In einer Nacht als David gerade einen Botengang für seine Chefin macht, stößt er auf dem Dach eines Hauses auf Heaven, die gerade mit ihrem Teleskop die Sterne beobachten wollte, ihm aber eine unglaubliche Geschichte erzählt. Heaven hat ihr Herz verloren, weil jemand es ihr aus der Brust geschnitten hat. Seitdem ist sie völlig konfus und weiß nicht was zu tun ist.
David weiß nicht genau, ob Heaven einfach nur verwirrt ist, kann sich aber selbst auch nicht davon überzeugen, dass sie ihn anlügt. Er tut was alle tun würden und geht mit ihr zum Arzt. Was er dort entdeckt lässt Heaven in einem anderen Licht erscheinen. Im Krankenhaus hatte man bereits nach den beiden gefragt, denn die zwei „böse Männer“, die Heavens Herz raubten, bemerkten ebenfalls, dass sich ihr neuestes Opfer nicht verhielt wie die zuvor.
Auf Heaven und Davids Jagd durch ein London über den Dächern und mit geheimnisvollen Winkeln, kommen beide sich näher und die Zeit drängt, herauszufinden, was mit Heaven los ist, denn wer kann schon ohne Herz leben? Zudem wirft die Verbindung zwischen dem am Londoner Himmel entstandenen Phänomen, in Verbindung mit Heavens Geburtsdatum einige Fragen auf. Ein Mord legt eine Spur und plötzlich geht alles ganz schnell.
Schon im ersten Satz wird verraten, dass die schöne Heaven ihr Herz verloren hat. Ab diesem Zeitpunkt, kommt es für den Leser darauf an, sich auf diese unwirkliche Geschichte in einem unwirklichen London einzulassen. Ich selbst hatte meine Probleme damit, einen Zugang zu dieser absurden Ausgangssituation zu finden, doch die Zweifel und Hilflosigkeit der Protagonisten erleichterten mir eine allmähliche Veränderung der Sichtweise. Schließlich würden solche Urban-Fantasy-Romane wohl nie zustande kommen, wenn nicht irgendein unvorhergesehenes Problem mit einem übersinnlichen Touch, zwei Menschen verbünden würde.
Hat man sich aber erst einmal darauf eingelassen, fließt die Geschichte regelrecht dahin. Christoph Marzi hat einen unglaublich facettenreichen und schönen Erzählstil, bei dem ich anfangs alle zwei Zeilen ein Zitat rausschreiben wollte. Was (wie ich gehört habe) zu einem der Markenzeichen des Autors gehört, sind die zahlreichen Buch-, Musik- und Filmzitate bzw. Anspielungen, die auch in „Heaven“ nicht zu kurz kommen. Zwischendurch ein bekanntes oder unbekanntes Zitat, verankert die Geschichte in der wirklichen Welt unserer Zeit, machen sie zusätzlich besonders und irgendwie interaktiv.
Insgesamt haben der Erzählstil und die schönen Bilder die dadurch im Kopf entstanden sind, mehr als die Hälfte meiner „Eulen“ ausgemacht, denn nach dem Titel „Stadt der Feen“ hatte ich mir etwas völlig anderes vorgestellt und hatte dann gleich eingangs, wie bereits erwähnt, einige Startschwierigkeiten mit der Geschichte.
Fazit: Eine in erster Linie schön erzählte Geschichte, die die Wirklichkeit und die Phantasie zu einem modernen Märchen verbindet.
