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Autor Thema: Richard Stark: Das Geld war schmutzig  (Gelesen 471 mal)

Cabriofahrerin

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Richard Stark: Das Geld war schmutzig
« am: 22. Juli 2009, 22:55:00 »

Ohne Geld läuft gar nichts!

Unter Führung des Protagonisten Parker überfällt eine kleine Gruppe Gangster einen Geldtransport in Massachusetts. Da die Polizei schnell vor Ort ist, müssen sie den größten Teil ihrer Beute verstecken und fliehen. Presse und Fernsehen berichten ausführlich von diesem Aufsehen erregenden Verbrechen.
Dann trennen sich die Wege der Männer - aber alle wollen sie nur möglichst rasch das Geld holen.
McWhitney arbeitet wieder in seiner Bar.
Nick Delesia wird von der Polizei verhaftet, als er mit einem "schmutzigen" Schein bezahlt (denn die Seriennummern aller Scheine waren registriert). Nachdem er einen Marshall erschießt, kann er aus dem Gefängnis entfliehen.
Parker plant mit seiner Freundin Claire, getarnt als Ehepaar Willis, einen Kurzurlaub in der Nähe des Tatortes. Hier möchte er die Situation auskundschaften.
Aber nicht nur die Gangster zieht es an den Tatort:
Die Polizei startet einen Großeinsatz und kontrolliert mit Straßensperren die Bevölkerung.
Auch Sandra Lozcalzo, eine Kopfgeldjägerin, ist zur Stelle. Sie gibt aber keineswegs der Polizei Hinweise, sondern verspricht sich größeren Profit, wenn sie sich an Parker hängt.
Zeitweise wird die urige Frühstückspension Bosky Rounds zum turbulenten Hauptschauplatz, denn bei der geschwätzigen Mrs. Bartlett findet sich der harte Kern der Akteure ein. Hier laufen Polizisten, Sandra Lozcalzo, das Ehepaar Willis und andere einander über den Weg, ohne sich zu begegnen - geschweige denn zu erkennen.
Dieser Krimi ist ein Lesegenuss. Er kommt ohne Blut und Folter aus. Das Plot-Konzept - Überfall auf einen Geldtransport - ist zwar nicht gerade neu, sondern schon oft literarisch und filmisch variiert worden. Aber Richard Stark gestaltet es auf originelle, den Leser fesselnde Weise. Im Vordergrund seines Erzählens stehen die Charaktere der Gangster: Keiner traut dem anderen, jeder möchte alleine "Kasse machen" - und dennoch kommen sie wieder zusammen. Dabei scharen sie immer mehr Personen um sich, die ihnen bei ihrem Coup helfen sollen. Sie schmieden Pläne - aber irgendwie kommt es immer anders als vorhergesehen. Und: Ohne Geld läuft gar nichts ... Das ist alles sehr reizvoll zu lesen.
Bei manchen Textpassagen hat man den Eindruck, dem Autor (und dem Übersetzer) sitze der Schalk im Nacken. So wird Mrs. Bartlett von ihren Gästen im Stillen liebevoll "Mrs. Apfelkuchen" und ihre Pension "Quartier für Hänsel und Gretel" genannt. "Laubgucker" heißen die Touristen ... und es gibt noch viele weitere solch witzige Einfälle zu beschmunzeln.
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nimue

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Antw:Richard Stark: Das Geld war schmutzig
« Antwort #1 am: 23. Juli 2009, 06:52:53 »

Guten Morgen,

würde es Dir etwas ausmachen, den Amazonlink zu Deinen Buchvorstellungen hinzuzufügen? Bisher mussten das nämlich jedesmal die Moderatorinnen machen und die haben ehrlich gesagt genügend Arbeit hier  :zwinker:

Liebe Grüße
nimue
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

YRachel

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Re: Richard Stark: Das Geld war schmutzig
« Antwort #2 am: 05. April 2010, 17:17:18 »

Richard Stark - Das Geld war schmutzig

Zum Inhalt:

Unter der Führung von Parker wurde ein Geldtransporter in Massachusetts überfallen. Das Geld musste nahe des Überfalls versteckt werden, da die Polizei den drei Räubern auf der Spur war. Nick Delesia wird bald verhaftet, da er mit dem "schmutzigen" Geld bezahlt, kann jedoch nachdem er einen Polizisten getötet hat, fliehen. Dies sorgt dafür, dass nun die Polizei ihre ganze Aufmerksamkeit auf diesen Fall lenkt. McWitney und Parker wollen das Geld nun wieder holen und müssen nun immer neue Probleme lösen, um an das Geld zu gelangen und auch Delesia möchte das Geld wieder haben.

