Hallo Ihr Lieben,
so, ich habe das Buch noch am Sonntag fertig gelesen, da ich mich auf andere Lektüre stürzen wollte. Hier
meine Meinung:Vela, ein 13jähriges Mädchen, reist wie jedes Jahr für 2 Wochen in die Hauptstadt Marinth des Königreiches, um der großen Zeremonie beizuwohnen. Bei dieser Zeremonie wird der mechanische König, der das Königreich seit Ewigkeiten regiert, mit einem Schlüssel aufgezogen, so dass er wieder für ein Jahr regieren kann. Vela's Vater ist der Königsmechaniker und für das Aufziehen des Königs und auch für die "Wartungsarbeiten" am König zuständig.
In diesem Jahr stört aber ein großer schwarzer Vogel die Zeremonie, in dem er den Schlüssel aus den Händen des Königsmechanikers klaut und davon fliegt. Vela's Vater wird daraufhin wegen Hochverrat in den Kerker geworfen und nur der König kann ihn begnadigen, der aber ohne das Aufziehen einfach stillsteht.
Schließlich macht sich Vela auf den Weg den Schlüssel zurück zu holen, um ihren Vater aus dem Kerker befreien zu können.
Die Welt in die das Buch den Leser entführen möchte, wird leider im gesamten Verlauf des Buches nicht detailliert beschrieben. Mechanik spielt in dieser Welt eine große Rolle. Jedoch wird nie wirklich klar, wozu sie teilweise verwendet wird und wieso es zum einen einen mechanischen König gibt, zum anderen aber die Welt insgesamt keinen fortschrittlichen Eindruck macht.
Auch die Hintergründe zum mechanischen König werden nicht angesprochen und viele Dinge, die sich im Laufe des Buches und gerade auf der Reise von Vela ergeben, bleiben weiterhin im Dunkeln. So bezweichnet sich der König selber als der friedlichste König aller Zeiten, gleichzeitig wird aber klar, dass die Gesetze nicht alle so gerecht und sinnvoll sind, wie es den Menschen vorgegaukelt wird. Das wäre an und für sich ja interessant, wenn sich daraus auch eine konkrete Handlung oder Schritte ergeben hätten. Diese bleiben aber aus.
Vela selber ist ein 13jähriges Gör und ich verwende bewusst das Wort "Gör", da sie mir mit ihrer Art ziemlich oft ganz schön auf die Nerven ging. Es ist verständlich, dass sie durch die Vorkommnisse mit ihren Vater geschockt ist und das für ein 13jähriges Mädchen nicht leicht zu verarbeiten ist. Dass sie deswegen aber oft gerade den Leuten gegenüber, die ihr helfen wollen, sehr pampig reagiert, konnte ich oft nicht nachvollziehen und hätte sie manchmal aufgrund ihres Benehmens gerne mal geschüttelt.
Ihre Weggefährten konnten mich auch nicht vollendes überzeugen. Gerade einer der Gefährten verhält sich höchst fragwürdig und ich musste mich wirklich fragen, welche Aussagen damit einem Kind oder Jugendlichen auf den Weg gegeben werden möchte, wenn jemand das Ritter werden höher stellt, als die Freundschaft?

Die Geschichte selber gewinnt im Laufe des Buches nicht an Tiefe und die Auflösung am Ende ist sehr flach und für mich auch sehr fragwürdig. Die meiste Zeit des Buches sind Vela und ihre Gefährten auf der Reise, es gibt ein paar aufrüttelnde Momente, die aber immer sehr schnell und einfach gelöst werden und bei mir keine wirkliche Spannung aufkommen ließen.
Die Begründung, warum Vela sich schließlich selber auf den Weg macht, ist auch sehr schwach und warum bis zum Ende niemand anders sich auf den Weg macht, den Schlüssel zu holen, wird auch nicht aufgelöst. Gerade der Kanzler erscheint in diesem Zusammenhang oft als sehr verdächtig, aber auch auf diese Hinweise wird überhaupt gar nicht mehr eingegangen.
Die Ausgabe, die ich gelesen habe, wurde ergänzt von Bildern. Die Idee daran fand ich sehr gut, die Umsetzung nur leider überhaupt gar nicht gelungen. Auf vielen Bildern konnte ich beim besten Willen nicht erkennen, was dargestellt werden soll und oft hatten die Bilder mit den zugehörigen Beschreibungen im Text so gut wie keine Gemeinsamkeiten.
Alles in allem bin ich sehr enttäuscht von diesem Buch und lasse als Entschuldigung die Einordnung als Jugendbuch nicht gelten. Ich lese oft und gerne Jugendbücher, habe aber noch kein Fantasy-Jugendbuch erwischt, dass von der Handlung und den Charakteren so flach und inhaltslos bleibt.
Insgesamt vergebe ich daher genau

und das nur für die Idee das Thema Mechanik in eine Fantasy-Welt einzubauen.
Ich hatte das Buch im Sommer gelesen, Juni oder Juli oder so, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es mir viel zu kindlich war. Ich lese ja noch regelmäßig Jugendbücher, aber "Der Königsschlüssel" empfand ich teilweise sogar mehr als Kinderbuch. Die Handlung war mir insgesamt zu einfach und auch recht oberflächlich. Mein erster Gedanke, als ich das Buch anfing, war noch "Eije, ich glaube, dafür bin ich doch etwas zu alt". 
Ja, den Gedanken hatte ich auch, dass ich dafür einfach zu alt bin.

Wenn das Buch für Kinder gedacht ist, dann würde es vielleicht passen, aber dafür ist es dann, denke ich, fast zu dick. Für Jugendliche ist es schon zu oberflächlich und meiner Meinung nach auch einfach lieblos geschrieben!
Liebe Grüße
Tammy
