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Autor Thema: Corinna Kastner - Die verborgene Kammer  (Gelesen 855 mal)

HoldenCaulfield

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Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« am: 01. August 2009, 12:00:52 »



Titel: Die verborgene Kammer
Autor: Corinna Kastner

Allgemein:
590 S.Lübbe; 2009; 8.95 €

Inhalt:
Irgendwie ist es ja schon merkwürdig, weshalb sollte Martin Niemann ausgerechnet der Schriftstellerin Viktoria und einem ihr bisher unbekannten Mann Roman ein Haus an der mecklenburgischen Ostseeküste vererben? Viktoria nimmt die Bedienungen jedoch an die an das Erbe geknüpft sind, zwei Monate muss sie mit dem eher zurückhaltenden Roman unter einem Dach verbringen, erst dann können sie das Haus behalten. Nach und nach entdecken die beiden jedoch das die Kranichenburg eine Geschichte verbirgt die längst vergessen war. Eine Geschichte die Leid, Trauer und sogar Hass in sich vereint und vor allem mit der alten Dame zusammenhängen zu scheint die hier früher gelebt hat.

Meine Meinung:
Eine Schwäche für Familiengeheimnisse in Romanform hatte ich ja schon immer, weshalb mich Corinna Kastners Roman Die verborgene Kammer auch reizte. Im Romantik Thrill-bereich bin ich ja nun nicht unbedingt zu Hause aber ich bereue nicht eine Ausnahme gemacht zu haben. (Zu dem bin ich neugierig ob mir die anderen Romane der Autorin ebenso gut gefallen^^)

Ein Familiengeheimnis führt die beiden Hauptfiguren zusammen. Sowohl Viktoria als auch Roman waren mir von Anfang an sympathisch. Viktoria, die Schriftstellerin, offen und neugierig und Roman der eher etwas verschlossene, zurückhaltende, so etwas gefällt mir sehr gut^^.  Aber eigentlich ist es etwas Anderes was mich schließlich förmlich in die Handlung gezogen hat. Diese spezielle Erzählweise, sie war so lebendig, zeitweise hatte ich das Gefühl eine der Figuren zu sein und die Geschichte aus ihrem Blickwinkel zu betrachten. Ich habe alles vor mir gesehen , den Strand, das Meer und vor allem die Kranichenburg, das Haus dass Roman und Viktoria geerbt haben. Eine Art verwunschenes Hexenhaus oder eher Märchenschloss mit einem vernachlässigten Garten, wunderbar, ich persönlich würde sofort einziehen.  :breitgrins: Aber auch die Handlung selbst hat mich sehr berührt. Ich bin beim Lesen zuweilen sehr emotional und sehe die Figuren oft wie echte Menschen, was meist dazu führt das ich mich laut über diesen oder jenen aufrege. Auch hier ist mir dies nicht nur einmal passiert (Übrigens ein Zeichen dafür das mir dieses Buch wirklich sehr gefällt). Fast hätte ich gerne das es kein Roman wäre^^

Sehr gefallen haben mir die Beschreibungen der Kunst die im Roman eine wichtige Rolle spielt. Die beschriebenen Bilder hatte ich lebendig vor Augen, einmal fuhr mir gar ein Schauer über den Rücken. (Die Leser die Die verborgene Kammer bereits gelesen haben, wissen vielleicht welches Bild ich meine :zwinker: )
Zuweilen war die Handlung durchaus auch voraussehbar. Ich bin aber gerne bereit dies zu verzeihen, einfach weil der Roman so schön erzählt wird und das es deshalb eher Nebensache wird. Ich würde am liebsten an einem rauen Tag am Strand sitzen und den Roman dort lesen, zu so einem Tag passt das Buch am besten. Es passt zur rauen unruhigen See, so empfinde ich es irgendwie. Ein bisschen wie ein Turner Gemälde, obwohl es von der Zeit her nicht passt.^^

Fasziniert folgte ich Viktorias und Romans Suche nach einer Erklärung für ihr Erbe. Ihre gemeine Entwicklung wird dabei zum Glück nicht verkitscht dargestellt sondern sehr gut nachvollziehbar. Dadurch wirkt es nicht übertrieben und fügt sich nach und nach in die Handlung ein und ergibt ein harmonisches Ganzes. Ich habe mich deshalb sehr wohl gefühlt und konnte gleichzeitig nur schwer aufhören zu lesen.
Zu gute letzt hat es mich am Ende fast ein wenig gefreut das mich mein Detektivisches Gespür nicht im Stich gelassen hat. Das Ende war für mich jedenfalls  stimmig, auch wenn ich die Auflösung schon ahnte. Oft macht es mir etwas aus wenn ich schon weiß was passieren könnte, aber diesmal hab ich mich eher gefreut das ich recht hatte, weil mir das Buch so gut gefiel.

