Ich bin noch den Rest der Geschichte schuldig. Mal sehen, ob ich alles noch einigermaßen auf die Reihe kriege.
Im
64. Kapitel sieht sich Rebecka verschmäht von der Gesellschaft und versucht, ihren Ruf wieder aufzupolieren, indem sie ihre Rechnungen pünktlich zahlt und höflich zu jedermann ist, wird aber weiterhin gemieden und gedemütigt. Ja, gewisse Dinge werden nicht so schnell vergessen. Vermutlich steckt hinter dem Verhalten von Rebeckas Mitmenschen eine gehörige Portion Neid.
Als Joseph wieder bei Becky auftaucht, wird er derartig von ihr umgarnt, dass er Amelia dazu bringt, Becky zu besuchen, und - wie soll es anders sein - durch die vereinte Manipulation erklärt sich Amelia bereit, Becky bei sich einziehen zu lassen. Wie nicht anders zu erwarten, möchte Dobbin seine Angebetete vor Becky warnen, bringt sie dadurch aber nur gegen ihn auf, woraufhin Dobbin resignierend das Feld räumt. Amelie ist wirklich nicht zu bekehren. Ihr Glaube an Becky in allen Ehren, aber langsam sollte sie doch mal die Scheuklappen abnehmen und erkennen, wer hier wirklich um ihr Wohlergehen bemüht ist.
Kapitel 67: Natürlich macht sich Rebecka sogleich im Leben ihrer Freundin breit und gerät wieder in ihr altes Fahrwasser. Gleichzeitig macht sie sie an Joseph heran, denn selbst sie braucht in gewisser Hinsicht männlichen Beistand und finanziell betrachtet ist er nicht die schlechteste Wahl.
Amelia spricht gegenüber ihrem Sohn sehr wohlwollend von Dobbin, doch was ihr Bauch schon fühlt, ist noch nicht bis in den Kopf vorgedrungen. Becky will Amelia zum Heiraten bringen und beschmutzt dabei schamlos Georges Ansehen, selbst wenn es stimmt, was sie sagt. Nicht ganz sicher bin ich mir allerdings, ob sie wirklich zu Dobbin als zukünftigen Gatten rät.
Danach läuft alles wie im Zeitraffer ab. War hier nach aller Ausführlichkeit aus mir nicht ersichtlichen Gründen ein plötzliches Ende gewünscht? Dobbin und Amelia heiraten, Joseph wird immer kränker, hat Angst vor Becky, die noch bei ihm ist, und stirbt schließlich, ohne ein größeres Vermögen zu hinterlassen. Becky wird karitativ tätig - sicher nicht ganz selbstlos, das bleibt im Unklaren. Vorhang.
Bleibt mir noch zu sagen, dass mir das Buch gut gefiel und abgesehen von einigen Längen unterhaltsam zu lesen war. Die feine und weniger feine Gesellschaft von damals wird schön wiedergegeben und man zieht die Lehre daraus, dass man mit Ehrlichkeit und Tugend weiter kommt als ohne diese Eigenschaften - zumindest in diesem Buch.
Fehlt bloß noch der Link zu meiner
Rezi.Danke an alle, die zumindest versucht haben, mich bei diesem Buch zu begleiten

Liebe Grüße
Doris