
Klappentext:England 1147: Eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung, fristen sie ein menschenunwürdiges Dasein, weil sie nicht zu den Kindern Gottes zählen: Simon hat die Fallsucht. Edmund hält sich für einen toten Märtyrerkönig. Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Losian hat sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren. Ausgerechnet Letzterem fällt die Führung dieser sonderbaren Gemeinschaft zu, als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet. Er bringt die kleine Schar zurück in die wirkliche Welt, wo Hunger, Not und Rechtlosigkeit herrschen. Auf ihrer Reise gelangt er zu erschreckenden Erkenntnissen über den Mann, der er einmal war. Und gerade als er einer Frau begegnet, mit der ein Neuanfang möglich scheint, beginnt Losian zu ahnen, dass er die Schuld an dem furchtbaren Krieg trägt, der England zugrunde zu richten droht ...
Meine Meinung:Da war es nun - das sehnlich erwartete neue Buch von Rebecca Gablé. Über 900 wundervolle Seiten warteten auf mich. Gierig stürzte ich mich in die Geschichte und musste nach 2 Tagen feststellen, dass ich nicht wie gewohnt gefesselt war. Keine der Figuren war mir bislang so sympathisch, dass ich
unbedingt wissen wollte, wie es mit ihr weitergeht. Hinzu kam, dass ich weder Losian noch Simon noch die Zwillige Godric und Wulfric noch sonst wen als
wirkliche Hauptfigur empfand.
Erst ab etwa Seite 250 wurde es besser. Die Geschichte verlagerte sich in "gewohntes Terrain", d.h. in das normale Leben zur damaligen Zeit mit all den
kleinen Nebengeschichten, Verbindungen und Verwicklungen der Personen untereinander, die man von Frau Gablé gewohnt ist und die ich an ihren Büchern
mag. Teilweise fühlte ich mich wieder in vergangene Zeiten versetzt und litt mit den Figuren.
Und doch...... so ganz hat mich das Buch beim ersten Lesen nicht überzeugt. Warum nicht?
1. Waren weder der Handlungstrang um Losian/Alan noch der um Simon und seine Freunde wirklich die Hauptgeschichten und wurde so erzählt, dass man alles verstand, was passierte. Teilweise fehlte mir vor allem bei Losian "Hintergrundgeschichte" um alles, was mit ihm und um ihn herum passierte, nachvollziehen zu können.
2. Einige Figuren blieben mir zu blass, ich verstand ihren Sinn nicht oder fand sie im Nachhinein als zu unwahrscheinlich (z.B. King Edmund

)
Ok, ich muss gestehen, es hört sich jetzt alles schlimmer an, als es war. In dem Moment, wo sich die Handlung wieder um Intrigen, Kämpfe und Liebe drehte,
flogen die Seiten nur so dahin und bescherten mir einige Stunden tolles Vergnügen.
Insgesamt vergebe ich

, weil ich weiß, dass sie es (für mich) besser kann.
Wobei ich mir echt nicht sicher bin, ob sich meine Meinung beim nochmaligen Lesen evtl. ändert