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Autor Thema: Boris Koch - Der Königsschlüssel  (Gelesen 461 mal)

*Sternenstauner*

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Boris Koch - Der Königsschlüssel
« am: 14. Juli 2009, 00:11:50 »



Kurzbeschreibung

Es ist der Tag des Königs. Der Tag, an dem der Herrscher mit dem Schlüssel aufgezogen wird, um für ein weiteres Jahr regieren zu können. Da geschieht das Unfassbare: Vor den Augen des versammelten Volks stürzt ein dunkler Vogel vom Himmel herab und stiehlt den Königsschlüssel. Fortan steht der König still. Als man den Schlüsselbauer für die Tat verantwortlich macht und ihn in den Kerker wirft, macht sich seine Tochter auf, den wahren Schuldigen zu finden. Es wird eine Reise, die das Mädchen und ihr Land für immer verändern wird.

«Monster und Jungen waren anstrengend, fand Vela, schüttelte den Kopf und ging zurück an die Arbeit.» (Seite 278)

Rezension

Seit vielen Jahrhunderten herrscht der Mechanische König über die Stadt Marinth und die umliegenden Ländereien. Niemand weiß, wo er herkommt oder wie er funktioniert, aber da er der friedlichste und netteste König ist, den man sich vorstellen kann, wird er von seinem Volk verehrt und jedes Jahr bei einer feierlichen Zeremonie mithilfe des Königsschlüssels wieder aufgezogen, um ein weiteres Jahr regieren zu können.
Dieses Jahr allerdings soll es anders kommen. Während der Zeremonie taucht plötzlich ein riesiger schwarzer Vogel auf und stiehlt den Schlüssel, noch bevor der König aufgezogen wurde. Fortan steht er still und der Königsmechaniker, der für den Verlust des Schlüssels verantwortlich gemacht wird, wird in den Kerker geworfen. Sehr zum Leidwesen seiner Tochter Vela, denn sollte der König nicht innerhalb eines Jahres wieder zum Leben erwachen und ihren Vater begnadigen, droht diesem die Hinrichtung.
Zwar werden die vier besten Ritter des Landes beauftragt, den Schlüssel zurückzugewinnen, doch die ach so tapferen Männer kehren lieber in die nächstbeste Schankstube ein, um dort mit ihren vermeintlichen Heldentaten zu prahlen. Und so kommt es, dass Vela sich selbst auf den Weg macht, den Schlüssel zurückzuerobern – mit nichts als ihrem Hammer bewaffnet sowie in Begleitung eines flapsigen Waisenjungen und eines sprechenden Bären…

Obwohl das Buch als All-Age-Fantasy beworben wird und es auch entsprechend aufgemacht ist, wird schnell klar, dass es doch eher etwas für jüngere Leser ist. Die Geschichte wird sehr gradlinig erzählt, Konflikte bleiben recht oberflächlich und die Auflösung, weshalb der Schlüssel letztendlich gestohlen wurde, ist kaum herausgearbeitet und wirkt daher konstruiert und wenig nachvollziehbar. Ebenso wird nicht erklärt, was es mit dem Mechanischen König auf sich hat, sondern seine besondere Daseinsform wird einfach als gegeben vorausgesetzt.

Sieht man über diese Punkte hinweg und liest das Buch als Kinderbuch, so kann man dennoch sein Vergnügen daran finden.
Die Charaktere sind lebhaft und liebenswert beschrieben und vor allem ihr Verhältnis untereinander durchläuft eine schöne Entwicklung. Besonders gefiel mir, dass sie ganz normale Heranwachsende sind, die manches Mal erst über ihren Schatten springen müssen, um ihren Mut zu beweisen und dem anderen trotz schlotternder Knie beizustehen.
Auf ihrer - für Kinder sicherlich spannenden - Reise treffen die ungleichen Gefährten außerdem auf etliche interessante, teils sehr skurrile Figuren, wie etwa einen pummeligen Elf, Hexen, von denen man nicht weiß, ob sie nun gut oder böse sind, und vor allem die ulkigen, sonnenbrandgeplagten Nacktkühe, die mich ordentlich schmunzeln ließen.

