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Autor Thema: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten  (Gelesen 2673 mal)

Mrs.Dalloway

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #30 am: 24. Juli 2009, 09:52:40 »

Hallo, ist noch jemand außer mir im Rennen?  :zwinker:

Ich fürchte, ich nicht und ich habe schon ein richtig schlechtes Gewissen deshalb.
Aber nachdem der Unistress sich bei mir noch etwas hinzieht und ich zusätzlich gerade noch umziehe, ist mir einfach nach leichterer Literatur.  :redface:
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"This was another of our fears: that Life wouldn't turn out to be like Literature" (Julian Barnes - The Sense of an Ending)

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Doris

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #31 am: 24. Juli 2009, 21:34:21 »

Bloß kein schlechtes Gewissen! Ich hätte das Buch so oder so gelesen, weil es ein SLW-Buch ist, deshalb ist es nicht so wild, dass ich nun alleine damit bin.

Um euch etwas mehr Lust auf die Geschichte zu machen, kann ich euch sagen, dass das Buch zeitweise auch ziemlich spannend war, so dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Das war sicher der Teil, der auch verfilmt wurde.
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Lucius Annaeus Seneca

Tami

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #32 am: 27. Juli 2009, 10:10:30 »

So, da bin ich wieder  :winken:

Ab heute abend les ich auch wieder mit.


Ich hatte ja nun Zeit, das Ganze etwas sacken zu lassen. Und um ehrlich zu sein, werden mir die Figuren auch aus der Entfernung nicht sympatischer. Mal schauen, was das noch wird....
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LG
Anne

Doris

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #33 am: 27. Juli 2009, 23:29:18 »

Im 50. Kapitel versinkt Amelias Familie immer mehr in den Schulden, was Amelia nun doch zu der Entscheidung treibt, ihren Sohn dem gefürchteten Schwiegervater zu überlassen, der für diesen Fall finanzielle Unterstützung angekündigt hat. Der Kleine freut sich jedoch und gewöhnt sich schnell an die neue Umgebung und die geänderten Regeln. "Ein gewöhnlicher Vorfall" ist doch ein recht seltsamer Titel für dieses Kapitel mit seinen großen Auswirkungen. Bezeichnend auch das Anfangsbild des Kapitels mit dem leeren Käfig: Der Vogel ist gewissermaßen ausgeflogen. Amelia als brave Tochter opfert ihr persönliches Glück zugunsten der Familie und muss nun auf beide geliebten Männer in ihrem Leben verzichten.

Rawdon entdeckt unterdessen im 51. Kapitel, was der Leser schon längst weiß, nämlich dass er seiner Frau nicht gewachsen ist. Langsam wachsen ihm die Schulden über den Kopf, seine Gläubiger drängen, und als er schließlich unversehens im Gefängnis landet, lässt ihn Rebecka dort schmoren, obwohl sie von ihrem Gönner Lord Steyne inzwischen Kredit bekommen hat und Rawdon auslösen könnte. Damit schafft sie es wohl spätestens jetzt, sich sämtliche Sympathien zu verscherzen.

Ich gebe zu, dass ich mit Genugtuung las, wie sie im Kapitel 53 von Rawdon in trauter Zweisamkeit mit dem Lord erwischt wurde. Jetzt wird deutlich, dass sie für ihren Gatten nichts mehr empfindet und nie empfunden hat, da sie angesichts der Trümmer ihrer Ehe so gelassen bleibt. Nach gewohnter Manier verdreht sie alles so, dass sie selbst im besten Licht erscheint und ihrerseits als Opfer dasteht.  Sie ist und bleibt ein Biest, aber sie ist die Würze dieses Romans.
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Doris

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #34 am: 28. Juli 2009, 22:23:20 »

Hallo Tami,

ich denke, ich warte erst einmal noch ab, bis du dich wieder meldest. Vielleicht können wir den Rest des Buches ja gemeinsam durchhecheln. Ich bin zwar schon fertig mit dem Buch, habe aber noch einiges, das ich dazu loswerden möchte.

Wen sich für meinen Gesamteindruck interessiert, findet hier die Rezi.

Grüße
Doris
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Tami

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #35 am: 01. August 2009, 14:35:03 »

So, ich vermelde offiziell:

Ich breche ab! :redface:

Die ganze Woche über habe ich abends jeweils angefangen zu lesen und mich nach ner
halben Stunde gefragt, was ich eigentlich gelesen hab. Ich komm einfach nimmer rein.
Und das, was ich mitbekomme, regt mich auf. Irgendwie ist es für mich immer wieder dasselbe.

Mal sehen, ob ich mit einiger Zeit dazwischen nochmal nen Anlauf unternehme oder
ob es eine Leseleiche bei mir wird.....


Hat aber Spaß gemacht mit euch bis hierhin  :winken:
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LG
Anne

Doris

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #36 am: 01. August 2009, 23:55:16 »

Schade, Tami, aber es hat sicher wenig Sinn, noch weiterzulesen, wenn du den Draht zur Handlung und den Personen nicht findest.

