
InhaltHomera Barak wächst in den siebziger Jahren unbeschwert in Kabul auf. Sie trägt westliche Kleidung, geht zur Schule und darf studieren und ihre Eltern erlauben ihr sogar die Heirat mit dem Mann ihrer Träume. Doch nach ihrer Heirat wird alles anders, denn ihr Mann zeigt sein wahres Gesicht. Auch die Geburt ihrer Tochter kann die Beziehung nicht retten. So ist der Beginn des Bürgerkriegs für Homera zunächst ein Glücksfall, denn ihr Mann muss als Angehöriger des afghanischen Geheimdiensts fliehen. Aber Homera kann nur kurz aufatmen, denn je länger der Bürgerkrieg dauert, desto schrecklicher werden die Lebensumstände in Kabul und so beschliesst auch sie, mit ihrer Tochter das Land zu verlassen.
Meine MeinungIn
Wo das Herz wohnt habe ich ein mir bisher unbekanntes Afghanistan kennen gelernt. Homera Barak erzählt von einer unbeschwerten Kindheit die in vieler Hinsicht der von jungen Mädchen aus dem Westen ähnelt. Die Moralvorstellungen sind deutlich strenger, so dürfen sich die Jugendlichen noch nicht einmal unterhalten aber innerhalb dieser Grenzen leben Homera und ihre Schwestern so wie man es sich für junge Frauen aus Afghanistan nicht vorstellen kann. Manchmal wurde ich allerdings wieder daran erinnert dass es doch große Unterschiede in den Kulturen gibt, denn auch hier gibt es Zwansgverheiratungen und das Lächeln einem Fremden gegenüber bringt die Ehre der Frau in Gefahr.
Homera blieb mir während der gesamten Erzählung eine Fremde. Sie hat sehr jung geheiratet und es kam mir so vor als ob sie seit ihrer Ehe nicht reifer geworden wäre. So kommt mir ihre erfolgreiche Flucht wie ein kleines Wunder vor, denn vorher hat sie eher den Eindruck eines verwöhnten Mädchens als den einer erwachsenen Frau und Mutter vermittelt. Wo ihr Herz wirklich wohnt habe ich nicht herausfinden können, denn ihre wahren Gefühle konnte mir das Buch nicht vermitteln. Interessant war der Einblick in das Leben in Afghanistan vor dem Bürgerkrieg aber allemal.

Liebe Grüße
Kirsten