Ich fand Die verborgene Kammer ganz wunderbar zu lesen und bin noch ganz gefangen von der Geschichte.

5ratten

PS: Das Nachwort der Autorin ist sehr informativ und regt an sich zumindest einmal die Webseiten anzuschauen, ich persönlich würde am liebsten sofort meine Koffer packen und selbst ans Meer fahren^^
« Letzte Änderung: 01. August 2009, 12:03:21 von HoldenCaulfield »
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kathchen

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Antw:Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« Antwort #1 am: 01. August 2009, 12:06:34 »

Ganz tolle Rezi  :klatschen:

Von Corinna subbt noch ein Buch bei mir, aber danach wird ganz bestimmt "Die verborgene Kammer" folgen!
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HoldenCaulfield

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Antw:Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« Antwort #2 am: 01. August 2009, 12:20:13 »

@kathchen
Bei mir war es ja das erste Buch von ihr, ich bin gespannt ob mir die Anderen Romane von ihr auch gefallen.
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Fandorina

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Antw:Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« Antwort #3 am: 17. Januar 2010, 15:38:09 »

Gestern nun habe ich "Die verborgene Kammer" ebenfalls beendet und muss gleich als erstes schreiben, dass ich beinahe den wöchentlichen Einkauf verpasst hätte, weil ich mich nicht mehr von dem Buch lösen mochte.

Dabei war ich anfangs erst einmal überhaupt nicht so begeistert. Ich lese nicht so gern längere Landschaftsbeschreibungen, obwohl diese hier durchaus ihre Berechtigung hatten. Auch mochte ich den Sprachstil anfangs nicht so sehr. Es war mir alles zu normal runtererzählt. Später erst, bei den Tagebucheintragungen, ist mir aufgegangen, dass es wohl so sein musste, um die Geschichte aus der Vergangenheit von der aus der Gegenwart stilistisch abzugrenzen. Allerdings habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie die Bezeichnung "Romantic Thrill" auf dem Cover wohl zustande kam. Ehrlich gesagt, ich habe die ganze Zeit auf den Kitsch gewartet, der dann gottlob überhaupt nicht kam. So hätte mich dieser Aufdruck beinahe davon abgehalten, ein sehr gut erzähltes, sehr spannendes Buch zu lesen.

Interessant fand ich den Beruf der weiblichen Protagonistin. So konnte man sich einmal gut in eine Schriftstellerin und wie diese arbeitet hineinversetzen.

Als Leser konnte man den Recherchearbeiten von Viktoria und Roman sehr gut folgen und miträtseln. Dabei kam nicht eine Sekunde Langeweile auf. Wie auch HoldenCaulfield schon anführte, hat es der Spannung zu keiner Zeit Abbruch getan, dass man schon viele Seiten vor dem Ende eine latente Ahnung hatte, welches letzte Puzzlesteinchen das Gesamtbild abrunden würde. Im Gegenteil. Ich konnte es kaum erwarten, meine Ahnung bestätigt zu sehen.

Von mir bekommt das Buch satte  5ratten und ganz sicher werde ich wieder mal etwas von der Autorin lesen.

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Annabas

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Re: Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« Antwort #4 am: 06. Mai 2010, 22:20:59 »

Hallo miteinander,

eine Zwischenmeldung: Ich habe jetzt den ersten Teil des Buches gelesen, es gefällt mir sehr gut. Ein bisschen (aber nur ein bisschen) stören mich die Ortsbeschreibungen, manchmal habe ich dabei das Gefühl, ich lese einen Stadtplan. So genau bis auf den Straßennamen runter will ich meistens gar nicht wissen, wo sich die Romanheldin gerade aufhält. Aber die Geschichte selbst ist toll und spannend - ich glaube auch, dass es nicht das letzte Buch dieser Autorin ist, das ich lesen werde.

