Hallo miteinander, endlich geht’s los!

Also:
Heute morgen habe ich schon beim Frühstück ein bisschen in das Buch gekrümelt, mir nochmal die Gliederung angeschaut und das Vorwort gelesen.
Mir erscheint die Gliederung sehr übersichtlich: Karten, eine chronologische Übersicht, Personen-, Orts- und Sachregister, alles vorhanden. Ich denke, ich werde damit gut zurecht kommen und sicher das meiste finden, wenn ich mal zurückblättern muss, um Einzelheiten nochmal genauer zu lesen.
Das
Vorwort ist angenehm kurz und doch sehr informativ. Tatsächlich fühle ich mich gleich ertappt: das Alte Ägypten ist auch bei mir mit Architektur und Plastik verbunden, gar nicht mit Literatur. Letzteres ist also für mich völlig neu und ich bin schon gespannt, was ich in diesem Buch erfahren werde.
Schlögl erwähnt im Vorwort die „auf Ewigkeit ausgerichtete Weltordnung“, aus heutiger Sicht erscheint mir so eine Sicht fast vermessen. Andererseits bildet sich immerhin mehrere Tausend Jahre nach dem Alten Ägypten bei uns noch eine Leserunde, welche sich mit dieser Kultur auseinandersetzen wollen – also doch ewig gültig?

Interessant ist auch, dass Schlögl im Vorwort auf das Dilemma der Archäologie zu sprechen kommt: „Neue Funde können einen Befund stark korrigieren.“ Das ist das Problem einer Wissenschaft, die sich eben nicht nur auf Fakten/Funde stützt, sondern ebenso stark auf das Fehlen von Funden im Sinne von: wo nichts gefunden wird, hat auch nichts existiert. Wer die Geschichte des Fundes der „Himmelsscheibe von Nebra“ in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, was ich meine.
Vorhin habe ich dann auch noch das
erste Kapitel gelesen. Hier wird mir eine ganze Menge Theorie geboten – ich weiß nicht, was ich mir jetzt alles merken soll und hoffe, dass im folgenden Text die wichtigen Sachen noch einmal kurz erklärt werden, damit ich einen Zusammenhang herstellen kann.
Interessant war für mich die Bedeutung, welche der Nil für die Entwicklung zur Hochkultur hatte. Eigentlich ist das logisch, aber ich hatte es noch nie aus diesem Blickwinkel gesehen.
Und gleich ging’s zu den ersten schriftlichen Hinterlassenschaften: Die auf
Seite 20-22 abgedruckten Texte erscheinen erstaunlich aktuell. Besonders bei dem Text auf
Seite 21 musste ich an den heutigen Jugendkult denken – der ist wohl keine Erfindung der Neuzeit.
Ganz besonders interessiert hat mich die auf
Seite 23 beschriebene Theorie der zwei Ewigkeiten – dass es eine lineare und eine zyklische Ewigkeit gibt. Ich hoffe, im Lauf des Buches noch mehr darüber zu erfahren!
Tausend Götter! Die zu katalogisieren war sicher keine leichte Arbeit. Und sogar einen Duftgott gab es, verantwortlich für das königliche Hofparfum (
Seite 43)! Den werde ich mal rufen, wenn ich bei großer Hitze mal wieder U-Bahn fahren muss ...

Aber Spaß beiseite, die abgebildete Übersicht der „Hauptgötter“ ist sehr hilfreich.
Und noch ein Punkt, der mir im Gedächtnis geblieben ist: „In der Glaubenswelt der Ägypter halten Sprache und das geschriebene Wort die Welt zusammen.“ Das ist wirklich sehr verwandt mit „Am Anfang war das Wort“. (
Seite 43)
Die Beschreibung des Totenbuches und der unterschiedlichen Versionen für Fußvolk und Pharaonen zeigt auch, dass die Ägypter hier eine durchaus pragmatische Einstellung hatten. (
Seite 52)
Das Fußvolk sagt „Ich habe nicht getötet“,
der Pharao sagt „Ich habe nicht ohne Grund getötet“.

Dann bin ich mal gespannt auf eure Eindrücke.
Grüße von Annabas