Obgleich auf dem Buch nur Boris Koch als Autor genannt ist, erfährt man im Anhang, dass «Der Königsschlüssel» in Zusammenarbeit mit Kathleen Weise entstanden ist. Dem Schreibstil merkt man dies jedoch nicht an. Er ist durchweg homogen, flüssig und in einem märchenhaften Ton gehalten.
Positiv zu erwähnen ist auch die außergewöhnliche Aufmachung des Buches. Trotz des verhältnismäßig geringen Preises liegt es in gebundener Form vor und ist mit einer Karte sowie einer Handvoll bizarrer, aber ansehnlicher Illustrationen ausgestattet.

FAZIT: Für Kinder auf jeden Fall empfehlenswert, für Erwachsene aber kein Muss.

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Twiceybaby

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Antw:Boris Koch - Der Königsschlüssel
« Antwort #1 am: 11. Februar 2010, 17:56:46 »

Nun bin ich auch in den Genuss dieses wunderbaren Kinder/Jugendbuch gekommen. Und ich kann mich *Sternenstauner* nur voll und ganz anschließen:

Alle Jahre wieder reist Vela für zwei Wochen in die Hauptstadt des Königsreiches ( Marinth ) um ihren Vater, den Königsmechaniker, zu besuchen und der feierlichen Schlüsselzeremonie beizuwohnen. Ausgerechnet bei dieser großen Zeremonie verliert ihr Vater den wertvollen Schlüssel an einen riesigen Klippengeier und der mechanische König bleibt stehen! Doch es soll noch schlimmer kommen. Kurzer Hand wird Vela`s Vater in den Kerker geworfen. Denn nur ihm gibt man die Schuld an diesem Fiasko.Vier siegreichen Ritter des königlichen Turniers sollen nun den wertvollen Schlüssel finden und in die Stadt bringen.Doch diese denken nicht im Traum daran auch nur den kleinen Finger zu rühren. Und so muß Vela das Schicksal ihres Vaters / des Königs und des ganzen Landes in die Hand nehmen und den Schlüssel selber beschaffen. Doch sie soll sich nicht alleine auf die Reise machen müssen. Urs ( ein sprechender Bär ) und der Schankjungen Cephei werden Vela begleiten. Und so nimmt die Geschichte rund um den Königsschlüssel ihren Lauf.

„Der Königsschlüssel“ ist eine wunderschöne, besinnliche Geschichte, welche den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht.Unglaublich einfühlsam fokussiert er auf Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt und den Willen, für das, was man für richtig hält, einzutreten.Auch ältere Leser werden bei diesem Roman ganz auf ihre Kosten kommen und mit den vielschichtigen Charakteren mitfiebern.Die zahlreichen Illustrationen machen den Roman zu einem ganz besonderen Lesegenuss. Von mir gibt es auf jeden Fall

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Tammy1982

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Re: Boris Koch - Der Königsschlüssel
« Antwort #2 am: 20. November 2011, 14:56:03 »

Hallo Ihr Lieben,

ich lese gerade dieses Buch und muss sagen, dass sich meine Begeisterung bis jetzt noch in Grenzen hält. Ich bin bis jetzt noch nicht ganz bei der Hälfte des Buches angekommen und muss mich aber teilweise richtig dazu zwingen, dass ich weiterlese und nicht gelangweilt das Buch zur Seite lege.

Ich kann euch voll und ganz zustimmen, dass man sofort merkt, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Das an und für sich würde ich nicht so schlimm finden, aber bis jetzt muss ich sagen, dass mir die Welt noch nicht wirklich sehr einfallsreich gestaltet ist und ich die Bilder, die ich in meiner Ausgabe habe, zwar als gute Idee empfinde, aber leider oft gar nicht erkennen kann, was diese Bilder zeigen sollen.

