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "12:01" erinnert fühlen, doch Ken Grimwoods Wiederholung besteht nicht nur aus einem Tag, sondern aus vielen Jahren und viel mehr Möglichkeiten und Auswirkungen. Die Antwort auf die Frage "Warum das alles?" bleibt uns der Autor am Ende jedoch schuldig. Uns bleibt überlassen, ob wir das beste daraus machen.
