Hallo Mädels!
Ich habe inzwischen auch angefangen und die
ersten drei Kapitel gelesen. Da mich mein Cover so gut anspricht und ich bei Amazon kein Bild dazu gefunden habe, habe ich hier einmal selbst eines gemacht:

Mir gefällt Atwood's Schreibstil wieder besonders gut. Ich kenne von ihr bisher den
Report der Magd, welchen ich wie stefanie begeistert in der LR gelesen habe. Außerdem noch
Die Räuberbraut, welche mMn allerdings weniger zu empfehlen ist.
Ich finde die ganze Idee mit der Position der Mägde und Penelope faszinierend. In der Odyssee kommt die Tatsache, dass die Mägde ihre teilweise jahrelangen Geliebten verloren und deren blutige Überreste selbst beseitigen mussten, viel zu wenig zum Ausdruck. Von daher gefällt mir der Chorus bisher sehr gut - in den wenigen Zeilen wurde die Situation der Mädge, wie ich finde, sehr bedrückend dargestellt.
Mit dem Beginn des 1. Kapitels hat mich das Buch schon in seinen Bann gezogen. Das Lesen auf Englisch ist zwar fordernd, aber nicht so anstrengend und langwierig wie ich befürchtet habe. Vor allem ist es toll, ein Buch von Atwood in seiner Originalsprache zu lesen.
The difficulty is that I have no mouth through which I can speak. I can't make myself understood, not in your world, the world of bodies, of tongues and fingers; and most of the time I have no listeners, not on your side of the river. Those of you who may catch the odd whisper, the odd squeak, so easily mistake my words for breezes rustling the dry reeds, for bats at twilight, for bad dreams.
Wow.

So schön. Sie kann wirklich mit der Sprache umgehen.
Ihr Mutter wird im 3. Kapitel mMn sehr verwirrend beschrieben. Einerseits ist sie kalt, wirkt unnahbar und lässt Penelope nicht an sich heran. Andererseits ist sie mitunter sehr geistesabwesend. Außerdem wird geschildert, dass sie sich lieber um andere Kinder kümmert und dafür Penelope vernachlässigt. Habe ihr das auch so verstanden? Eine merkwürdige Haltung für eine Königin.
Penelope hat durch ihre Beziehung zu ihren Eltern also sehr schnell gelernt, sich anderen nicht zu schnell anzuvertrauen. Sie wirkt, als hätte ihre Kindheit sie sehr geprägt, kurz: Ich habe schon an dieser Stelle, ohne auf ihre spätere Situation mit den Freiern zu achten, ein Bild von einer charakterstarken Frau vor mir.
In einem anderen Kapitel beklagt sie sich darüber, dass Odysseus nach seiner Rückkehr skrupellos, auch zu ihr, sei. Demzufolge hatte sie anscheinend eine feste Vertrauensbasis zu ihm, bevor er nach Troja aufbrach. Die Frage ist nun, wie kam es dazu? Was hat sie dazu bewegt, sich ihm zu öffnen? Ich hoffe, darüber später noch mehr zu erfahren.
Ich bin also wieder einmal begeistert davon, wie Margaret Atwood schreibt. Sowohl die Sprache ist toll, wie auch die Art und Weise, wie das Buch aufgebaut ist.
Das kann ich so unterschreiben! Einfach wunderbar.

Da das mein erstes Buch von Margeret Atwood ist, kann ich nicht beurteilen wie gut ihre anderen Bücher sind, aber wenn dieses Buch wirklich so gut ist wie es zu sein verspricht, wird sie wohl demnächst zu meinen Autobuy-Authoren gehören... 
Kannst du das nach zwei Kapitel schon so schnell beurteilen? Wenn dich Utopien interessieren, kann ich dir, wie stefanie, den
Report der Magd ans Herz legen. Bedrückend, weniger für mitfühlende Geister, aber sehr beeindruckend.
@Tempo: Im Prinzip fehlt jetzt nur noch bibliomonster. Ich werde bis morgen wahrscheinlich noch 2 oder 3 Kapitel lesen. Ab Freitag bis Sonntag Abend bin ich dann in Leipzig unterwegs und werde dann erst Montag wieder zum Lesen und Posten kommen - ich gebe es zu, ich brauche leo.org als Begleitung und mein Laptop bleibt am Wochenende zu Hause. Ich hoffe, dass wir dann Anfang nächster Woche vollzählig sind.

Liebe Grüße,
Grotesque