Ich hole mir demnächst meine Notizen nochmal raus und schreibe meine Eindrücke über den Fortgang und das Ende der Geschichte.
« Letzte Änderung: 26. August 2009, 22:01:59 von Doris »
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Doris

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #37 am: 10. August 2009, 22:36:53 »

Im 56. Kapitel bekommen wir einen Einblick in die Erziehung, die man einem Kind angedeihen lässt, um es zum Gentleman und Dandy zu machen. Georgy steht ganz unter dem Einfluss seines Großvaters, der seltsame Erziehungsmethoden hat: Wenn sich der Enkel erfolgreich mit größeren Jungs geprügelt hat, gibt es Geld als Anerkennung und Belohnung. Was für eine Einstellung! So wird dem Jungen eingetrichtert, dass Ruhm und Vermögen erstrebenswert sind, egal, auf welche Weise sie errungen werden. Kein Wunder, dass Georgys Mutter, die diese Statussymbole nicht vorweisen kann, von dem Alten seit jeher abgelehnt wird. Thackeray macht in diesem Kapitel darauf aufmerksam, dass er die Einstellung dieser Figur nicht teilt, indem er seine Bewunderung für Frauen kund tut, die ohne zu klagen alles Mögliche und Unmögliche ertragen und sich für andere aufopfern. Ein Problem, das bis in unsere Zeit hinein immer aktuell ist. Der Grund dafür liegt oft genug nur in dem Umstand, in eine gewisse (arme) Gesellschaftsschicht hineingeboren zu sein. Es ist eben auch ein Jahrmarkt des Geldes.

59. Kapitel   Dobbin ist mittlerweile nach England zurückgekehrt, wo ihn sein erster Weg zu Amelia führt. Erneut gesteht er ihr seine Liebe, doch sie kann ihn nur wie einen Bruder lieben, da sie immer noch ihren Mann liebt, den sie hartnäckig idealisiert. Manchmal möchte man ihr schon einen Schubs geben, damit sie endlich aufwacht  :zwinker:

62. Kapitel   Amelia verkehrt unterdessen wieder öfter in der besseren Gesellschaft. Die vornehmen Damen halten sich für sehr großzügig und zuvorkommend, dass sie sich wieder mit ihr abgeben.
Etwas später wechselt der Schauplatz nach Deutschland und zu einer Beschreibung der so genannten feinen Gesellschaft. Hier taucht nach längerer Pause auch Rebecka wieder auf.
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Doris

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Antw: William Makepeace Thackeray - Jahrmarkt der Eitelkeiten
« Antwort #38 am: 26. August 2009, 22:39:31 »

Ich bin noch den Rest der Geschichte schuldig. Mal sehen, ob ich alles noch einigermaßen auf die Reihe kriege.

Im 64. Kapitel sieht sich Rebecka verschmäht von der Gesellschaft und versucht, ihren Ruf wieder aufzupolieren, indem sie ihre Rechnungen pünktlich zahlt und höflich zu jedermann ist, wird aber weiterhin gemieden und gedemütigt. Ja, gewisse Dinge werden nicht so schnell vergessen. Vermutlich steckt hinter dem Verhalten von Rebeckas Mitmenschen eine gehörige Portion Neid.

Als Joseph wieder bei Becky auftaucht, wird er derartig von ihr umgarnt, dass er Amelia dazu bringt, Becky zu besuchen, und - wie soll es anders sein - durch die vereinte Manipulation erklärt sich Amelia bereit, Becky bei sich einziehen zu lassen. Wie nicht anders zu erwarten, möchte Dobbin seine Angebetete vor Becky warnen, bringt sie dadurch aber nur gegen ihn auf, woraufhin Dobbin resignierend das Feld räumt. Amelie ist wirklich nicht zu bekehren. Ihr Glaube an Becky in allen Ehren, aber langsam sollte sie doch mal die Scheuklappen abnehmen und erkennen, wer hier wirklich um ihr Wohlergehen bemüht ist.

Kapitel 67:  Natürlich macht sich Rebecka sogleich im Leben ihrer Freundin breit und gerät wieder in ihr altes Fahrwasser. Gleichzeitig macht sie sie an Joseph heran, denn selbst sie braucht in gewisser Hinsicht männlichen Beistand und finanziell betrachtet ist er nicht die schlechteste Wahl.
Amelia spricht gegenüber ihrem Sohn sehr wohlwollend von Dobbin, doch was ihr Bauch schon fühlt, ist noch nicht bis in den Kopf vorgedrungen. Becky will Amelia zum Heiraten bringen und beschmutzt dabei schamlos Georges Ansehen, selbst wenn es stimmt, was sie sagt. Nicht ganz sicher bin ich mir allerdings, ob sie wirklich zu Dobbin als zukünftigen Gatten rät.

Danach läuft alles wie im Zeitraffer ab. War hier nach aller Ausführlichkeit aus mir nicht ersichtlichen Gründen ein plötzliches Ende gewünscht? Dobbin und Amelia heiraten, Joseph wird immer kränker, hat Angst vor Becky, die noch bei ihm ist, und stirbt schließlich, ohne ein größeres Vermögen zu hinterlassen. Becky wird karitativ tätig - sicher nicht ganz selbstlos, das bleibt im Unklaren. Vorhang.

Bleibt mir noch zu sagen, dass mir das Buch gut gefiel und abgesehen von einigen Längen unterhaltsam zu lesen war. Die feine und weniger feine Gesellschaft von damals wird schön wiedergegeben und man zieht die Lehre daraus, dass man mit Ehrlichkeit und Tugend weiter kommt als ohne diese Eigenschaften - zumindest in diesem Buch.

Fehlt bloß noch der Link zu meiner Rezi.

Danke an alle, die zumindest versucht haben, mich bei diesem Buch zu begleiten  :zwinker:

Liebe Grüße
Doris
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Lucius Annaeus Seneca