Eine kleine Warnung vorweg: Eine vernünftig strukturierte Rezi bringe ich zu diesem Buch irgendwie nicht fertig. Also habe ich einfach mal drauflosgeschriebn. Ich hoffe, es liest sich trotzdem einigermaßen erträglich.
Meine Meinung:Wenn ich bisher Bücher von Christoph Marzi gelesen habe, dann kam gleich mit dem ersten Absatz das ganz typische “Marzi-Feeling” auf. Ich wusste sofort, jetzt bin ich in einer Geschichte von Christoph Marzi. Bei
Heaven war das weniger der Fall, oder es dauerte zumindest länger. Irgendwie liest sich dieses Buch “normaler”, nicht schlechter - der Stil ist gut und flüssig zu lesen – aber weniger... “eigenwillig” als seine Vorgänger. Auch die wunderschönen Beschreibungen, wegen der ich Marzis Stil so mag, schienen dünner gesät zu sein, bzw. Sie kam erst in der zweiten Hälfte des Buches wieder stärker zum Vorschein. (Für Leser, die mit Marzis Stil sonst nicht so viel anfangen können, aber vielleicht gar nicht so schlecht.) Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass sich
Heaven Gegen Ende noch mal steigert – den Showdown fand ich, allein schon vom Schauplatz her, jedenfalls sehr gelungen. Ein weiterer Grund dafür, dass sich dieser Roman weniger wie ein “Typischer Marzi” liest, ist vielleicht auch, dass er von allen seinen Büchern wohl den geringsten Fantasy-Anteil aufweist. Abgesehen von den im Titel erwähnten Feen spielt so etwas wie Magie oder Fabelwesen eigentlich keine Rolle. Dadurch liest sich
Heaven mehr wie ein “normales” Jugendbuch, ein spannendes Abenteuer, die Flucht vor Verfolgern, ein Geheimnis, dass es zu lüften gilt und nicht so sehr wie ein Fantasyroman. Was aber ja durchaus auch nichts negatives sein muss, ich fand es jedenfalls spannend, die Figuren sympathisch (bzw. Die Bösewichte fies, wie es sich gehört) und und musste mich zu keinem Zeitpunkt überwinden weiterzulesen. (Im Gegenteil, das Buch hat mich erfolgreich vom Lernen abgehalten *Nachtschicht, ich komme. Yay.* -_-)
Zum Leseflaute überwinden (was bei mir noch alle Marzis geschafft haben) oder einfach mal eine Weile in eine spannende Geschichte abtauchen, taugt die Stadt der Feen also allemal. Die Gerade schon angesprochenen Charaktere fand ich durchaus gelungen. Sie können an Tiefe zwar sicher nicht mit denen aus z. B.
Lycidas mithalten aber sind, was die Hauptcharaktere betrifft, für ein Jugendbuch sympathisch genug und mit einem Hintergrund versehen, durch den man mit ihnen Mitfühlen und sich für sie interessieren kann, wobei auch dieser Hintergrund, gerade bei David, erstaunlich realistisch ist und nichts mit Fantasy zu tun hat. Und auch die Bösewichte sind nicht alle ausschließlich böse, ohne dass die Erklärungen für ihr Verhalten z. B. in einen Taurige-Lovestory-Overkill ausarten, wie in
Lumen. Und apropos Lovestory: Natürlich gibt es sie auch die in diesem Buch, die Teenies, die sich unsterblich ineinander verlieben. (*Lieber Christoph, schreib doch mal ein Buch ohne Liebe-auf-de-ersten-Blick-Lovestory, bittebitte.* *liebguck*) Aber auch wenn ich auf dieses Thema sonst spätestens Seite Marzis zweitem Buch allergisch reagiere, fand ich es diesmal, wie auch schon bei
Du glaubst doch an Feen, oder?, gar nicht so schlimm. Es scheint fast, als gelänge es dem Autor mittlerweile, dieses immer wiederkehrende Element etwas subtiler, weniger aufdringlich zu gestalten.
Ähm, ja. Also insgesamt fand ich
Heaven nicht schlecht, ein Jugendbuch, dass fast mehr einen leichten Thriller-Touch hat und gar nicht so sehr wie ein Fantasyroman wirkt (den ich eigentlich erwartet hatte). Edit: Ach ja, das Buch hat auch den ein oder anderen Toten oder Verletzten aufzuweisen, allzu detailliert beschreiben wird da zwar nichts, aber es ist eben eindeutig ein
Jugend-, kein Kinderbuch.
Wer, wie ich und wohl auch Seychella, sowieso alles kauft, wo Marzi draufsteht, wird mit dem Buch sicher etwas anfangen könne. Auch wenn es, wie gesagt, für mich kein ganz typischer Marzi ist. Ob es aber die “Skeptiker” überzeugen kann? Ich würde fast sagen, versucht es vielleicht zuerst mit
Du glaubst doch an Feen, oder?. Das kleine Büchlein fand ich überraschend gut. Oder wartet einfach noch ein paar Meinungen ab.

Ach ja, die typischen Bezüge zu Literatur und Musik gab es natürlich auch, und sie haben mir wie immer gefallen, auch wenn es mir manchmal fast zu viel war, ich fühle mich mittlerweile fast gezwungen, jeden Namen und jede erwähnte Band zu googeln, nur um ja keine Anspielung zu verpassen.