Meine Meinung:

Richard Stark gelingt es auf nicht mal 300 Seiten einen sehr kurzweiligen und spannenden Krimi zu schreiben. Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Sicht der Bankräuber und dadurch gewinnt der Roman an Schnelligkeit. Obwohl auf das übliche Blutvergießen verzichtet wurde, gelingt es Stark seinen Leser fast sofort an das Buch zu fesseln. Er vermittelt von seinen drei Bankräubern ein ausführliches Bild, ohne jedoch in Beschreibungen zu verfallen.
Die Bankräuber sind keine Freunde, sie sind eine Zweckgemeinschaft, das wird bald deutlich. Jeder von ihnen hätte gerne die Beute allein für sich und teilweise werden schon Pläne für diesen Fall geschmiedet. Schwächen von anderen werden nicht geduldet, es wird ihnen nur geholfen, wenn sie noch von Nutzen sind. Um sich herum haben sie Leute, die ihnen helfen. Doch die meisten davon sind auch nur auf das Geld aus.

Der Erzählstil von Richard Stark hat ist einfach, jedoch vermag er mit wenig Worten viel zu erzählen. Dadurch hat er auf wenig Seiten einen wirklich tollen, kurzweiligen Krimi geschaffen. Mir gefiel, wie er zwar häufig die Perspektiven gewechselt hat, aber es dennoch geschafft hat, dass man ohne Probleme der Geschichte folgen konnte. Dadurch, dass man auch immer mal wieder einen Einblick in die Polizeiarbeit bekommen hat, gewann das "Katz-und-Maus"-Spiel für mich an Reiz. Ein weiterer Vorteil der Perspektivenwechsel war, dass man die einzelnen Motive der einzelnen Personen besser verstanden hat.

Hinter dem Pseudonym Richard Stark verbirgt sich der verstorbene Donald Westlake. Bisher habe ich noch keine anderen Romane von ihm gelesen, aber das werde ich bald nachholen!

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Lilli33

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Re: Richard Stark: Das Geld war schmutzig
« Antwort #3 am: 25. August 2011, 20:10:21 »

Immer Ärger mit Nick

Parker (Vorname unbekannt) und seine zwei Kumpane Nelson und Nick überfielen einen Geldtransporter. Dabei erbeuteten sie über zwei Millionen Dollar. Leider erschien die Polizei zu früh, so dass sie das Geld nur verstecken, aber nicht mitnehmen konnten. Nick wird gefasst, kann am nächsten Tag aber wieder entkommen. Damit wird er für Parker und Nelson zu einer Gefahr bzw. er wird wohl versuchen, das Geld allein zu holen. Dies versuchen Parker und Nelson zu verhindern. Da schaltet sich auch noch die Kopfgeldjägerin Sandra ein, die einen Teil der Beute für sich beansprucht und dafür bei der Bergung des Geldes behilflich sein will. Doch es kommt immer wieder zu unliebsamen Überraschungen. Keiner kann keinem trauen...

Unter dem Pseudonym Richard Stark schrieb Donald E. Westlake, der 2008 verstarb, eine Reihe von Kriminalromanen mit der Hauptfigur Parker. Das vorliegende Buch Das Geld war schmutzig ist der dritte Teil einer Trilogie, die jedoch aus jeweils abgeschlossenen Fällen besteht. So ist es meines Erachtens nicht notwendig, die ersten zwei Teile gelesen zu haben, um der Handlung folgen zu können. Das Besondere an den Parker-Romanen ist, dass sie aus der Sicht der Verbrecher geschrieben sind. Stark geht in der Personenbeschreibung nicht sehr ins Detail, ich hatte keine besonders klare Vorstellung von den Protagonisten, weder was ihr Äußeres noch was die Emotionen angeht. So wurden sie mir auch nicht wirklich sympathisch. Der Stil erschien mir sehr oberflächlich, auch die Handlung hat mich nicht besonders mitgerissen. Fast hatte ich den Eindruck, dass es sich hier um eine Art Fließbandproduktion handeln könnte.

Den Preis finde ich für ein broschiertes Buch von ca. 250 Seiten eindeutig zu hoch.

Fazit: Ich habe es zwar nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, aber empfehlen würde ich es nicht unbedingt.

 3ratten
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