Auch fehlt mir in dem Buch eine schöne Karte mit der ich mich orientieren könnte und die Wesen, die bis jetzt vorgekommen sind, erscheinen mir auch eher lieblos gezeichnet. Die einzige positive Ausnahme war bis jetzt der erste Elf, der vorgekommen ist und entgegen sonstiger Elfen eher dicklich ist!  :breitgrins:

Die Hauptfigur Vela finde ich bis jetzt nur anstrengend. Und es ist zwar zum einen bestimmt ihrem Teenager-Alter geschuldet, aber einige ihrer Handlungen und Aussagen konnte ich so gar nicht nachvollziehen und habe öfters das Bedürfnis sie einfach mal übers Knie zu legen!  :rollen: :breitgrins:

Na ja, ich lese mal weiter und lass mich überraschen... Aber nachdem ich eure Rezis hier so gelesen habe, fürchte ich, dass viele meiner Kritikpunkte sich nicht auflösen werden...  :rollen:

Liebe Grüße
Tammy  :winken:
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kathchen

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Re: Boris Koch - Der Königsschlüssel
« Antwort #3 am: 20. November 2011, 19:01:09 »

Ich kann euch voll und ganz zustimmen, dass man sofort merkt, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Das an und für sich würde ich nicht so schlimm finden, aber bis jetzt muss ich sagen, dass mir die Welt noch nicht wirklich sehr einfallsreich gestaltet ist und ich die Bilder, die ich in meiner Ausgabe habe, zwar als gute Idee empfinde, aber leider oft gar nicht erkennen kann, was diese Bilder zeigen sollen.

Ich hatte das Buch im Sommer gelesen, Juni oder Juli oder so, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es mir viel zu kindlich war. Ich lese ja noch regelmäßig Jugendbücher, aber "Der Königsschlüssel" empfand ich teilweise sogar mehr als Kinderbuch. Die Handlung war mir insgesamt zu einfach und auch recht oberflächlich. Mein erster Gedanke, als ich das Buch anfing, war noch "Eije, ich glaube, dafür bin ich doch etwas zu alt".  :rollen:
Velas Reaktionen konnte ich auch nicht immer nachvollziehen, aber insgesamt hatte ich die Charaktere doch recht gerne.

Die Bilder fand ich eigentlich sehr gelungen, allerdings hast du da recht. So wirklich was erkennen konnte ich auch nicht, dafür war es wirklich zu abstrakt.

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Tammy1982

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Re: Boris Koch - Der Königsschlüssel
« Antwort #4 am: 22. November 2011, 12:43:03 »

Hallo Ihr Lieben,

so, ich habe das Buch noch am Sonntag fertig gelesen, da ich mich auf andere Lektüre stürzen wollte. Hier meine Meinung:

Vela, ein 13jähriges Mädchen, reist wie jedes Jahr für 2 Wochen in die Hauptstadt Marinth des Königreiches, um der großen Zeremonie beizuwohnen. Bei dieser Zeremonie wird der mechanische König, der das Königreich seit Ewigkeiten regiert, mit einem Schlüssel aufgezogen, so dass er wieder für ein Jahr regieren kann. Vela's Vater ist der Königsmechaniker und für das Aufziehen des Königs und auch für die "Wartungsarbeiten" am König zuständig.

In diesem Jahr stört aber ein großer schwarzer Vogel die Zeremonie, in dem er den Schlüssel aus den Händen des Königsmechanikers klaut und davon fliegt. Vela's Vater wird daraufhin wegen Hochverrat in den Kerker geworfen und nur der König kann ihn begnadigen, der aber ohne das Aufziehen einfach stillsteht.
Schließlich macht sich Vela auf den Weg den Schlüssel zurück zu holen, um ihren Vater aus dem Kerker befreien zu können.

Die Welt in die das Buch den Leser entführen möchte, wird leider im gesamten Verlauf des Buches nicht detailliert beschrieben. Mechanik spielt in dieser Welt eine große Rolle. Jedoch wird nie wirklich klar, wozu sie teilweise verwendet wird und wieso es zum einen einen mechanischen König gibt, zum anderen aber die Welt insgesamt keinen fortschrittlichen Eindruck macht.