Grüße von Annabas  :winken:
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Annabas

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Re: Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« Antwort #5 am: 09. Mai 2010, 19:11:41 »


Corinna Kastner – Die verborgene Kammer



Inhaltsangabe:

Viktoria ist sehr überrascht, als sie erfährt, dass ein ihr völlig fremder Mann ihr die Hälfte eines Hauses an der mecklenburgischen Ostseeküste vermacht hat. Und noch merkwürdiger ist die Bedingung, die an die Erbschaft geknüpft ist: Viktoria muss mit dem zweiten Miterben, einem Mann namens Roman, von dem sie ebenfalls noch nie etwas gehört hatte, zwei Monate lang in dem Haus wohnen.
Viktoria lässt sich auf das Abenteuer ein und beginnt, gemeinsam mit Roman nach dem Grund für das Erbe und die Bedingung zu forschen. Dabei geraten sie auf lange verschwiegene Familiengeheimnisse in Romans Familie. Doch die Frage ist, welche Rolle Viktoria dabei spielen soll ...

Das Buch spielt zum Teil in der heutigen Zeit und zum Teil in den 1920er Jahren, hauptsächlich in Stralsund und Wustrow an der Ostsee.

Der erste Satz:

„Über die Staffelei hinweg schweift mein Blick zum offenen Fenster.“

Meine Meinung zum Buch:

Ich liebe Geschichten über alte Familiengeheimnisse und war deshalb mit diesem Buch bestens bedient. :smile:

Besonders gefallen hat mir die Art und Weise, wie die Autorin die Gemälde beschreibt, die für die Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Ich konnte sie richtig vor mir sehen und hatte große Lust, sofort im Internet nach den Bildern der genannten Malerinnen zu suchen (was ich inzwischen getan habe).

Die Autorin beschreibt die Geschehnisse in zwei Handlungssträngen: der mit Viktoria und Roman spielt in der heutigen Zeit, der mit den beiden Mädchen Doro und Marie, den „Zielen“ von Viktorias und Romans Recherchen, spielt in den 1920er Jahren. Die Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen sind aber nicht so häufig, so dass ich mich immer sehr gut und für einen langen Abschnitt auf die jeweilige Handlung einlassen konnte.

Die beiden Hauptpersonen, Viktoria und Roman, sind sehr gut charakterisiert, wobei mir Viktoria etwas sympathischer erschien – ich mochte einfach ihre unbekümmerte und spontane Art, an die Dinge heranzugehen. Roman dagegen ist eher der kopfgesteuerte Teil des Duos, und damit ergänzen sich die beiden natürlich hervorragend bei ihrer Spurensuche in der Vergangenheit. Etwas schade fand ich, dass Henrik und Melli, die Freunde von Viktoria, nur am Anfang eine wichtige Rolle spielen, im späteren Lauf des Buches dagegen kaum mehr. Damit hat sich (zumindest für den Handlungsstrang, der in der heutigen Zeit spielt) alles sehr auf Viktoria und Roman konzentriert. Aber auch mit Marie und Doro, den beiden Protagonistinnen des Handlungsstranges, der in den 1920er Jahren spielt, konnte ich sehr gut mitfühlen und ihre Beweggründe nachvollziehen.

Zu lesen ist das Buch angenehm und leicht, dabei aber spannend und manchmal auch düster. Manche Wendungen sind vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört, denn die Atmosphäre des Buches hatte mich komplett eingenommen. Das Lesen hat nur so geflutscht.

Warum das Buch allerdings unter dem Bereich „Romantic Thrill“ angeboten wird, ist mir etwas rätselhaft, ich hätte darunter etwas anderes verstanden. Als betont romantisch oder vielleicht sogar kitschig habe ich das Buch nämlich nicht empfunden, und auch der „Thrill“ wirkt eher gepflegt.

Nur eine Sache hat mich etwas gestört: Die manchmal etwas Reiseführer-ähnlichen Beschreibungen der Gegenden, in denen der Roman spielt. Ich lege auf solche Details wenig Wert, und wenn ich lese, dass „die Kirche mit dem Rathaus zu einer Einheit aus norddeutscher Backsteingotik verschmolz“, dann neige ich dazu, schnell weiterzublättern. Aber solche Beschreibungen kommen nur am Anfang des Buches vor, danach nicht mehr.

Meine Bewertung: 4ratten

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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Nicole

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Re: Corinna Kastner - Die verborgene Kammer
« Antwort #6 am: 29. Januar 2011, 11:55:19 »

Ich habe jetzt auch mit diesem Buch begonnen, angeregt durch die tollen Kritiken. Ich bin zwar noch nicht so weit gekommen, aber bisher gefällt mir dieses Buch sehr und es weckt meine Sehnsucht nach dem Meer. Daher fühle ich mich da gerade sehr zu Hause und werde auch gleich weiterlesen.  :leser: