

Als der Ich-Erzähler eines Nachts den Mond betrachtet, kommt ihm eine Idee: Wäre es nicht möglich, dass der Mond ebenfalls eine Erde und somit bewohnt ist? Und ist die Erde dann der Mond des Mondes? Seine Freunde lachen ihn aus, doch ihm selbst lässt diese Idee keine Ruhe. Er will die Lage auf dem Mond selbst überprüfen!
Sein erster Flugversuch endet zwar in Neu-Frankreich auf dem amerikanischen Kontinent, aber dort baut er sich eine neue Flugmaschine, die ihn mit Hilfe einiger zur Mittsommerfeier daran befestigter Raketen zum Mond befördert.
Zu seiner Überraschung landet er im Paradies und trifft dort den Propheten Elias, der ihm von den Lebensbedingungen im Paradies erzählt. Mit ihm philosophiert der Ich-Erzähler genauso, wie er dies mit allen seinen Mitmenschen tut, erweist sich aber einmal mehr als ein klein wenig zu freidenkerisch und wird prompt aus dem Paradies vertreiben.
Auf dem Mond trifft er dann tatsächlich auf sehr langnasige (

) Bewohner, die ihm allerdings nicht glauben wollen, dass er tatsächlich von der Erde kommt ("jeder weiß doch, dass der Mond unbewohnt ist"), sehen ihn als eine Art Affen an und halten ihn zu ihrer Belustigung als Haustier. Erst ein Mondbewohner, der seinerseits schon mal zur Erde gereist war, schenkt ihm Glauben und hilft ihm, in die Heimat zurückzukehren.
Dieses dünne Büchlein, das ich in der schwedischen Übersetzung unter dem Titel "Resa till månen" gelesen habe, könnte sehr unterhaltsam sein und ist es teilweise auch. Wunderbar zum Beispiel die verschiedenen Konstruktionen, mit denen sich der Erzähler und andere abenteuerlich gesinnte Personen auf den Weltraumflug machen.
Interessant auch einige der philosophischen und gesellschaftspolitischen Betrachtungen, die angestellt werden, wie auch die Schilderung der Gesellschaft der Mondbewohner, in denen die menschlichen Vorbilder nur zu gut erkennbar sind. Weit weniger interessant allerdings - um nicht zu sagen unendlich langweilig - waren für mich die naturphilosophischen Gespräche, denen ich, muss ich gestehen, oft auch nicht folgen konnte. Wer sich für die Geschichte der Naturwissenschaften interessiert, wird da aber sicher anderer Meinung sein. Cyrano de Bergerac erweist sich hier, behauptet zumindest das Nachwort, auf der Höhe seiner Zeit und wohlinformiert, was neue wissenschaftliche Erkenntnisse angeht.