Auch die Hintergründe zum mechanischen König werden nicht angesprochen und viele Dinge, die sich im Laufe des Buches und gerade auf der Reise von Vela ergeben, bleiben weiterhin im Dunkeln. So bezweichnet sich der König selber als der friedlichste König aller Zeiten, gleichzeitig wird aber klar, dass die Gesetze nicht alle so gerecht und sinnvoll sind, wie es den Menschen vorgegaukelt wird. Das wäre an und für sich ja interessant, wenn sich daraus auch eine konkrete Handlung oder Schritte ergeben hätten. Diese bleiben aber aus.

Vela selber ist ein 13jähriges Gör und ich verwende bewusst das Wort "Gör", da sie mir mit ihrer Art ziemlich oft ganz schön auf die Nerven ging. Es ist verständlich, dass sie durch die Vorkommnisse mit ihren Vater geschockt ist und das für ein 13jähriges Mädchen nicht leicht zu verarbeiten ist. Dass sie deswegen aber oft gerade den Leuten gegenüber, die ihr helfen wollen, sehr pampig reagiert, konnte ich oft nicht nachvollziehen und hätte sie manchmal aufgrund ihres Benehmens gerne mal geschüttelt.
Ihre Weggefährten konnten mich auch nicht vollendes überzeugen. Gerade einer der Gefährten verhält sich höchst fragwürdig und ich musste mich wirklich fragen, welche Aussagen damit einem Kind oder Jugendlichen auf den Weg gegeben werden möchte, wenn jemand das Ritter werden höher stellt, als die Freundschaft?  :rollen:

Die Geschichte selber gewinnt im Laufe des Buches nicht an Tiefe und die Auflösung am Ende ist sehr flach und für mich auch sehr fragwürdig. Die meiste Zeit des Buches sind Vela und ihre Gefährten auf der Reise, es gibt ein paar aufrüttelnde Momente, die aber immer sehr schnell und einfach gelöst werden und bei mir keine wirkliche Spannung aufkommen ließen.

Die Begründung, warum Vela sich schließlich selber auf den Weg macht, ist auch sehr schwach und warum bis zum Ende niemand anders sich auf den Weg macht, den Schlüssel zu holen, wird auch nicht aufgelöst. Gerade der Kanzler erscheint in diesem Zusammenhang oft als sehr verdächtig, aber auch auf diese Hinweise wird überhaupt gar nicht mehr eingegangen.

Die Ausgabe, die ich gelesen habe, wurde ergänzt von Bildern. Die Idee daran fand ich sehr gut, die Umsetzung nur leider überhaupt gar nicht gelungen. Auf vielen Bildern konnte ich beim besten Willen nicht erkennen, was dargestellt werden soll und oft hatten die Bilder mit den zugehörigen Beschreibungen im Text so gut wie keine Gemeinsamkeiten.

Alles in allem bin ich sehr enttäuscht von diesem Buch und lasse als Entschuldigung die Einordnung als Jugendbuch nicht gelten. Ich lese oft und gerne Jugendbücher, habe aber noch kein Fantasy-Jugendbuch erwischt, dass von der Handlung und den Charakteren so flach und inhaltslos bleibt.

Insgesamt vergebe ich daher genau  1ratten und das nur für die Idee das Thema Mechanik in eine Fantasy-Welt einzubauen.

Ich hatte das Buch im Sommer gelesen, Juni oder Juli oder so, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es mir viel zu kindlich war. Ich lese ja noch regelmäßig Jugendbücher, aber "Der Königsschlüssel" empfand ich teilweise sogar mehr als Kinderbuch. Die Handlung war mir insgesamt zu einfach und auch recht oberflächlich. Mein erster Gedanke, als ich das Buch anfing, war noch "Eije, ich glaube, dafür bin ich doch etwas zu alt".  :rollen:

Ja, den Gedanken hatte ich auch, dass ich dafür einfach zu alt bin.  :breitgrins: Wenn das Buch für Kinder gedacht ist, dann würde es vielleicht passen, aber dafür ist es dann, denke ich, fast zu dick. Für Jugendliche ist es schon zu oberflächlich und meiner Meinung nach auch einfach lieblos geschrieben!

Liebe Grüße
Tammy  :winken:

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"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden." (Franz Kafka)